Zugplakettchen 2020 (Foto: SWR)

Symbolträchtige Figuren Zugplakettchen in der Mainzer Fastnacht

Seit 1950, als nach dem zweiten Weltkrieg erstmals wieder ein Rosenmontagszug stattfand, erscheint jedes Jahr pünktlich zur Kampagneneröffnung am 11.11. das Zugplakettchen - immer in den typischen Fastnachtsfarben, aber in verschiedenen Formen und Varianten ausgestaltet.

Mit dem Erlös aus dem Verkauf wird inzwischen rund ein Drittel des gesamten Rosenmontagszugs finanziert. Zwar gibt es schon seit 1960 keine wirklichen "Plakettscher" aus Blech mehr, sondern kleine Plastikfiguren, die vielfältige Themen aus der Fastnacht symbolisieren. Der Begriff ist allerdings geblieben.

Zugplakettchen der Mainzer Fastnacht

Zugplaketten (Foto: SWR)
Das erste Zugplakettchen (noch aus Blech und mit Anstecknadel) zum ersten Rosenmontagszug der Nachkriegszeit 1950 inklusive dem jährlich wechselnden Motto zur Kampagne: "Lachen spende, Trübsal wende." Bild in Detailansicht öffnen
Mit dem Jahr 1959 endete die die Ära der Plaketten aus Blech. Ab dann wurden die Plaketten aus Plastik hergestellt. Beim Motto war Kopfrechnen angesagt: "Auf nach Mainz zum Prinzenpaar im 11 x 11. Jubeljahr." Bild in Detailansicht öffnen
Das Plakettchen des Jahres 1962 hatte das 2.000-jährige Bestehen von "Moguntia" zum Thema und das Motto wollte der Welt zeigen, was typisch ist für Mainz: "Sehnse, des is määnzerisch!" Bild in Detailansicht öffnen
1971 wurden erstmals zwei verschiedene Figuren als Zugplakettchen gestaltet, der Trommler aus der Prinzengarde und der Flötist aus der Ranzengarde. "Tradition und neuer Schwung, Määnzer Fastnacht allzeit jung!" war der Slogan der Narren. Bild in Detailansicht öffnen
In den Jahren 1972 und 1973 wurden die Plaketten immer aufwändiger und in zahlreicheren Varianten produziert, zum Beispiel mit berittenen Gardisten aus der Prinzengarde und der Garde der Prinzessin. Das Motto 1972 war dagegen eher sparsam: "Mainz besuchen, Freude buchen." Bild in Detailansicht öffnen
Im Jahr 1974 gab es ein weiteres Novum - das Prinzenpaar stand Pate für das Zugplakettchen. "Mainz und Fassenacht ein Begriff, komm’ fahr mit im Narrenschiff!" war das Motto der Kampagne. Bild in Detailansicht öffnen
Mit dem "Hannebambel" war der erste Schwellkopp, eine Traditionsfigur der Mainzer Fastnacht seit den 1920er Jahren, als Zugplakettchen präsentiert worden. Die unendlich vielen farblichen Varianten der Figur aus dem Jahr 1985 begeistern Sammler bis heute. "Mainz macht Spaß - Wetten, daß...?" war das Motto, das in die Zeit passte. Bild in Detailansicht öffnen
Im Jahr 1986 wurde die Schwellkopp-Tradition mit "Tante Eulalia" fortgesetzt. Wie ihr Vorgänger "Hannebambel" trat auch sie mit einer Vielzahl von Hüten und Jacken in den verschiedensten Farben auf - und begeisterte damit die Plakettchen-Sammler. Begleitet wurde die große Garderobe von einem knackig kurzen Motto: "Werd' eins mit Mainz!" Bild in Detailansicht öffnen
Die "Pulverdutt" setzte 1992 die Schwellkopp-Tradition fort und war ebenfalls mit Hut und Jackett in mehreren Kombinationen der vier traditionellen Fastnachtsfarben zu haben. Als Motto gab es eine klare Gebrauchsanweisung für die Fastnacht: "Wer sich selbst zum Narren macht, feiert echte Fassenacht." Bild in Detailansicht öffnen
Im Jahr 2000 kam der berühmte Mainzer Johannes Gutenberg als Denkmal zu Zugplakettchen- und Motto-Ehren: "2000 tanzt die Narrenschar um Gutenberg und Prinzenpaar." Bild in Detailansicht öffnen
2005 sind zwei Mainzer Kicker die Zugplakettchen-Stars der Kampagne, zu Ehren des 100jährigen Bestehens des 1. FSV Mainz 05. Und wie es sich gehört, präsentieren sich die Figuren im Heim- und im Auswärtstrikot. Das Kampagnen-Motto war natürlich auch auf die 05er gemünzt: "Nullfünfer un die Fassenacht, sin wie de Dom fer Meenz gemacht." Bild in Detailansicht öffnen
Drei Clowns waren die Zugplakettchen der Kampagne 2014 mit dem Motto "Fußball oder Fassenacht, Humba ist für Meenz gemacht". Das Trio mit drei Sakkofarben war ein Novum und sollte nach MCV-Wunsch erstmals nicht nur Sammler dazu bringen, alle drei Figuren zu erwerben und damit die Finanzierung des Zuges zu sichern. Bild in Detailansicht öffnen
"Es Lisbetche" ist die Zugplakette der Kampagne 2015. Die Figur, die zur Schwellköpp-Familie gehört, wurde in drei Farbvarianten (Stola in gelb, rot und blau) und mit blinkender Nase angeboten. Überschrieben war die Fastnacht mit dem Motto "Hier bin Narr, ich darf ich's sein - an Fassenacht in Mainz am Rhein." Bild in Detailansicht öffnen
"De Dom gehört zu Meenz am Rhoi, wie Fassenacht, Weck, Worscht un Woi" - passend zum Motto der Fastnachts-Kampagne 2016/17 hieß das neue Zugplakettchen schlicht und einfach "De Dom". Bild in Detailansicht öffnen
Motto der Fastnachts-Kampagne 2017/18: "So wie der Mond die Nacht erhellt, strahlt Mainzer Fastnacht in die Welt" Bild in Detailansicht öffnen
2018-19 heißt das Motto in Mainz: "Der Gardisten bunte Pracht erfreut ganz Meenz an Fassenacht." Bild in Detailansicht öffnen
Mit viel Herz ist das Zugplakettchen der Fastnachtskampagne 2020 gestaltet, passend zum Motto: "Humor ist Meenzer Lebensart, mit Herz und Toleranz gepaart." Bild in Detailansicht öffnen

Hinzugekommen ist ein eigenes Motto, das den Verkauf von derzeit rund 43.000 Exemplaren pro Jahr ankurbeln und so den Rosenmontagszug auch zukünftig sicherstellen soll: "Lebensfreude pur, sin die Plakettcher an de Schnur, drum tut se eifrig kaafe, sonst tut de Zug net laafe."

Erwerben kann man die symbolträchtigen Figuren während der Kampagne in einigen Mainzer Geschäften, vor allem aber bei den mobilen Plakettchen-Verkäufern, die mit ihren Bauchläden zwischen November und Anfang März in den Straßen und Kneipen von Mainz unterwegs sind.

Verkäufer von Zugplaketten (Foto: SWR)

Oft bieten die ehrenamtlichen VerkäuferInnen neben den aktuellen Anhängern auch noch echte Schätze aus früheren Kampagnen an, die besonders für eingefleischte Sammler interessant sind. Denn irgendeins der mittlerweile über 100 erschienenen Plakettchen fehlt doch fast jedem noch....

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