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Der rote Schatten

SWR Tatort "Der rote Schatten" Vierzig Jahre später

Roter Schatten über Stuttgart

Vierzig Jahre liegen der Deutsche Herbst und die Todesnacht von Stammheim zurück. Die Folgen dieser traumatischen Zeit beeinflussen den aktuellen Fall der Kommissare Lannert und Bootz.

Domink Graf bezieht sich in seinem ersten Tatort für den SWR auf den Deutschen Herbst und die sogenannte Todesnacht von Stammheim, die sich in diesem Herbst zum 40. Mal jähren. Er sieht die Ermittlungen als nachdenklichen Rückblick und als Spiegel der historischen Ereignisse, in der die Terroristen Baader, Ensslin und Raspe im Hochsicherheitstrakt der Justizvollzugsanstalt Stammheim zu Tode kamen.

Fragen zum Deutschen Herbst

Im Tatort "Der rote Schatten" stellen die beiden Kommissare mit ihren Nachforschungen Gewissheiten zum Deutschen Herbst in Frage, die als historisch abgeschlossen gelten. Spannend verschränkt, bildstark erzählt und den historischen Bezug in seinem Film ernst nehmend wie selten ein Tatort, stellt der Film diese Gewissheiten wieder zur Diskussion.

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Tatort "Der rote Schatten", Regie: Dominik Graf

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40 Jahre liegen der Deutsche Herbst und die Todesnacht von Stammheim zurück. Die Folgen dieser traumatischen Zeit beeinflussen den aktuellen Fall der Kommissare Lannert (Richy Müller) und Bootz.

40 Jahre liegen der Deutsche Herbst und die Todesnacht von Stammheim zurück. Die Folgen dieser traumatischen Zeit beeinflussen den aktuellen Fall der Kommissare Lannert (Richy Müller) und Bootz.

Wilhelm Jordan (Hannes Jaenicke) war in den 70er Jahren als V-Mann für den Verfassungsschutz gegen die RAF eingesetzt. Aber ist Wilhelm Jordan überhaupt Wilhelm Jordan? Der Mann hat eine erstaunliche Ähnlichkeit mit einem ehemaligen RAF-Mitglied, das später mit dem Verfassungsschutz zusammenarbeitete.

Wilhelm Jordan trifft sich wieder mit Astrid Frühwein (Heide Trainker), die in seinem Leben schon lange eine wichtige, aber geheim gehaltene Rolle spielt.

Die Bilder der Schleyer-Entführung fesselten vor 40 Jahren Wilhelm Jordan (Elias Popp), Astrid Frühwein (Emma Jane) und ihr Umfeld.

Astrid Frühwein (Emma Jane) und Wilhelm Jordan (Elias Popp) 1977 bei der Beerdigung der Stammheim-Gefangenen.

Christoph Heider (Oliver Reinhard) sitzt in Untersuchungshaft weil er die Leiche seiner Exfrau Marianne entführt hat. Er glaubt nicht, dass sie bei einem Badewannenunfall ums Leben kam, sondern hält ihrem aktuellen Lebensgefährten Wilhelm Jordan für den Mörder.

Luisa Heider (Leonie Nonnenmacher) hält Wilhelm Jordan (Hannes Jaenicke) für den Mörder ihrer Mutter Marianne.

Staatsanwältin Emilie Álvarez hat klare Order von ihren Vorgesetzten, den Fall Heider ruhen zu lassen.

Emilia Álvarez (Carolina Vera) redet mit Oberstaatsanwalt Lutz (Friedich Mücke) ganz offen darüber, dass er sich ihrer Meinung nach vor den Karren des Verfassungsschutzes spannen lässt.

Doch Lannert und Bootz finden Heiders Darstellung glaubwürdig genug, um der Sache nachzugehen. Dabei stellen sie fest, dass Wilhelm Jordan in den 70er Jahren als V-Mann für den Verfassungsschutz gegen die RAF eingesetzt war.

Zeugenbefragung der eigenen Art in einer ehemaligen RAF-Sympathisanten Kneipe: Thorsten Lannert (Richy Müller) mit Erika (Bärbel Schwarz).

Bei einer Observierung gerät Sebastian Bootz (Felix Klare) in eine Schießerei.

Der Film spielt auf zwei Zeitebenen und verschränkt virtuos die Gegenwartshandlung mit historischen Bildern, die sowohl dokumentarisches Material verarbeiten als auch nachgedrehte Bilder einsetzen.

Regisseur Domink Graf bezieht sich in seinem ersten Tatort für den SWR auf den Deutschen Herbst und die sogenannte Todesnacht von Stammheim, die sich in diesem Herbst zum 40. Mal jähren.

Bilder, an die man erinnern muss

Regisseur Dominik Graf versucht in seinem Tatort die Geschichte dieser Zeit neu zu schreiben und nicht nur als Krimi zu inszenieren. Im Gespräch mit SWR2 sagt er: "Ein Tatort ist ja auch ein Krimi und kein Aufklärungsfilm...ich musste nichts vereinfachen, das ist ein Privileg bei so komplexen historischen Abläufen."

Der rote Schatten

"Es ist entstanden aus einem Generationskrieg, wie es Richy Müller dem jungen Kollegen Felix Klare in dem Tatort versucht zu schildern: da haben die Väter die Kinder zwingen wollen, nicht mehr zu fragen, was vor ´45 war. Dass sie die Klappe halten sollen und funktionieren, so wie sie damals funktioniert haben. Das hat zu ungeheuren Komplikationen zwischen den Generationen geführt." (Dominik Graf)

Stuttgart heute und vor vierzig Jahren

Der Tatort "Der rote Schatten" ist eine Produktion der Sommerhaus Filmproduktion, Produzenten sind Jochen Laube und Fabian Maubach, die Redaktion liegt bei Brigitte Dithard. Richy Müller und Felix Klare sind als Kommissare Lannert und Bootz im Einsatz, in weiteren Rollen spielen Oliver Reinhard, Hannes Jaenicke, Heike Trinker, Friedrich Mücke, Michael Hanemann, Carolina Vera, Mimi Fiedler u. v. a.. In einer wichtigen Nebenrolle: das Stuttgart der 70er Jahre. Szenenbildner Claus-Jürgen Pfeiffer suchte nach Originalmotiven aus der Zeit und nutzte u. a. eine Sympathisantenkneipe der Zeit, kurz bevor sie renoviert wurde. Außerdem wurde eine Zelle des Hochsicherheitstrakts in Stammheim aufwändig nachgebaut.