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SWR Fernsehfilm "Die Notlüge" Patchwork-Wahnsinn mit Josef Hader

Mann zwischen allen Fronten

In der SWR/ORF Komödie "Die Notlüge" dekonstruieren Regisseurin Marie Kreutzer und Drehbuchautorin Pia Hierzegger lustvoll das Beziehungschaos eines erfolgreichen Medienmannes, der privat den Weg des geringsten Widerstandes geht. Josef Hader versucht den Alltagswahnsinn einer Patchworkfamilie zu bewältigen.

Eigentlich geht es allen gut. Hubert und Helga sind zwar nicht mehr verheiratet. Aber Helga lebt ja nun mit Wolfi, ubert hat Patricia und die gemeinsamen Kinder sind im Patchwork tadellos aufgehoben. Nur Huberts Mutter Marianne weiß von nichts.

Der feste Wille zur Wahrheit

Aber diesmal, beim 80. Geburtstag der herzkranken alten Dame, wird Hubert ihr die Wahrheit sagen. Vor der ganzen Familie. Ein für allemal. Und dann, im richtigen Moment, ergreift er das Wort und lügt.

Nur eine kleine Lüge

Am Anfang steht eine einzige Lüge. Doch durch sie wird offenbar, wie viele kleine Lügen einem gedeihlichen Miteinander der Beteiligten durchaus im Wege stehen. Und so
nimmt das Festessen zu Mutters 80-tem Geburtstag seinen Lauf bis am Ende alle erschöpft, gekränkt, betrunken und verzweifelt sind und selbst nicht mehr ganz so genau wissen, mit wem sie warum zusammen sind oder sein möchten.

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Das Erste 24.1.

Die Notlüge von Marie Kreutzer

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Die Gäste kommen an und werden gleich an der Haustür damit konfrontiert, dass das Geburtstagskind vom Arzt behandelt werden musste. V.l.n.r.: Hubert (Josef Hader), Kathi (Tamara Hollosy), Patricia, Helga (Brigitte Hobmeier), Wolfi (Andreas Kiendl), Paula (Miriam Schwarz) und Luki (Jeremy Miliker).

Die Gäste kommen an und werden gleich an der Haustür damit konfrontiert, dass das Geburtstagskind vom Arzt behandelt werden musste. V.l.n.r.: Hubert (Josef Hader), Kathi (Tamara Hollosy), Patricia, Helga (Brigitte Hobmeier), Wolfi (Andreas Kiendl), Paula (Miriam Schwarz) und Luki (Jeremy Miliker).

Marianne (Christine Ostermayer) ist völlig erstaunt, als sie an ihrem 80.Geburstag erfährt, dass Helga (Brigitte Hobmeier) wieder schwanger ist. Aber sie weiß ja auch nicht, dass Helga und Hubert (Josef Hader) nicht mehr zusammen sind und es sich gar nicht um ein weiteres Enkelkind für sie handelt.

Jetzt wäre der Moment die Wahrheit zu sagen. Stattdessen behauptet Hubert (Josef Hader), dass Patricia (Pia Hierzegger) und Wolfi (Andreas Kiendl) ein Paar sind samt gemeinsamem Sohn Luki (Jeremy Miliker).

Helga (Brigitte Hobmeier) wäre lieber Zuhause geblieben.

Wolfi (Andreas Kiendl), Helgas neuer Freund und Vater ihres ungeborenen Kindes, nimmt die absurde Situation zunächst ganz gelassen hin.

Patricia (Pia Hierzegger), Huberts neue Lebensgefährtin, versucht gute Miene zu dem Verwirrspiel zu machen.

Josef Hader über seien Rolle: "Ich spiele Hubert, einen eher feigen Typen, der jedem Konflikt aus dem Weg geht, aber immer super dastehen will – und diese Kombination macht ihn nicht gerade zu einer sympathischen Figur. Aber es ist ja Gott sein Dank ein Ensemblefilm, und aus dem Miteinander mehrerer vielleicht auch nicht ganz so sympathischer Menschen ergibt sich eine sympathische Familie."

Kathi (Tamara Hollosy) kann nicht fassen, welche Maskerade ihr Vater ausgelöst hat. Aber mit ein wenig Bestechung macht sie mit.

