Bitte warten...

Zum 60. von Madonna: Express Yourself Die Tänzer der Queen of Pop

Madonnas legendäre „Blond Ambition Tour“, 1990, schockierte die Öffentlichkeit: Der Superstar setzte sich bei der Welt-Tournee provokativ für die Rechte Homosexueller ein. Mit dabei waren ihre sieben Tänzer, alle blutjung, fast alle schwul. Mit Madonna wurden sie berühmt. Die Truppe wurde von einem Filmteam begleitet, das die Tournee-Wochen hinter den Kulissen dokumentierte. Doch was während der Tournee so harmonisch wirkte, hatte seine Schattenseiten. In dem neuen Film „Express yourself“ von Ester Gould und Reijer Zwaan treffen sich Madonnas Tänzer erstmals nach 25 Jahren wieder. Diesmal erzählen sie ihre wahre Geschichte.

Madonnas inszenierter Tabubruch

Auf ihrer legendären „Blond Ambition Tour“, 1990, schockierte Madonna die Öffentlichkeit. Unvergessen bis heute ihre „Masturbations-Szene“, ein Tabubruch. Während der Tournee trat sie provokativ für die Rechte Homosexueller ein, kämpfte gegen die damals noch neue Krankheit AIDS. Im Vorfeld hatte sie sieben Tänzer gecastet, die sie bei ihren Auftritten begleiteten: Carlton, Gabriel, Luis, Jose, Oliver und Kevin. Wild, talentiert und blutjung waren sie, und sechs von ihnen schwul.

1/1

Express Yourself - Die Tänzer der Queen of Pop

Von Provokation, Tabus und Freiheit

In Detailansicht öffnen

"Bei der Blond-Ambition-Tournee ging es um Freiheit. … als Künstler, als Mensch; Freiheit, die Wahrheit auszusprechen!" ( hintere Reihe, v.li.n.re.: Salim Gauwloos, Oliver Crumes III, Carlton Wilborn, Kevin Stea. vordere Reihe, v.li.n.re.: Luis Camacho, Jose Gutierez)

"Bei der Blond-Ambition-Tournee ging es um Freiheit. … als Künstler, als Mensch; Freiheit, die Wahrheit auszusprechen!" ( hintere Reihe, v.li.n.re.: Salim Gauwloos, Oliver Crumes III, Carlton Wilborn, Kevin Stea. vordere Reihe, v.li.n.re.: Luis Camacho, Jose Gutierez)

Carlton: "Gebt mir mehr von euch!" Dieser Satz von Madonna ging mir nicht mehr aus dem Kopf, er zeigte, wie sie mit uns umging: Frei. …Ausdrucksstark. Wir waren, was sie damals suchte. Wir brachen Tabus und sagten offen, wer wir waren. (hier im Bild: Kevin Stea, Gabriel Trupin, Oliver Crumes III (1990)

Luis: "Unser auffallendes Äußeres war eine Warnung: Ja, wir tragen Ohrringe. Ja, wir tragen Eyeliner – aber haltet nichts davon für Schwäche!" (hier im Bild: Luis Camacho)

Jose: "Ich glaube, es war Zeit für etwas Neues. Etwas Neues und Künstlerisches. Etwas Ungewöhnliches. Es war vor allem das richtige Timing, damals in den 90ern. Ich glaube, die Welt war bereit dafür. Und es bedurfte einer Figur wie Madonna, das in die Öffentlichkeit zu bringen." (v.li.: Luis Camacho, Jose Gutierez, Oliver Crumes III, Kevin Stea (1990)

Express yourself“ - Zeig wer du bist und schäm' dich nicht dafür! ( hier im Bild: Carlton Wilborn)

Kevin: "Die Botschaft des Films war progressiv: Man kann schwul sein und ist doch ein Mensch. Denn bis dahin bedeutete schwul sein: der Anders zu sein, subversiv und pervers. Und dann war da plötzlich diese gigantische Botschaft, dass man alles sein kann: schwul und glücklich und erfolgreich und voller Leben und jung. Man durfte man selbst sein und glücklich und trotzdem schwul." (hier im Bild: Salim Gauwloos, still from the film)

Die Truppe wurde begleitet von einem Filmteam, das die Tournee-Wochen für den Dokumentarfilm "In Bed with Madonna" dokumentierte. Der Ruhm der Tänzer zeigte seine Schattenseiten - Drogen, Alkohol und die damals unbekannte Krankheit HiV. (hier im Bild: Oliver Crumes III)

25 Jahre nach der „Blond Ambition Tour“ treffen die sechs verbliebenen Tänzer nun erstmals aufeinander und erzählen, wie es ihnen nach der Tournee ergangen ist. (hier im Bild: Jose Gutierez mit seiner Mutter)

Sie beschreiben mit ergreifenden Worten und in ausdrucksstarkem Tanz, welche Auswirkungen die Zeit mit Madonna auf sie hatte, auf ihre Karriere, ihre Identität und ihr Leben. Und zum ersten Mal treffen sie sich wieder. (Hier im Bild. Carlton Wilborn)

Der Weltstar vermittelte schwule Normalität

Die Truppe wurde begleitet von einem Filmteam, das die Tournee-Wochen für den Dokumentarfilm „In Bed with Madonna“ dokumentierte. Die Aufnahmen gingen um die Welt. Sie zeigten den Weltstar ganz persönlich, als Freundin und als „Mutter“ ihrer sieben Tänzer. Eine eingeschworene Gruppe, entschlossen, den Kampf gegen eine homophobe Öffentlichkeit aufzunehmen.

Trailer der 90-Minuten Langfassung unter dem Titel "Strike a pose"

Kunst war ihr wichtiger als Privatsphäre

Doch was damals so harmonisch wirkte, hatte seine Schattenseiten. In „In Bed with Madonna“ sieht man Gabriel im innigen Kuss mit einem der anderen Tänzer. Damals ein Skandal - und Gabriels Coming-Out. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er sein großes Geheimnis streng gehütet. Er flehte Madonna an, die Szene aus dem Film zu nehmen, schließlich verklagte er sie. In den Akten kann man Madonnas Antwort lesen: I was making a statement. Für ihre Botschaft war die Sequenz unverzichtbar.

Tournee hat vieles verändert

Das große Thema des Films von Ester Gould und Reijer Zwaan ist diese Kluft zwischen der politischen Botschaft, die viele Menschen auf der Welt bis heute bewegt, und der nicht sichtbaren Realität dahinter. 25 Jahre nach der „Blond Ambition Tour“ treffen die sechs verbliebenen Tänzer nun erstmals aufeinander und erzählen, wie es ihnen nach der Tournee ergangen ist. Sie beschreiben mit ergreifenden Worten und in ausdrucksstarkem Tanz, welche Auswirkungen die Zeit mit Madonna auf sie hatte, auf ihre Karriere, ihre Identität und ihr Leben. Und zum ersten Mal treffen sie sich wieder.


Produktionsnotiz:

"Express Yourself - Die Tänzer der Queen of Pop"; Regie Ester Gould und Reijer Zwaan, Länge 60 Minuten.

Die Langfassung von 90 Minuten lief 2016 bei der Berlinale unter dem Titel "Strike a pose".