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"Of Fathers and Sons - Die Kinder des Kalifats" Doku gewinnt zweifach deutschen Filmpreis

Lola für den "Deutschen Filmpreis 2019" in den Kategorien "Bester Dokumentarfilm" und "Bester Schnitt"

Der von SWR und rbb koproduzierte Dokumentarfilm „Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats" wurde mit dem Deutschen Filmpreis, der sogenannten "Lola", in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ ausgezeichnet. Außerdem gewinnt Editorin Anne Fabini in der Kategorie "Bester Schnitt" für ihre Arbeit an diesem Film mit eine "Lola".

Einzigartiger Einblick

Für den 99-minütigen Film kehrte Filmemacher Talal Derki in seine Heimat Syrien zurück. Dort gewann er das Vertrauen einer radikal-islamistischen Familie und begleitete ihren Alltag über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren. Dabei konzentrierte sich seine Kamera hauptsächlich auf die Kinder. Der Film liefert einen einzigartigen Einblick in eine Kindheit, die von der systematischen Heranführung an radikal-islamistisches Gedankengut geprägt ist.

SWR Intendant Peter Boudgoust zur Oscar-Nominierung 2019: "Der SWR ist seit jeher dem Dokumentarfilm verpflichtet. Die Nominierung in dieser Königsdisziplin zeigt, was unser freier Rundfunk tagtäglich leistet: herausragenden Journalismus, wahrhaftige Information, hautnah erzählt."

3/1

Kinostart 21.03.

Of Fathers and Sons – Kinder des Kalifats von Talal Derki

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Dabei konzentrierte sich seine Kamera hauptsächlich auf die Kinder. (hier: Verabschiedung vor der Abreise ins Al-Nusra Ausbildungscamp: Osama umarmt seinen Bruder Ayman)

Für seinen Dokumentarfilm kehrte Filmemacher Talal Derki in seine Heimat Syrien zurück. Dort gewann er das Vertrauen einer radikal-islamistischen Familie. Das Familienoberhaupt ist Abu Osama im Kreise seiner Söhne.

Er begleitete ihren Alltag über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren. (hier: Abu Osama beim Spielen mit einem seiner Söhne.)

Dabei konzentrierte sich seine Kamera hauptsächlich auf die Kinder. (hier: Verabschiedung vor der Abreise ins Al-Nusra Ausbildungscamp: Osama umarmt seinen Bruder Ayman)

Was geschieht in den Köpfen von Kindern und Jugendlichen, die traumatisiert sind von einem jahrelangen, blutigen und zerstörerischen Krieg, ohne Hoffnung auf ein Ende und eine friedliche Zukunft? (hier: Osama alleine im Ausbildungscamp der Al-Nusra Brigaden.)

Was geschieht mit ihnen, wenn Eltern, Verwandte und andere Bezugspersonen Hass und Rache predigen und vom Wunsch nach Vergeltung beseelt sind? (hier: Die Kinder beim Koranunterricht im Ausbildungscamp der Al-Nusra Brigaden.)

Seit radikale Islamisten weite Teile des Landes beherrschen, haben sie damit begonnen, Jugendliche im Namen der Religion zu mobilisieren. (hier: Kinder bei einer militärischen Übung im Ausbildungscamp der Al-Nusra Brigaden.)

Ziel ist die Schaffung eines Kalifats auf den Schultern der kommenden Generation. (hier: Die Kinder beim Appell im Ausbildungscamp der Al-Nusra Brigaden.)

Ayman bei einer Übung im Ausbildungscamp bei Al-Nusra Brigaden.

Die Kinder "spielen" im Ausbildungscamp der Al-Nusra Brigaden.

Der Dokumentarfilmer Talal Derki wurde in Damaskus geboren und lebt seit 2014 in Berlin.

Radikalisierung beginnt in der Familie

Was geschieht in den Köpfen von Kindern und Jugendlichen, die traumatisiert sind von einem jahrelangen, blutigen und zerstörerischen Krieg, ohne Hoffnung auf ein Ende und eine friedliche Zukunft? Was geschieht mit ihnen, wenn Eltern, Verwandte und andere Bezugspersonen Hass und Rache predigen und vom Wunsch nach Vergeltung beseelt sind? Seit radikale Islamisten weite Teile des Landes beherrschen, haben sie damit begonnen, Jugendliche im Namen der Religion zu mobilisieren. Ziel ist die Schaffung eines Kalifats auf den Schultern der kommenden Generation.

Biographie des Regisseurs und Auszeichnungen

Talal Derki wurde in Damaskus geboren und lebt seit 2014 in Berlin. Er studierte Filmregie in Athen und arbeitete als Regieassistent für diverse Spielfilmproduktionen. Zwischen 2009 und 2011 war er Regisseur für verschiedene arabische Fernsehprogramme. Außerdem arbeitete er als freiberuflicher Kameramann für CNN und Thomson & Reuters.

Talal Derkis Kurzfilme und abendfüllende Dokumentarfilme erhielten Auszeichnungen auf verschiedenen Festivals weltweit. Sein Dokumentarfilm "Return to Homs" wurde 2014 mit dem World Cinema Grand Jury Prize des Sundance Film Festivals ausgezeichnet. 2014 war Talal Derki auch Jurymitglied der IDFA.

"Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats" ist vielfach preisgekrönt. Er wurde 2019 mit dem Deutschen Filmpreis, der sogenannten "Lola", in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ ausgezeichnet. Außerdem gewinnt Editorin Anne Fabini in der Kategorie "Bester Schnitt" für ihre Arbeit an diesem Film mit eine "Lola". Er war für den Oscar 2019 nominiert in der Kategorie "Documentary Feature". Der Film wurde 2018 unter anderem beim Sundance Festival ausgezeichnet und im Rahmen des SWR Doku Festivals von einer unabhängigen Jury mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis prämiert.

Talal Derki bei der Verleihung des „Deutschen Dokumentarfilmpreises 2018“

Talal Derki bei der Verleihung des „Deutschen Dokumentarfilmpreises 2018“

Produktionsnotiz

"Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats" ist eine Produktion von BASIS Filmproduktion in Koproduktion mit Ventana Film, Cinema Group Production, SWR und rbb in Zusammenarbeit mit Arte und Impact Partners. Redaktion beim SWR hatte Gudrun Hanke-El Ghomri.