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SENDETERMIN So, 3.5.2020 | 2:15 Uhr | SWR Fernsehen

Das Lager - Wir gingen durch die Hölle

(In Tranzit) Spielfilm Großbritannien/Russland 2006

1946 wird eine Gruppe deutscher Soldaten in ein russisches Kriegsgefangenenlager bei Leningrad gebracht, das unter weiblicher Führung steht. Auf Befehl des Oberkommandanten Pavlov soll sich die attraktive Lagerärztin Natascha eingehend um einige der Inhaftierten kümmern, denn Pavlov ist überzeugt, dass sich unter ihnen hochrangige SS-Offiziere verstecken, welche es zu entlarven gilt. Natascha, die sich im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginnen ein Stück Menschlichkeit bewahrt hat, wird bei diesem Auftrag mit ihren ganz persönlichen Empfindungen konfrontiert, als sie sich in den Deutschen Max verliebt - einen der Hauptverdächtigen von Oberst Pavlov.
Das beklemmende Kriegsdrama beruft sich auf authentische Ereignisse und wählt einen historischen Ausschnitt, der im Film so noch nicht zu sehen war: deutsche Kriegsgefangene in einem russischen Frauenlager.

1946, der erste Winter nach Kriegsende: Da man im Gulag keinen Platz mehr findet, wird eine Gruppe von 51 deutschen Wehrmachtssoldaten in russischer Gefangenschaft in ein Frauenlager unweit von Leningrad gebracht. Auch die Führungskräfte sind hier weiblich, unterstehen jedoch dem Oberbefehl des unerbittlichen russischen Kommandanten Pavlov (John Malkovich), der regelmäßige Kontrollbesuche durchführt. Während die meisten ihrer Kolleginnen den deutschen Gefangenen mit unverhohlener Aggression und Ablehnung begegnen, versucht sich Lagerärztin Natascha (Vera Farmiga) ein Stück Menschlichkeit zu bewahren. Sie wehrt sich, die Deutschen nur als Feinde zu sehen, und versucht, ihnen den Aufenthalt so erträglich wie möglich zu gestalten. Diese Bemühungen sind Pavlov ein Dorn im Auge. Er ist ein Meister darin, sich Nataschas Emotionen zunutze zu machen, nicht zuletzt, weil er die Anwesenheit ihres kranken, geistig zurückgebliebenen Ehemannes Andrei (Evgeny Mironov) im Lager duldet. Pavlov, ein hundertprozentiger Stalinist, ist davon überzeugt, dass sich unter den Gefangenen hochrangige SS-Offiziere befinden. Seine Anweisungen sind unerbittlich und klar: Die Kriegsverbrecher müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Ärztin soll das Vertrauen der Männer gewinnen, um deren wahre Identitäten zu entlarven. Dabei fühlt sie sich besonders zu dem Deutschen Max (Thomas Kretschmann) hingezogen, der sich gemeinsam mit seinem Freund Klaus (Daniel Brühl) unter den Inhaftierten befindet und zu Pavlovs Hauptverdächtigen zählt. Während Natascha mit Hilfe des ortsansässigen Geschäftsmannes Yakov (John Lynch) ein Gefangenenorchester gründen lässt und sich die Deutschen schließlich auf einem eigens organisierten Ball als Tanzpartner um russische Kriegswitwen bemühen dürfen, kommen sich auch Max und die attraktive Ärztin immer näher. Das weiß Klaus, der ein falsches Spiel spielt, für seine Zwecke auszunutzen. Denn um einer drohenden Exekution zu entkommen, ist ihm jedes Mittel recht.
Das Spielfilmdebüt des BBC-Dokumentarfilmers Tom Roberts zeichnet sich durch die ungewöhnliche moralische Perspektive und einen anderen Blick auf den Zweiten Weltkrieg aus. Jenseits von propagandistischer Schwarz-Weiß-Malerei und um historische Korrektheit bemüht, dringt Roberts zum menschlichen Kern einer von totalitären Sichtweisen geprägten Ausnahmesituation vor. Innerliche und äußerliche Kälte werden von der Inszenierung spürbar gemacht, die gefühlvollen Aspekte der tragischen Ereignisse wirken durch Zurückhaltung. Zudem kann sich das an Originalschauplätzen entstandene Drama einer hochkarätigen Besetzung rühmen: Neben den deutschen Stars Thomas Kretschmann und Daniel Brühl zeigen Vera Farmiga und John Malkovich großes darstellerisches Format.

Rollen und Darsteller:
MaxThomas Kretschmann
NataschaVera Farmiga
PavlovJohn Malkovich
KlausDaniel Brühl
ZinaNathalie Press
VeraIngeborga Dapkunaite
YakovJohn Lynch
ElenaThekla Reuten
AndreiEvgeny Mironov
OlgaTatyana Yakovenko
PeterPatrick Kennedy
und andere
Kamera:Sergei Astakhov
Musik:Dan Jones
Regie:Tom Roberts
Sendung am

So, 3.5.2020 | 2:15 Uhr

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