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Schafe machen glücklich

Schafe mit dickem Winterpelz

Schafe mit dickem Winterpelz

Ein Schaf ist nicht dumm. Auch wenn der Volksmund das arme Tier als ein solches verspottet. Aber es ist sehr geduldig und duldsam. Das macht es zum Sinnbild des Opfertiers. Als Nutztier lebt das Schaf schon sehr lange in der Nähe des Menschen. Lebend gibt es uns Milch und Wolle, geschlachtet essen wir das Fleisch und nutzen sein Fell. Unsere Moderatorin Anna Lena trifft sich mit jemanden, der seine Schafe sogar so sehr schätzt, dass er seine Herde auf seinen rechten Arm hat tätowieren lassen. Schäfer Finn Ole Stephan ist Herr über 400 Schafe. Die meisten tragen nur eine Nummer am Ohr, eines allerdings hat einen Namen von ihm bekommen: Hilde. Sie hört sogar auf ihn, wenn er sie ruft. Dann kommt das brave Schaf blökend angerannt und lässt sich ausgiebig streicheln. Gegen eisige Wintertemperaturen schützt die Schafe ihr dicker Winterpelz. Die erwachsenen Tiere stehen Tag und Nacht auf der Weide, nur die trächtigen Muttertiere, die kurz vor der Geburt sind, kommen in den Stall. Dort sind sie und die Lämmchen vor Wind und Kälte geschützt.

Finn Ole Stephan kennt weder Feierabend noch Urlaub, erfährt Anna Lena Dörr. Aber auf Urlaub hätte er wahrscheinlich eh' nicht so viel Lust, sagt er. Er würde sie vermissen, seine Schafe. Finn Ole Stephan hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.

Als Weidetiere dienen Schafe übrigens auch der Landschaftspflege. Ihr geruhsames und  ständiges Fressen hält das Gras auf den Wiesen kurz und die Büsche klein, auch im Winter.

Informationen zum Berufsbild des Schäfers:

Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz
Haus der Landwirtschaft
Burgenlandstraße 7
55543 Bad Kreuznach
Tel.: 0671-793-0
Fax: 0671-793-1199

Internet: www.lwk-rlp.de


Fressen für die Artenvielfalt

Esel

Esel auf der Schmidtenhöhe bei Koblenz

Andere Tiere fressen ebenfalls auf umzäunten Weiden für Artenvielfalt und Landschaftspflege. Die nächste Etappe ihrer Expedition in die Winterwelt der Tiere führt Anna Lena Dörr zu Wildpferden und Heckrindern auf der Schmidtenhöhe bei Koblenz. Aus dem ehemaligen Truppenübungsplatz ist ein wahres Naturparadies geworden, auch dank der immer fresswilligen Heckenrinder und Pferde. Sie verhindern eine Verbuschung, sind aber zahlenmäßig so gering, dass sie nicht alles kahl fressen. Damit sorgen sie für viele Pflanzen- und Tierarten, die hier die unterschiedlichsten Lebensräume vorfinden.

Die robusten Heckrinder sind imposante Tiere. Stolz und grimmig und mit gewaltigen Hörnern stehen sie neben dem Auto, in dem Anna Lena Dörr sich etwas zurückgezogen hat, während Andreas Haberzettl, ein Mitglied der NABU Gruppe Koblenz sie mit Brötchen aus der Hand füttert. Frieren tun diese Tiere auch nicht. Sie tragen einen dicken Pelz und – im Gegensatz zu anderen Tieren, die Anna Lena auf ihrer Expedition noch kennen lernen wird, haben sie sich einen guten Winterspeck angefuttert. Für Tiere draußen im Freien überlebenswichtig, denn Fett schützt nicht nur, es nährt auch.

Zu dem betreuten Beweidungsprojekt des NABUs gehören ca. 46 Rinder und 10 Pferde. Das Gelände umfasst 120 ha und ist auch das Winterquartier von über 100 Vogelarten. Durch das Gebiet sind Wanderwege angelegt.

Naturschutzbund NABU Koblenz und Umgebung
56337 Eitelborn
Tel./Fax: 02620-15394

Auch Esel fressen sehr gerne und das dürfen und sollen sie in der Mortkaute bei Bingen. Durch die Ausgrabungen für den Autobahnbau sind Ende der 70er Jahre wertvolle Feuchtbiotope entstanden, die heute gepflegt und geschützt werden und dadurch zahlreichen Arten als Heimat dienen. Hier verrichten 12 Esel ihren Dienst als 365 Tage „Out-Door-Fress-Landschaftsgärtner“. Wie das Schaf ist auch der Esel ein tierischer Geselle, der den Menschen schon seit Urzeiten als Nutztier begleitet.

