Bitte warten...
2 Kajakfahrer auf dem Altrhein

Unterwegs im Altrheingebiet von Speyer nach Karlsruhe Reiseroute

Einer der sich auf dem Wasser sehr gut auskennt ist Björn Goldschmidt. Der Weltmeister im Kanufahren gewann bei den Olympischen Spielen 2008 im 4-Kanu die Bronzemedaille. Er weiß also, wie man sich auf dem Wasser bewegt und ein Boot steuert. Den Sport gelernt hat er in dem Verein Rheinbrüder in Karlsruhe. Zusammen mit Björn Goldschmidt und in einem Kajak startet unsere Moderatorin Anna Lena Dörr ihre Expedition in die Dschungel-Landschaft der Altrheinarme. 

Naturbelassener Altrheinarm

Naturbelassener Altrheinarm

Während das Boot über das Wasser gleitet ziehen Enten und Schwäne vorbei. Björn Goldschmidt liebt und schätzt diese unberührte Natur, die man hier noch erleben kann.

Es ist also nicht nur der Sport, der ihn auf das Wasser zieht. Er erzählt unserer Moderatorin, dass man hier auch Kormorane, Blesshühner oder sogar einen der seltenen und scheuen Eisvögel antreffen kann.

Dabei paddelt man eigentlich die ganze Zeit direkt neben der viel befahrenen Wasserstraße Rhein. Aber gefühlt ist man währenddessen eher Mitten im Nirgendwo, sagt er.

Rheinbrüder Karlsruhe e. V.
Hermann-Schneider-Allee 49b, 76189 Karlsruhe
Tel.: 0721 92091700
www.rheinbrueder.de

Wer sich selbst einmal ein Kanu oder ein Kajak mieten möchte und diese leise, beeindruckende Landschaft aus nächster Nähe genießen will, dem sei geraten, neben Sonnenschutz auch einen guten Mückenschutz mitzunehmen.

In dem Naturschutzzentrum Karsruhe-Rappenwörth erfährt der Besucher vieles über die Entstehungsgeschichte des Rheins, die Ökologie der Auen und deren Gefährdung durch den Menschen. Um darüber mehr zu erfahren, hat sich unsere Moderatorin Anna Lena Dörr mit dem Leiter der Station, Andreas Wolf direkt vor Ort in den Flussauen verabredet.

Von ihm erfährt sie, dass die Altrheinarme zu den artenreichsten Biosystemen überhaupt zählen. In den natürlichen Flussauen gibt es die unterschiedlichsten Bedingungen für Flora und Fauna. Manche Stellen sind extrem heiß andere wiederum eher kühl, manche Gebiete sind extrem trocken andere wiederum eher feucht-kühl. Für ein vielfältiges und buntes Leben von Tieren und Pflanzen ist das natürlich eine ideale Voraussetzung.

Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört
Hermann-Schneider-Allee 47, 76189 Karlsruhe
Tel.: 0721/95047-0
Fax 0721/95047-47
www.nazka.de

Ein Dauerbewohner der Altrheinarme ist übrigens der Urzeitkrebs. Das winzige Tierchen lebt hier schon sehr, sehr lange, genauer gesagt schon seit ca. 220 Millionen Jahre. Dank reichhaltiger Naturschutzmaßnahmen wird ihm diese Landschaft hoffentlich auch lange erhalten bleiben.

Um so eine Landschaft zu schützen braucht es nicht nur Biologen und Wissenschaftler, sondern auch Ordnungshüter, die sich darum kümmern, dass kein Mensch der Natur zu nahe rückt oder sie sogar verschmutz.

Das ist die Aufgabe der Wasserschutzpolizei, die hier in den Altrheinarmen regelmäßig mit dem Boot Streife fährt oder zur Not auch mal den Landgang einschlägt.

Wasserschutzpolizei Karlsruhe
Nordbeckenstr. 19, 76189 Karlsruhe
Tel.: 0721/597150
Fax: 0721/5971529
www.polizei-bw.de

Eine weitere Möglichkeit, die viel verzweigte Wasserlandschaft zu überwachen bietet der Hubschrauber. Von oben bekommen die Polizisten natürlich den ganz großen Überblick über die Region. Dabei arbeitet die Wasserschutzpolizei mit den Kollegen der Hubschrauberstaffel zusammen. Die Beobachter in der Luft können per Funk gezielt die Polizisten auf dem Wasser zur Gefahrenstelle lotsen. Bei einer Kontrolle darf unsere Moderatorin Anna Lena Dörr mit dabei sein und bekommt die Chance, diese einmalige Flusslandschaft aus der Vogelperspektive zu betrachten.

Der Rhein ist übrigens die weltweit meist befahrene Binnenwasserstraße. Bei Karlsruhe passieren pro Jahr etwa 70.000 Schiffe. 

Kies-Bagger im Altrhein bei Rheinzabern

Goldgräber

Neben den geschützten Altrheinarmen findet man viele Kieswerke entlang des Flusses. Die kommerzielle Nutzung des Rheins beschränkt sich nicht nur auf den Schiffsverkehr. Ein ganz besonderes Kieswerk besucht unsere Moderatorin in Rheinzabern.

Hier wird als Beiprodukt der Sand- und Kiesförderung auch nach Gold gesucht. Und wirklich, was nach diversen Förderbändern und Zentrifugen von einem Haufen Rheinschlamm übrig bleibt ist feinstes Rheingold. Die Firma Holcim in Rheinzabern ist das einzige Unternehmen, das dafür die Genehmigung erteilt bekommen hat.

