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SENDETERMIN Fr, 26.4.2019 | 18:15 Uhr | SWR Fernsehen

Auf grünen Auen Eine Reise entlang der Salm

Ruhig und fast unbemerkt schlängelt sich der kleine Fluss durch die Südeifel und hat eine einzigartige Landschaft geschaffen. Das Tal der Salm ist für Naturliebhaber, Wanderer und Radfahrer ein echter Geheimtipp.

Ob es sich bei der Salm um einen Bach oder einen Fluss handelt wird von der Wasserwirtschaft überraschend eindeutig beantwortet: Länge, Größe und Einzugsgebiet weisen die Salm als Fluss aus. Ihre Bewohner hingegen nennen sie liebevoll "Die Bach". Südlich von Gerolstein auf den Eifelhöhen ist ihr Quellgebiet. Hier läuft sie aus feuchten Wiesen zu einem Rinnsal zusammen, um dann wenige Kilometer im Salmwald zu verschwinden. Sie ist nahezu über ihre Länge von 64 Kilometern naturbelassen und fließt überwiegend in einer schönen Wald- und Wiesenlandschaft. Bei Klüsserath mündet sie in die Mosel.

Salm bei Eisenschmitt

Bei Eisenschmitt zeigt sich die Salm zum ersten Mal

Nach einer stillen Reise durch den Salmwald zeigt sich die Salm zum ersten Mal in Eisenschmitt. Eisenerzvorkommen und die Gewinnung von Holzkohle in den umgebenden Wäldern machten es möglich, Eisenhütten zu betreiben. Die Salm lieferte die Wasserkraft dazu. Ein kleines Industriezentrum entstand. Auch im angrenzenden Eichelhütte entstand eine Eisenschmelze, Hammerwerk und Schneidewerk. Die ehemalige Industrievilla zeugt von der Industriezeit an der Salm. Die Villa wurde später zu einem Hotel ausgebaut, dem Hotel Hüls. Lange stand es leer und drohte zu zerfallen, bis Rettung aus Köln nahte. Die beiden Städter ließen sich in Eichelhütte nieder und betreiben im ehemaligen Hotel eine Galerie für Lampen aus Alabaster und anderen schöne Dinge.

Molitors Mühle ist jedoch auch heute ein Hotel, und zwar eines, in dem man sich verwöhnen lassen kann. Ganz in der Tradition seiner Väter brachte Michael Molitor das Wellness-Hotel direkt an der Salm nach vorn. Als erklärter Fan der Waldlandschaft wird er nicht müde, seinen Gästen die heilende Kraft des Waldes nahe zu bringen.

Kloster Himmerod

Das ehemalige Kloster Himmerod hat eine lange Geschichte und ist eng mit der Region verbunden

Von Eichelhütte kommt man zu Fuß auf dem Mühlenpfad nach Großlittgen und zur bedeutenden Abtei Himmerod. Im 12. Jahrhundert gegründet prägte sie Menschen und Landschaft an der Salm. Das ehemalige Kloster ist ein Ort der Begegnung, Meditation und Einkehr. Wer sich im Kloster einquartiert, kommt an Bruder Stefan nicht vorbei. Seit 60 Jahren lebt er im Kloster Himmerod und ist Ansprechpartner für die Gäste. Die schöne Landschaft rund um die Abtei Himmerod lädt Frischluftliebhaber zu jeder Jahreszeit zum Wandern ein. Der Eifelsteig führt mitten durch das Areal und auch die Bundsandsteinroute durchqueren immer wieder die dichten Wälder, herrliche Auen Wiesen an der Salm.

Burg Bruch

Zwischen den Wäldern liegt der Ort Bruch mit seiner Burg

In den kleinen Örtchen Bruch kann man im wahrsten Sinne des Wortes abtauchen in eine exotische Welt. Im Koi-Aquarium von Oliver Zwang kann man an der Glasscheibe stehen und trockenen Fußes die japanischen Schönheiten bewundern. In Bruch kommen Wanderer des Eifelsteigs ebenso vorbei wie Radwanderer des Mare-Mosel-Radwegs. In der Brucher Burg finden sie eine herrschaftliche Unterkunft. Bed and Breakfast in uraltem Gemäuer. Das hat was. Familie Förschner aus Troisdorf fanden die Burg bei der Suche nach einem "Ferienhaus" in der Eifel, jetzt sind sie die Burgherren.

Im letzten Drittel der Salm weitet sich das Tal ein wenig und macht Platz für Weinberge, Äcker und Wiesen. In Rivenich bevölkern französische Limousin-Rinder die Weiden. Familie Wey hat sich ganz dieser wilden und scheuen Rasse verschrieben und der artgerechten Tierhaltung. Hier wird nicht mit Antibiotika therapiert, sondern mit Homöopathie. Im Hofladen kann man das Fleisch und die Wurst der glücklichen Rinder kaufen.

Highlandrind an der Salm

Ein Limousin-Rind bei Rivenich

Auf dem letzten Abschnitt der Salm wird es noch mal steil und die Mosel kommt ins Blickfeld. Hier reift ein Riesling, der einmal was ganz besonderes werden will – Sherry. So darf er sich zwar nicht nennen, ist aber einer der ganz wenigen Sherrys, der in Deutschland hergestellt wird.

In Klausen, dem bekannten Wallfahrtsort an der Salm, sind Winzer zu Hause, die etwas Neues wagen. Vor ein paar Jahren kauften die Sanders vom Niederrhein die ehemalige Klosteranlage, heute Sitz des Weinguts Sanders und Sanders. Während sich Sanders Junior um den Sherry und Wein kümmert, betreiben die Eltern Lu und Ingrid Sanders das Kloster. Pilger und Gäste sind hier willkommen. Im ehemaligen Refektorium werden Wanderer verköstigt. Nicht mit Schnickschnack, sondern mit deftigem Vesper und selbstgemachten Kuchen.