NABU-Zentrum Rheinauen
An den Rheinwiesen 5
55411 Bingen
Tel.: 06721-143 67

Daunen – das Winterkleid der Vögel

Aber wie ergeht es den Vögeln im Winter? Einen richtigen Pelz haben sie ja nicht. Dafür haben sie ein dickes Daunengefieder, das sie bei Wärmebedarf aufplustern. Am Dreifelder Weiher im Westerwald trifft sich Anna Lena Dörr mit dem Vogelexperten Dominik Eulberg. Von ihm lernt Anna Lena viel über Vögel. Zum Beispiel, dass sie normalerweise ihre Körpertemperatur zwischen 38 und 42 Grad liegt. Ihre Beine hingegen haben eine Temperatur von ca. 4 Grad. Sie sind nicht richtig durchblutet. Deshalb können die Vögel auch auf Eis laufen, ohne dass ihre Füße fest frieren.

Der Biologe und Ornithologe Dominik Eulberg kennt sich übrigens nicht nur mit den gefiederten Freunden aus, sondern auch mit Songs. Seine zweite Leidenschaft gilt der Musik. Er ist DJ.


Auch Zootiere brauchen Wärme

Schimpansen trinken Tee

Schimpansen im Landauer Zoo trinken Tee

Erdmännchen haben einen Bau, in den sie sich auch zurückziehen können, wenn es draußen kalt ist. Allerdings muss einer davor immer Wache schieben. Das gehört sich so, das ist Erdmännchen-Sicherheitspolitik, auch wenn sich die Kolonie inmitten des Landauer Zoos befindet. Man weiß ja nie, wer oder was da gerade so um die Ecke kommt.

Für das Dienst habende Tier hat man im Zoo im Winter für etwas Wärme gesorgt. Über dem Hügel und dem tierischen Wächter hängt eine Infrarot-Wärmelampe. Erdmännchen sind nämlich eigentlich Steppentiere.

Eine andere Tierart im Landauer Zoo mag es lieber kälter und ungestört. Die Landschildkröten finden hier ihr Winterquartier in umgebauten Kühlschränken. Die Schimpansen hingegen freuen sich wie wir Menschen, an kalten Wintertagen ein Schluck heißen Tee zu bekommen.

Der Zoo in Landau in der Pfalz ist aber mehr als ein Vergnügungspark mit Tieren. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Bildungsarbeit. Das Angebot richtet sich gezielt an Kindergärten und Schulklassen, die hier etwas zu den Themen Umwelt-, Arten- und Tierschutz erfahren können. Darüber hinaus bietet die Zooschule eine umfangreiche Ausbildung für angehende Lehrer, Diplompädagogen und Umweltwissenschaftler an, die sich auf den o.g. Themenfeldern praxisnah weiterbilden möchten.

Zoo Landau in der Pfalz
Hindenburgstraße 12
76829 Landau in der Pfalz
Tel.: 06341-13-7010
Fax: 06341-13-7009


Abhängen in Höhlen - Wie Fledermäuse überwintern

Zwergfledermaus auf Annas Hand

Eine Zwergfledermaus auf Annas Hand

Anna Lenas nächstes Expeditionsziel ist das Winterquartier für Fledermäuse. Sie haben es nicht ganz so behaglich wie die Erdmännchen und benötigen einen guten Futtervorrat auf ihren feinen Rippen, um über den Winter zu kommen. Das Mayener Grubenfeld ist Deutschlands größtes und wichtigstes Überwinterungsquartier für Fledermäuse. Ursprünglich wurden in der Höhle aus festem Basaltstein große Mühlräder gehauen. Danach diente die Höhle lange als Lagerstätte und Bierkeller. Heute übernachten hier die Fledermäuse, geschützt und überwacht von einem Naturschutz-Großprojekt des NABU. Normalerweise, so erfährt Anna Lena Dörr, sind diese Höhlen im Winter mit Tausenden von Tieren gefüllt. In diesem Winter sieht es leider etwas anders aus. Nur 50-100 Tiere sind hier in ihrem Quartier. Der letzte Winter war sehr lang und kostete damit einigen Fledermäusen ihr Leben, erfährt sie. Denn als die Fledermäuse erwachten und die Höhle verließen, gab es draußen noch kaum Insekten. Viele waren wegen des Hungers geschwächt oder hatten Totgeburten. Insekten sind eben nicht nur Schädlinge. Als Teil einer Nahrungskette sind sie für andere Tiere lebensnotwendig.

Deshalb müssen vor allem in diesem Winter die Naturschützer um jedes einzelne Fledermausleben kämpfen. In der Nähe gibt es eine Tierarztpraxis, die sich auf diese Tiere spezialisiert hat. Kranke oder schwache Tiere werden hier aufgepäppelt, um dann später in die Freiheit entlassen zu werden. Dr. Andreas Kiefer zeigt Anna Lena ein Exemplar, dass noch in seiner Obhut bleiben muss. Die kleine Fledermaus wiegt gerade mal 3 Gramm! Für eine Entlassung in die Freiheit bräuchte sie aber mindestens 5 Gramm. Es wird bei ihr wohl noch etwas dauern, bis sie raus darf. Anna Lena Dörr kann sogar ihre kleinen feinen Rippen spüren, als sie sie streichelt.