Holcim (Süddeutschland) GmbH
Dormettinger Str. 23, 72359 Dotternhausen
Tel.: 7427/79-0
Fax: 7427/79-201
www.holcim-sued.de

Eine andere "Nutzung" des Gewässers war und ist das Fischen. Für die Berufsfischer war die Rheinbegradigung im 19. Jahrhundert ein Nachteil. Für die vielen Hobbyangler von heute sind die Altrheinarme ein beliebtes und geschütztes Angelrevier.

Unsere Moderatorin Anna Lena Dörr geht mit dem Profiangler Daniel Katzoreck auf die Pirsch. Und zwar auf die Hecht-Pirsch. Der Hecht steht als Raubfisch ganz oben in der Nahrungskette der Flussauen. Um ihn zu fangen benötigt man also einen anderen Fisch, zum Beispiel einen Plastikfischköder. Der kann auch mal eine ganz unnatürliche Farbe haben, den Fisch soll das nicht stören. Angeblich. Anna Lenas Köder ist pink. Aber ob man damit wirklich einen tollen Hecht angeln kann?

Anna Lena Dörr mit Hechtköder im Gesicht

Anna Lenas Köder

Daniel Katzoreck
Wiener Str. 7a, 76344 Eggenstein-Leopoldshafen
Tel.: 07247/3984146
www.raubfisch-xxl.de

Wo früher Treidler mühsam die Schiffe flussaufwärts zogen kann man heute bequem wandern. Auch zu Fuß lässt sich die mystisch anmutenden Fluss- und Auenlandschaft sehr gut erkunden. Vorbei an blühenden Wiesen, uralten Eichen und Buchen führt der Rundweg entlang der Haupttrasse des Rheins und quer durch die Auenlandschaft.

Südpfalz Tourismus
Verbandsgemeinde Rülzheim e.V.
Am Deutschordensplatz 1, 76761 Rülzheim
Tel.: 07272/7002-1068
Fax 07272/7002-91068
www.suedpfalztourismus-ruelzheim.de

Die nächste Etappe führt unsere Moderatorin Anna Lena Dörr in die Festungsstadt Germersheim. Erbaut wurde die Festung im 19. Jahrhundert an einem strategisch wichtigen Knotenpunkt am Rhein. Heute finden auf der noch gut erhaltenen Festung vor allem im Sommer viele kulturelle Veranstaltungen statt.

Weißenburger Tor der Festung Germersheim

Weißenburger Tor der Festung Germersheim

Tourismus-, Kultur- und Besucherzentrum
Weißenburger Tor
Paradeplatz 10, 76726 Germersheim
Tel.: 07274/9738-170 bis 73
Fax: 07274/9738-199
www.germersheim.eu

Die andere Attraktion, die von Germersheim aus startet ist eine Fahrt in einem "Nachen". Ein "Nachen" ist ein kompaktes, flaches Boot. Schiffe mit einem geringen Tiefgang sind praktisch für Binnenschifffahrt und eignen sich sehr gut für die Erkundung der zahlreichen Altrheinarme.

In den geschützten Feuchtgebieten entdeckt man aber nicht nur zahlreiche Vögel, sondern auch unzählige Libellenarten. In den Auen können sich die schillernden Insekten ungestört entfalten.

Blick auf breiten Altrheinarm

Hier fährt man am besten mit einem Nachen.

Nachenfahrten werden angeboten über das Tourismusbüro in Germersheim und werden von einem sachkundigen Bootsführer begleitet. Für Schulklassen und Kinder gibt es Sonderfahrten.

Termine und Buchungen: Tel.:  07274-9738-172 oder 9738-173, www.germersheim.eu.

Wer den Altrheindschungel lieber bei frischem Kaffee und hausgemachtem Kuchen erleben möchte, für den bietet sich eine Erlebnisfahrt auf der "Pfälzerland" an. Die Tour mit dem Ausflugsschiff beginnt auf dem Rhein bei Speyer und führt anschließend in die Altrheinarme. Die "Pfälzerland" kann auch gechartert werden und bietet bis zu 200 Personen Platz.

Personenschifffahrt Streib - Speyer
Werner Streib
Martinskirchweg 2, 67346 Speyer
Tel.: 06232/71366
Fax: 06232/621866
Mobil: 0171/1234889
www.personenschifffahrt-streib.de

Anna Lena Dörr mit Schnakenexperte

Anna Lena bei der Schnakenbekämpfung

Und zum guten Schluss bleibt noch ein Thema: Mücken.

Wie bei jeder guten Expedition in einen Dschungel hatte auch unsere Moderatorin Anna Lena Dörr viele unliebsame Begegnungen mit summenden blutsaugenden Insekten, die besonders zahlreich und intensiv waren, da sie in diesem Jahr aufgrund des vielen Hochwassers, ideale Brutbedingungen vorfanden und teilweise noch vorfinden.

Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. (KABS) hat sich zur Aufgabe gemacht, die Vermehrung dieser stechenden Plagegeister einzudämmen. Dafür benutzen sie keine Chemie, sondern ein Bakterium, das die Entwicklung der Larven verhindert.

KABS e.V.
Georg-Peter-Süß-Str. 3, 67346 Speyer
Tel.: 06232/99095-0
Fax: 06232/99095-22
www.kabsev.de

Die Entwicklung dieser Bekämpfungsmethoden war und ist ihnen wichtig. Denn so kann man die Artenvielfalt in diesem einzigartigen Biotop erhalten aber gleichzeitig eine Schnakenplage, wie sie sonst unweigerlich in diesen Hochwasser-Sommer entstanden wäre, verhindern. Und mit dem Klimawandel könnten solche Extremhochwasser sogar häufiger vorkommen als wir uns das wünschten.

Buchcover: Expedition in die Heimat

Expedition in die Heimat

Der Begleitband zur TV-Sendung

Das Begleitbuch zur Expedition gibt es im Buchhandel