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Künstlerbiografie "Beuys" - Provokateur und Idealist

Joseph Beuys, der Mann mit dem Hut, dem Filz und der Fettecke. 30 Jahre nach seinem Tod erscheint er uns als Visionär, der seiner Zeit voraus war und immer noch ist. "Beuys" von Regisseur Andres Veiel ist kein klassisches Portrait. Es ist ein Film über die Kunst, die Bedeutung von Leben und Lebensunterhalt - über das Beuys Universum. Er erteilt dem Künstler selbst das Wort, überlässt ihm die Bühne.

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"BEUYS" | Ein Film von Andres Veiel

Wie Beuys aus Mensch, Kunst und Ideen ein Universum schuf

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BEUYS während der Räumung der Akademie in Düsseldorf, 1972

BEUYS während der Räumung der Akademie in Düsseldorf, 1972

BEUYS bei der Vorbereitung von „Straßenbahnhaltestelle 1961–1976, A Monument to the Future“ für die Biennale in Venedig

BEUYS erläutert Studenten seinen erweiterten Kunstbegriff (ca. 1970)

BEUYS „Infiltration Homogen für Konzertflügel“ 1966

BEUYS in „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“in der Galerie Schmela, Düsseldorf, 1965

BEUYS bei der Pflanzung von „7000 Eichen“ bei der documenta 7 in Kassel 1982

Andres Veiel, Autor und Regisseur

Provokateur und Idealist: "Jeder Mensch ist ein Künstler"

Die Recherche für den Film brachte tausende von Bild- und Tondokumenten ans Licht, die der Film erstmals einem Publikum zur Verfügung stellt. Ein einzigartiges Zeitdokument ist entstanden, in dem der Künstler lebendig wird. Seine Energie, seine Aura, sein ansteckender Optimismus, aber auch die Widersprüche, in denen sein Werk entsteht, werden sichtbar.

2:22 min

Berlinale Trailer "Beuys"

Warum Joseph Beuys? 30 Jahre nach seinem Tod?

Zu Lebzeiten war Joseph Beuys (*1921 ✝1986) der umstrittenste Künstler der noch jungen Bundesrepublik. Beuys war erst berüchtigt, dann berühmt.

Sperrig, provokant und idealistisch folgte er immer und ausschließlich seinem eigenen Regelwerk und prägte den Begriff der Sozialen Skulptur. „Jeder Mensch ist ein Künstler“ - das Leben, die Arbeit und vor allem die Kreativität eines jeden Einzelnen zählt. Er stellte das Geld als Wert in Frage, war Mitbegründer der Grünen und erklärte einem toten Hasen die Kunst. 

BEUYS in „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“in der Galerie Schmela, Düsseldorf, 1965

BEUYS in „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“in der Galerie Schmela, Düsseldorf, 1965

Beuys' erweiterter Kunstbegriff relevanter denn je

Heute, 30 Jahre nach seinem Tod, leben wir inmitten der digitalen Revolution. Die nächste Finanzkrise droht, und die Meeresspiegel steigen. Heute wissen wir, dass Beuys nicht nur der bedeutendste und einflussreichste Nachkriegskünstler ist. Beuys war Visionär, er war seiner Zeit weit voraus, wollte die Zukunft gestalten - durch seine Kunst, seine Politik, seine Lehre. Heute, mehr denn je, brauchen wir Gestalter, die sich trauen, radikale und unbequeme Wahrheiten auszusprechen und dafür einzustehen. 

Joseph Beuys war ein solcher Gestalter. Seine Ideen sind die Blaupause für „Liquid Democracy“ und das radikale Infragestellen einer vermeintlich alternativlosen Finanz- und Wirtschaftsarchitektur.

 BEUYS „Infiltration Homogen für Konzertflügel“ 1966

BEUYS „Infiltration Homogen für Konzertflügel“ 1966

Produktionsnotiz des Dokumentarfilms:

Regie/Buch: Andres Veiel (Black Box BRD, Die Spielwütigen, Wer wenn nicht wir)

Co-Auftragsproduktion SWR/Arte/WDR/zero one film

Länge: 103 Minuten

Weltpremiere Berlinale 2017 / Erstsendung: ARTE 2018

Redaktion: Martina Zöllner (SWR)/Simone Reuter (SWR)/Christiane Hinz (WDR)

Deutscher Filmpreis 2018

Die Koproduktion „Beuys“ unter der Federführung des SWR (SWR/WDR/Arte, Regie: Andres Veiel, Produktion: Thomas Kufus) gewinnt als „Bester Dokumentarfilm“;Stephan Krumbiegel und Olaf Voigtländer werden zudem mit dem Preis für den „Besten Schnitt“ ausgezeichnet.



Andres Veiel, Autor und Regisseur

Andres Veiel, Autor und Regisseur