Naturschutzgroßprojekt Mayener Grubenfeld
Dr. Andreas Kiefer
Kirchstr. 11
56754 Dünfus
Tel.: 02672-9089909

Eine Tierart, die sich im Winter richtig wohl fühlt, sind Schlittenhunde. Schnee und Eis sind ihr eigentliches Terrain. Viele Expeditionen ins ewige Eis wurden früher von diesen Tieren begleitet. Sie zogen die Schlitten der Forscher, beladen mit Ausrüstungsgegenständen und Nahrungsmittel.

Heute ziehen diese Hunde immer noch die Schlitten der Menschen, allerdings dann doch meist eher als Freizeitsport ihrer Besitzer. Das möchte Anna Lena Dörr natürlich auch mal ausprobieren. Eine rasante Fahrt auf einem umgebauten Quad beginnt. Auf der Übungsstrecke erreicht das Gespann eine Geschwindigkeit von gerade mal 35 km/h. Auf gutem Schnee allerdings können Hunde und Schlitten durchaus 60 km/h schnell sein. Übrigens sind nicht nur Alaska Huskys als Schlittenhunde geeignet, auch skandinavische Pointer aus Norwegen sind ideale und belastbare Renn-/Zugtiere.

Rheinland-Pfälzischer Schlittenhundesportverein e.V.

1. Vorstand: Manfred Wetzel
Potsdamer Straße 42
68623 Lampertheim OT Hofheim
Tel.: 06241-80747
Fax: 06241-985381

Internet: www.rssv.de


Rückzugsort Garten

Gartenschläfer im Vogelhäuschen

Ein Gartenschläfer im Vogelhäuschen

Bardo Petry hat auch einen Hund, mit dem er arbeitet. Eine kleine Parson Russell Terrier Hündin mit dem Namen Cindy, die allerhand Kunststücke von ihm gelernt hat. Sie ist offensichtlich kein Tier, das im Winter ruhiger wird. Sie ist ein kleines Energiebündel, das ständig nach Aufgaben sucht.

Für die Tiere, die es im Winter eher ruhiger brauchen, hat Bardo Petry seinen Garten naturnah gestaltet. Bei ihm können Igel, Siebenschläfer, Eichhörnchen, Insekten und Frösche ungestört ihren Winterschlaf halten. Anna Lena Dörr lernt dort einiges über das Verhalten der Tiere im Winter: Zum Beispiel, dass Frösche, die im Teich abgetaucht sind, über ihre Haut atmen; dass Siebenschläfer auch gerne mal eingewickelt in Moos im Nistkasten schlafen und dass die Farbe der grünen Laubfrösche im Winter zu braun wechselt.

Weitere Auskünfte zu dem Thema, wie gestalte ich meinen Garten für Tiere zum Winterparadies, erhält man beim Naturschutzbund:

Ansprechpartner (NABU-Gruppe Bingen)
Bardo Petry
Tel.: 06725 -4504

Ansprechpartner (NSZ Rheinauen)
Robert Egeling
An den Rheinwiesen 5
55411 Bingen-Gaulsheim
Tel.: 06721-14367 oder 06721-10004


Überwintern im Nutzwald

Hirsch

Hirsch und Rehe trotzen der Kälte

Und im Wald? Dort stehen den Tieren ja keine bequemen Insektenhotels oder Nistkästen zur Verfügung, die sie für sich im Winter als Rückzugsort nutzen können. Was machen diese Tier dann? Sie bauen sich ihre eigenen Höhlen, wie der Dachs zum Beispiel, erfährt Anna Lena Dörr von Förster Gunnar Wolf. In dem 900 Hektar großen Wirtschaftswaldgebiet leben auch Rehe, Hirsche, Wildschweine, Füchse, Hasen und Dachse. Gunnar Wolf zeigt Anna Lena wo Wildscheine sich suhlen, Plätze, wo Rehe sich zur Ruhe legen und – den Dachsbau einer alten Dachsdynastie. Die unterirdische Höhle ist ca. 80-100 Jahre alt, erfährt sie. Regelmäßig reinigen die Dachse sie von eingeschlepptem Laub und Steinen. Man erkennt es daran, dass es dann vor dem Bau wie ordentlich „gefegt“ aussieht.

Landesforsten Rheinland-Pfalz
www.wald-rlp.de

Forstamt Rheinhessen
Friedrichstr. 26

55232 Alzey

Tel.: 06731-9967-40
Fax: 06731-9967-420