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Eat that question | Dokumentarfilm Frank Zappa in his own words

Der Dokumentarfilm "Frank Zappa - Eat That Question" ist ein behutsames und genaues Porträt des legendären Musikers und Komponisten Frank Zappa. Anhand von seltenem und teils noch nie veröffentlichtem Archivmaterial nährt sich der Filmemacher Thorsten Schütte diesem sensiblen und radikalen Künstler, dessen provokative Weltanschauungen fast vier Jahrzehnte lang die Musikwelt auf den Kopf stellten und noch immer aktuell sind. Ein filmisches Dokument, das zeigt, wofür Frank Zappa stand.


Frank Zappa - Musikalisch ein Universalgenie

Frank Zappa, Komponist, Musiker, Bandleader, Produzent, Nonkonformist und dazu Autodidakt. Seine exzentrischen, unverblümten, bisweilen unverhohlen satirischen Werke reflektieren die Weltgeschichte von fast vier Jahrzehnten. Mit scheinbarer Leichtigkeit riss Zappa die Mauern sämtlicher musikalischer Genres ein, bewegte sich zwischen sogenannter Unterhaltung und Hochkultur. Er machte Pop, Jazz oder Rock, elektronische oder Neue Musik, sogar große Orchesterwerke hat er komponiert.

1973 Monday Conference

1973 Monday Conference

Als Person ein "Enfant terrible": brillant, grenzwertig, kompromisslos

Zur widersprüchlichen Person Frank Zappa: gleichermaßen brillant wie kompromisslos verband er beißenden Humor mit politischem Scharfblick. Hinter seiner manchmal grenzwertigen Menschenverachtung verbarg sich große Hochachtung vor den kulturellen Errungenschaften menschlicher Zivilisation und der unerschütterliche Glauben an die Ideale von Meinungsfreiheit und Demokratie. Hinter dem "Enfant terrible", als das man ihn sehen wollte, verbirgt sich ein sanftmütiger und besonnener Geist. Er war ein revolutionärer Denker, der die Grenzen der Musik sprengte, aber auch zutiefst konservativ in seinen Werten, ein Patriot und im Glauben an die Institution Familie.

Teilweise nie veröffentlichtes Archivmaterial zeigt Zappas unkonventionellen Umgang im Entertainment

"Frank Zappa - Eat That Question" ist eine temporeiche Hommage, ausschließlich erzählt anhand von Archivmaterial aus 30 Jahren Zappa als Musiker im Betrieb des US-Entertainment. Indem der Film seltene TV-Interviews mit zahlreichen Auftritten überall auf der Welt gegenüberstellt, ergründet er Frank Zappas unkonventionellen und respektlosen Umgang mit den Medien, sein unbändiges Streben nach Erkenntnis, seinen Hang zur charismatischen und bisweilen arrogant wirkenden Selbst-Inszenierung ohne Rücksicht auf seine Außenwirkung.

 

Beat-Club 1960

Beat-Club 1960


Eine vielschichtige Künstlerbiografie mit einem viel zu frühen Ende

Zappa, der sich seit Beginn seiner musikalischen Karriere mit der Presse anlegte und gegen sich aufbrachte, nutzte mehr als andere Musiker jede Gelegenheit, die Medien und ihre Mechanismen bloßzustellen - oder selbst für sich zu nutzen. Er verstand es, seine Themen zu platzieren. Seine bitteren Bemerkungen über Staat und Religion, Musikindustrie und Jugendkultur hinterlassen ein bewegendes, soziopolitisches Bild seiner Zeit.

Das Bildmaterial mit Zappas Auftritten, lange in den Sender-Archiven in Vergessenheit geraten und von Thorsten Schütte in jahrelanger Beschäftigung wieder hervorgeholt, verweist nicht nur auf die großen Stationen einer einzigartigen Karriere, sondern ist ein vielschichtiges Portrait eines der ungewöhnlichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Plakat zum Film

Plakat zum Film

Zappa, der 1993 mit gerade einmal 53 Jahren an Prostatakrebs starb, ist in seiner Haltung und seinen Vorstellungen ebenso wie mit seiner Musik noch immer lebendig. Seine Mission: die Zuhörer aus der Massenkonformität befreien! – Dies ist aktueller denn je.

Produktionsnotiz

SWR Fernsehen am 10.01.2019, 23:15 Uhr

Ein Film von Thorsten Schütte, Produziert von Le Film du Poisson + UFA Fiction, in Koproduktion von SWR, ARTE mit Förderung von CNC, MFG, Procirep Angoa & SVT