Die Jubilarin Marianne (Christine Ostermayer) hat das sichere Gefühl, dass ihr etwas vorenthalten wird.

Der Bezirksvorsteher (Manuel Rubey) ist zum Gratulieren gekommen, samt Musi fürs Ständchen. Was Traude (Regina Fritsch) ein bisschen mehr erfreut als Hubert (Josef Hader), dem das Gewese auf die Nerven geht.

Das offizielle Geburtstagsfoto mit dem Bezirksvorsteher (Manuel Rubey), Traude (Regina Fritsch), Marianne (Christine Ostermayer), Paula (Miriam Schwarz) und Pflegerin Sonja (Grazyna Dylag)

Regisseurin Marie Kreutzer: "Notlügen gehören doch irgendwie schon zum guten Benehmen. Immer und in jeder Situation ehrlich zu sein, ist weder möglich noch zielführend. In diesem Film reden wir von einer großen Lüge, durch den Alltag helfen uns vielleicht eher viele kleinere, um unnötige Konflikte zu vermeiden."

"Ich bin in einer Großfamilie am Bauernhof aufgewachsen. Für mich haben Familienfeste nichts Bedrohliches." (Josef Hader)

"Gott sei dank, ein Ensemble-Film"

Josef Hader, selbst in einer Großfamilie aufgewachsen, über den Film und seine Rolle: "'Die Notlüge' ist eine Komödie, und bei einer Komödie darf man ruhig ein
bisschen mehr verraten: Ich spiele Hubert, einen eher feigen Typen, der jedem Konflikt aus dem Weg geht, aber immer super dastehen will – und diese Kombination
macht ihn nicht gerade zu einer sympathischen Figur. Aber es ist ja Gott sein Dank ein Ensemblefilm, und aus dem Miteinander mehrerer vielleicht auch nicht ganz so sympathischer Menschen ergibt sich eine sympathische Familie.

Hubert (Josef Hader) mit seiner Tochter Paula (Miriam Schwarz)

Josef Hader über Familienfesten: "Ich bin in einer Großfamilie am Bauernhof aufgewachsen. Für mich haben Familienfeste nichts Bedrohliches." Hubert (Josef Hader) mit seiner Tochter Paula (Miriam Schwarz)

Es ist schon spannend und komisch zugleich, diese verschiedenen Akteure zu beobachten, die alle einen anderen Erkenntnisstand über den Gang der Ereignisse haben und alle ihre eigenen Absichten verfolgen. Das gibt dem Film seinen speziellen Charakter und ist auch das, was mich an dieser Produktion gereizt hat. Da ich nie Theater gespielt habe und es sowohl vom Kabarett als auch vom Filmdreh gewohnt bin, alleine oder mit wenigen Menschen zu arbeiten, hat mich das sehr interessiert."

Pia Hierzegger: vor und hinter der Kamera

Hauptdarstellerin und Drehbuchautorin Pia Hierzegger realisierte mit "Die Notlüge" ihren ersten Spielfilm: "Alles ist für mich recht neu gewesen. Ich habe seit 2012 immer wieder an diesem Drehbuch gearbeitet, das Thema Patchwork hat mich immer schon interessiert. Ich kenne so viele solcher Situationen, das Thema beschäftigt mich.

Patricia ( Pia Hierzegger)

Drehbuchautorin und Schauspielerin Pia Hierzegger

Es hat mich interessiert, mir die verschiedenen Perspektiven anzuschauen, aber ich glaube auch, dass es hier kein Richtig und kein Falsch gibt, sondern dass jeder für sich selbst entscheiden muss. Dass daraus diese Lügengeschichte geworden ist, ist beim Schreiben entstanden. Dabei hat man oft reale Menschen als Vorbilder für die Figuren im Kopf."

Produktionsnotiz

"Die Notlüge" ist eine Produktion von ORF und SWR, hergestellt von epo-film, mit Unterstützung von Cinestyria Filmcommission and Fonds und Film Commission Graz. Das Drehbuch stammt von Pia Hierzegger, Regie führte Marie Kreutzer. Redaktion Susanne Spellitz, ORF und Michael Schmidl, SWR.