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"Das Salz der Erde" – Sebastião Salgado im Porträt Preisgekrönte Doku über engagierten Fotografen

Dokumentarfilm von Wim Wenders und Juliano Ribeiro Salgado

Der 73-jährige Brasilianer Sebastião Salgado ist sozialdokumentarischer Fotograf, mit seinen Bildern hat er jahrzehntelang Missstände auf der Welt festgehalten. In seinen Werken ist er immer darauf bedacht, die Würde der Opfer zu wahren. Sein Leben und seine Arbeit porträtiert der vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilm "Das Salz der Erde". Der Film nimmt zudem die Beziehung zwischen Sebastião und seinem Sohn Juliano Ribeiro in den Blick, der gemeinsam mit Filmemacher Wim Wenders Regie führte.

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"Das Salz der Erde" von Wim Wenders | Doku

Hommage an Sebastião Salgado

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Mit seinen beeindruckenden Fotoreportagen hat Sebastião Salgado unseren Blick auf die Krisengebiete der Welt geschärft. Gemeinsam mit Salgados Sohn Juliano Ribeiro ehrt Wim Wenders den brasilianischen Künstler mit dem außergewöhnlichen Dokumentarfilm "Das Salz der Erde".

- Wim Wenders (l) und Sebastião Salgado © Donata Wenders -

Mit seinen beeindruckenden Fotoreportagen hat Sebastião Salgado unseren Blick auf die Krisengebiete der Welt geschärft. Gemeinsam mit Salgados Sohn Juliano Ribeiro ehrt Wim Wenders den brasilianischen Künstler mit dem außergewöhnlichen Dokumentarfilm "Das Salz der Erde".

- Wim Wenders (l) und Sebastião Salgado © Donata Wenders -

Seit 40 Jahren ist Sebastião Salgado mit seiner Kamera immer mittendrin. Krieg, Hunger, Vertreibung und gesellschaftliche Missstände waren lange Zeit seine Themen. In der brasilianischen Goldmine Serra Pelada hat er eindrucksvoll die harten Arbeitsbedingungen dokumentiert.

- In der Goldmine Serra Pelada. © Sebastião Salgado / Amazonas images -

Wim Wenders verfolgt das weltweite Schaffen des brasilianischen Fotografen seit knapp 25 Jahren: „Ich habe damals zwei Fotoarbeiten von ihm erworben, die mich wirklich tief berührten“. Vor rund sechs Jahren haben sich die beiden persönlich kennen gelernt.

- Sebastião Salgado bei den Yali in Papua. © Juliano Ribeiro Salgado / NFP -

"Die Kraft eines Porträts liegt in dem Bruchteil der Sekunde, in dem man etwas vom Leben der fotografierten Person versteht", sagt Sebastião Salgado über seine Porträtfotos - wie hier von einer blinden Tuarek-Frau. "Die Augen erzählen viel, der Gesichtsausdruck… Ein Porträt nimmt man nicht alleine auf, der andere schenkt es einem."

- Blinde Tuareg-Frau. © Sebastião Salgado / Amazonas images -

Sebastião Salgado fotografiert ausschließlich in Schwarz-Weiß und versteht es wie kaum ein anderer, mit Schattierungen, Grauabstufungen und Hell-Dunkel-Kontrasten zu überzeugen.

- Nenzen am Polarkreis. © Sebastião Salgado / Amazonas images -

Der 70-Jährige zählt zu den weltbesten Fotografen. Lange Jahre war er Mitglied der legendären Foto-Agentur Magnum. Heute hat er sein eigenes Foto-Label "Amazonas Images".

- Sebastião Salgado am Polarkreis © Juliano Ribeiro Salgado / NFP -

Sebastião Salgado hat viel Leid und Tod gesehen. Als er es nicht mehr aushält, beschließt er, die Schönheit der Welt, die unberührte Natur einzufangen. Für sein Fotoprojekt „Genesis“ bereist er seit zehn Jahren paradiesische Orte, wie die Galápagos-Inseln.

- Meerechse, Galápagos-Insel. © Sebastião Salgado / Amazonas images -


Kinostart: 30.10.2014
Das Salz der Erde
Ein Film von Wim Wenders und Juliano Ribeiro Salgado

Sebastião Salgado: Fotochronist

In "Das Salz der Erde" erzählt Sebastião Salgado von seinen Fotoreportagen, die ihn in den vergangenen 40 Jahren auf alle Kontinente führten. Er berichtete von internationalen Konflikten, Kriegen und ihren Folgen, Hungersnöten. Für seine Arbeiten porträtierte er immer wieder Menschen am unteren Rand der Gesellschaft, oft in Langzeitbeobachtungen. So dokumentiert sein Gesamtwerk auch ein Stück Menschheitsgeschichte.

Die Schönheit der Erde

Doch all das Leid der Menschen hat auch im Fotografen seine Spuren hinterlassen, fast wäre er daran zerbrochen. Und so begann er 2004 ein neues Fotoprojekt, über das er im Film auch spricht: "Genesis". Hier entführt er in seinen Bildern an die Orte auf der Erde, die bisher von Menschen nahezu unberührt sind und schafft so eine Hommage an die Schönheit der Natur.

Wie Wim Wenders zu diesem Film kam

Die Idee eines filmischen Porträts Sebastião Salgados beschäftigte Vater und Sohn bereits seit Jahren, in denen der gelernte Regisseur Juliano seinen Vater auf seinen Reisen häufig mit der Filmkamera begleitete. Für eine Perspektive von außen holten sie den befreundeten Fotografen und weltbekannten Filmemacher Wim Wenders hinzu. Dieser ist seit über zwei Jahrzehnten ein Bewunderer von Salgados Fotokunst, der er in "Das Salz der Erde" Raum zum Wirken lässt.

Preisgekröntes Werk

"Das Salz der Erde" wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Spezial-preis in der Sektion "Un Certain Regard" beim Filmfestival Cannes 2014 und 2015 mit dem "César" für den besten Dokumentarfilm. Im selben Jahr war der Film für einen Oscar nominiert.

"Das Salz der Erde", am Mittwoch, 1. November 2017, um 22:45 Uhr im Ersten.
"Das Salz der Erde", am Donnerstag, 22. November 2018, um 23.20 Uhr im SWR Fernsehen