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"Im Rausch der Daten – Netz und Demokratie" Preisgekrönte Doku blickt hinter die Kulissen der EU-Gesetzgebung

Mit jedem Klick im Internet, jedem Telefonat, Like, jeder Online-Bestellung, Kartenzahlung oder jedem Streaming eines Videos werden Menschen transparent und hinterlassen digitale Fingerabrücke. So gibt man, ob man will oder nicht, eine Menge von sich preis. Der 90-minütige Dokumentarfilm „Im Rausch der Daten – Netz und Demokratie“ von David Bernet öffnet die Türen zu einer undurchdringlichen Welt und begleitet den politischen Kampf für ein neues Datenschutzgesetz in der EU. Er erzählt eine fesselnde und hochbrisante Geschichte über eine Handvoll Politiker, Lobbyisten, Diplomaten und Bürgerrechtler, die um den Schutz der Privatsphäre in der digitalen Welt ringen. Der Film gewährt einen einmaligen Blick in den Maschinenraum der EU und damit in die Wirklichkeit der modernen Demokratie.

Vereint im Kampf gegen Datenkraken

Der grüne EU-Parlamentarier Jan Philipp Albrecht und die konservative EU-Kommissarin Viviane Reding bilden eine ungewöhnliche Allianz, wenn es darum geht, die Grundrechte gegen die Gefahren von Big Data und Massenüberwachung zu verteidigen. Das alles in einem harten, politisch komplexen Machtapparat, in dem Intrigen, Erfolg und Scheitern nahe beieinanderliegen. Zweieinhalb Jahre hat David Bernet den Gesetzgebungsprozess der EU-Datenschutzreform begleitet und zu einem abendfüllenden Dokumentarfilm verdichtet, der die komplexe Architektur der Mächte sowie den Zustand der modernen Demokratie spannend und sinnlich erlebbar macht. 

Filmszene "Democracy": Jan Philipp Albrecht

Filmszene "Democracy": Jan Philipp Albrecht


Die Welt im Datenrausch

Spätestens seit Edward Snowdens Enthüllungen ist klar, dass sich die Welt im Datenrausch befindet und die persönlichsten Informationen von jedem Einzelnen zur Ressource geworden sind: Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts – wer sie hat, hat das Geld und damit die Macht. Doch wer kontrolliert diesen Zugriff auf private Daten? Und was bedeutet das für die Gesellschaft?

Preisgekrönt

„Im Rausch der Daten – Netz und Demokratie“ ist die TV-Fassung des erfolgreichen Kino-Dokumentarfilms „Democracy – Im Rausch der Daten“, der im Herbst 2015 uraufgeführt wurde und in Deutschland, Luxemburg, Großbritannien, Österreich und Frankreich ins Kino kam. Der Film wurde 2016 für den deutschen Filmpreis Lola nominiert und gewann u. a. den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2017 (Hauptpreis und Leserpreis der Stuttgarter Zeitung). Die Deutsche Film- und Medienbewertungsstelle zeichnete diesen Dokumentarfilm mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ aus.


Der Film - Produktionsnotizen

„Im Rausch der Daten – Netz und Demokratie“ von David Bernet ist eine Produktion von INDI Film in Koproduktion mit Seppia und Atmosfilm, SWR, NDR, in Zusammenarbeit mit ARTE und wurde gefördert mit Mitteln der Filmförderungsanstalt, des Centre National du Cinéma et l’image Animée, der MFG Filmförderung Baden-Württemberg, des Deutschen Filmförderfonds, der Film- und Medienstiftung NRW, MEDIA-Programm der EU, Région Alsace sowie der Eurométrolpole de Strasbourg.

Buch und Regie: David Bernet
Kamera: Marcus Winterbauer, Dieter Stürmer, François Roland, Ines Thomsen u.a.
Schnitt: Catrin Vogt
Ton: Cosmas Antoniadis, Johannes Schmelzer, u.a.

Der Autor und Dokumentarfilmer David Bernet

David Bernet, geboren 1966in Rheineck, Schweiz, absolvierte ein Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie in Wien und Berlin. Ab 1995 arbeitete er als Journalist für verschiedene Print- und Hörfunkredaktionen, nach einiger Zeit dann auch als Autor, Produktionsleiter und Rechercheur für Dokumentarfilmproduktionen, so etwa bei Nikolaus Geyrhalters viel beachtetem und preisgekröntem "Unser täglich Brot" (2003-2005). Ab dem Jahr 2000 realisierte Bernet erste eigene Kurzdokumentarfilme. Sein Langfilmdebüt gab er 2005 mit " Die Flüsterer – Eine Reise in die Welt der Dolmetscher" (TV). In Zusammenarbeit mit Robert Ralston realisierte er anschließend den mittellangen Dokumentarfilm "Jew by Choice" (2006), über deutsche Christen, die zum Judentum konvertieren wollen.

Der Dokumentarfilm "Raising Resistance" (DE/CH 2011; in Zusammenarbeit mit Bettina Borgfeld) über die Probleme von Bauern in Entwicklungsländern, wo Großkonzerne den Einsatz von Gentechnologie forcieren, wurde beim Filmfestival Visions du Réel in Nyon, Schweiz, als Bester Film ausgezeichnet; beim Festival Filmplus erhielt "Raising Resistance" den Bild-Kunst-Preis für den Besten Schnitt.

2012 begann Bernet mit der Arbeit an seinem nächsten Film: Für "Democracy - Im Rausch der Daten" begleitete er in Brüssel fünf in ihrer Ausrichtung sehr unterschiedliche EU-Politiker, die am Entwurf eines europäischen Datenschutzgesetzes mitwirken. Dabei hatte er allerdings die Auflage, den Film erst nach Verabschiedung des Gesetzes zu zeigen. Im November 2015 startete "Democracy - Im Rausch der Daten" schließlich in den Kinos