Bitte warten...

Frohsinn bei Fastnacht, Fasenacht und Karneval Westerwald

Fastnacht im Westerwald? Das klingt so unvertraut, ist doch diese Gegend vor allem für raues Klima und ländlich-ruhiges Lebensgefühl bekannt. Aber dieser zutiefst oberflächliche Eindruck täuscht den Narren-Laien.

Eine Musikkapelle beim Fastnachtsumzug in Höhr-Grenzhausen

Eis und Schnee und Fasenacht

Bekanntlich ist der Westerwald ja von den selbst ernannten Fastnachtshochburgen Mainz, Koblenz und Köln umringt - und das färbt ab. Es heißt zwar: "Lehrer, Pfarrer und Basalt kommen aus dem Westerwald", doch ist das noch lange nicht alles. Denn zwischen November und März schlägt auch hier das Herz im Zeichen der Narren.

Alte Fastnachtsbräuche erhalten

Langen wirren Zeiten trotzend, haben die überwiegend katholisch geprägten Westerwaldgemeinden bis heute ihre alten Fastnachtsbräuche erhalten können. So wird noch immer der Schwerdonnerstag in seiner ursprünglichen Bedeutung gefeiert. Seinen Namen verdankt er dem Umstand, dass an diesem Tag besonders fette Hefekuchen gebacken wurden. Außerdem bevölkern an diesem besonderen Tage die sogenannten "Möhnen" (verkleidete Frauengruppen) die Straßen der Dörfer und Städte.

Ihren Ursprung hat die Möhnen-Fastnacht im Kölner Karneval. Dort verkleideten sich am "fette Donnerstag" die Marktfrauen und trieben ihren Jux mit der von den Männern beherrschten Fastnacht. Auch das traditionelle "Heischen" der Kinder (das Erbitten von Geschenken) zählt zu den überlieferten alten Bräuchen des Westerwalds. Und egal ob Roßbach, Altenkirchen, Montabauer oder Höhr-Grenzhausen: Zwischen Rosenmontag und Aschermittwoch gehören auch im Westerwald wie fast überall Pappnasen und Konfetti zum närrischen Alltag.

Regionale Unterschiede

Feiernde Mädels auf einem Motivwagen beim Fastnachtsumzug in Höhr-Grenzhausen

Gefeiert wird bei jedem Wetter

Doch aufgepasst: Je nach Region bezeichnen die Westerwälder die "tollen Tage" unterschiedlich - so feiern einige Fastnacht, andere Fasenacht und wieder andere gar Karneval. Gemeinsam ist ihnen allerdings der Hang zum rheinischen Frohsinn. So finden Kappensitzungen, Maskenbälle und Elferräte bei den sonst eher als konservativ geltenden "Wellern" regen Zuspruch. Genau wie in Köln und Mainz feiern auch hier Prinzen und Prinzessinnen nach ihrer Wahl zusammen mit ihren "Untertanen" den Beginn der Fastenzeit ausgiebig und nicht weniger feucht-fröhlich als in anderen Fastnachtsregionen. Und das ist ja auch gut so.