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Laufenburg liegt an beiden Ufern des Rheins. Und obwohl es im 1801 geschlossenen Frieden von Lunéville zwei Nationen (Deutschland und der Schweiz) zugeschlagen wurde, feiern die Narren ihre Fasnet bis heute gemeinsam. Wen wundert's, haben sie das doch schon seit 1386 getan.

Damals wurde die "Altfischerzunft" gegründet und 1924 neu organisiert - auf beiden Seiten des Rheins gibt es seitdem einen Zunftrat. Eine weitere Besonderheit der Laufenburger Fasnet ist die "Tschättermusik". Die soll es bereits seit 1611 geben.

Am ersten faißen Dunnschtig, dem dritten Donnerstag vor Fastnacht, erschallen um sechs Uhr früh die durchaus rhythmischen Klänge der Tschättermusik zum ersten Mal: Richtige Instrumente werden nicht benutzt, dafür alles, was irgenwie Krach macht. Noch am Morgen nehmen die Narren die traditionelle Mehlsuppe zu sich, am Nachmittag dürfen die Kinder Tschättermusik machen und am Abend tun's noch einmal die Großen.

Auch am zweiten Faißen spielt die Tschättermusik. Wenn sie dies am dritten Faißen tut, beginnen die Haupttage des lustigen Feierns. Nachdem der Salm (ein Fisch) am Ufer des Rheins gelandet ist, wird die alte Städtelefasnet, die durch strenge Rituale geprägt ist, eröffnet.

Historische Foto der Narro-Altfischerzunft 1386 Laufenburg von 1933 (Foto: Narro-Altfischerzunft 1386 Laufenburg)
Historische Aufnahme der Narro-Altfischerzunft aus dem Jahr 1933 Narro-Altfischerzunft 1386 Laufenburg

Eine länderübergreifende Angelegenheit

An den nächsten Tagen pendeln die Narren permanent über die Rheinbrücke von einem Land ins andere: Am Freitag treffen sich die Guggen in der Schweiz, am Samstag geht's zur Stadtfasnet auf die deutsche Seite. Der Umzug am Sonntag wird auf beiden Seiten begangen und die Kinder treffen sich zu ihrem Umzug am Montag wieder auf der Schweizer Seite. Der unsichere Besucher stellt sich am besten auf die Brücke und schaut, in welche Richtung die Narren ziehen.

Am Fasnetsdienstag findet das Feiern mit dem eindrucksvollen Narro-Laufen seinen krönenden Abschluss. Für die Kinder ist dies ein besonderer Spaß: Sagen sie fleißig Narrensprüche auf, bekommen sie jede Menge Leckereien geschenkt. Am Abend spielt noch einmal die Tschättermusik groß auf und um Mitternacht wird die Fasnet schweren Herzens dem Feuer übergeben.

Figuren in der Laufenburger Fastnacht

Narro

Mal lächelnd oder grinsend, mal traurig und weinend geht der Laufenburger Narro durch die engen Gassen des Städtchens. Seine Maske stammt ursprünglich aus dem ausgehenden 17. Jhd. und ist somit eine der ältesten im deutschen Südwesten. Dazu trägt der Narro ein buntes Blätzlikleid.

Narrönin

Sie ist eine Art Mutter der Narren und tritt als Einzelfigur auf. Ihr Kleid und ihre Larve dürfen nie von einem Mitglied der Zunft, sondern nur von einem Freund derselben getragen werden.

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