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Aussicht Gelbachtal

SENDETERMIN Fr, 25.10.2019 | 20:15 Uhr | SWR Fernsehen

Expedition in die Heimat Natürlich im Gelbachtal

Bäume reden, Vögel zwitschern und Anna Lena Dörr mittendrin, ganz natürlich im Gelbachtal. Im südlichen Westerwald in Montabaur startet sie ihre Expedition. Von da aus schlängelt sich der Gelbach 40 Kilometer bis er östlich von Nassau bei Obernhof in die Lahn mündet.

In Isselbach, einem noch teils durch Fachwerkhäuser geprägten Dorf, stellt Dietlinde van Walm ihr Silpan her. Ein Mittel, das den Pflanzen Kraft geben soll. Die Inhaberin ist bereits 80 Jahre alt, trotzdem arbeitet sie in ihrem kleinen Familienbetrieb immer noch mit. Martin Lunz ist mit seiner Lebensgefährtin Nadine sieben Jahre mit dem Fahrrad quer durch die Welt gereist, bevor sie sich freiwillig für ein Zuhause im Gelbachtal entschieden haben.

Bär

Bärig: Der Wild- und Freizeitpark Westerwald

Die tierische Attraktion im Wild- und Freizeitpark Westerwald sind die beiden Braunbären Sally und Purzel. Zum Kuscheln sind sie allerdings weniger geeignet, auch wenn sie ausschauen wie flauschige Teddybären. Bären sind Raubtiere, die trotz ihrer zur Schau gestellte Behäbigkeit, sehr flink hinter ihrer Beute herjagen können. Aber es gibt dort noch andere Tiere. Insgesamt leben auf dem 64 Hektar großen Gelände über 20 heimische oder ehemals heimische Tierarten.

Mitten in der Natur, in Karlsheim am Gelbach, kommen seit 90 Jahren Kinder- und Jugendgruppen zusammen, betreut vom Bistum Limburg. Hier trifft Anna Lena Kinder, die ein Floß bauen, aber nicht nach einem vorgegebenen Plan, sondern so, wie sie denken, dass es gebaut werden muss. Teamarbeit ist gefragt. Martin Lunz betreut das Projekt. Er ist Outdoor-Trainer und Erlebnispädagoge. Auf einer 50.000 qm großen Fläche bilden 36 Ferienhäuser den Kern des Familiendorfs und der Bildungsstätte. Insgesamt stehen den Besuchern dort zwölf Seminar- und Tagungsräume zur Verfügung, sowie eine hauseigenen Bildhauerei, Töpferei und Kapelle.

Anna Lena Dörr und Philipp Schiefenhövel

Anna Lena Dörr und Philipp Schiefenhövel auf der Suche nach Buchfink und Co.

Vom Familiendorf geht Anna Lena Dörrs Expedition wieder zurück in den Wald und auf die Wiese. Dort trifft sie sich mit Philipp Schiefenhövel. Er ist Ornithologe und Naturschutzreferent im Buchfinkenland, wie das Gelbachtal ebenfalls genannt wird. Aus dem für uns fröhlichen Gezwitscher hört er jeden einzelnen Vogel heraus und unterscheidet zwischen Paarungsgesängen und Revierkampfrufen. Mit ihm lernt Anna Lena Dörr die speziellen Töne der Vogelstimmen zu erkennen und bekommt die Nester der Ufervögel am Gelbach zu sehen. Das Buchfinkenland im Westerwald erstreckt sich über die drei Ortsgemeinden Gackenbach, Horbach und Hübingen. In Hübingen hat auch Brigitte Stein ihr Atelier. Ihre Skulpturen entstehen vor allem aus Holz.


Baumstammskulptur

"Mystische Bäume"

Bäume sind auch seine Leidenschaft: Andreas Hase. Ihn trifft Anna Lena dann auch mitten im Wald. Für Andreas Hase sind Bäume mehr als Holzlieferanten. Sie reden miteinander, warnen sich gegenseitig vor Schädlingen und lassen beim Wachsen ihren Zöglingen den Vorsprung. Klingt mystisch, für jemanden wie Andreas Hase ist das aber selbstverständlich. Andreas Hase ist auch Buchautor und ehemaliger Hausleiter des Feriendorfs Hübingen. Er bietet meditative Wanderungen durch Wälder an, auf der Grundlage seines Buches "Mystische Bäume".

"Frühlingserwachen im Gelbachtal!
Wie herrlich leuchtet mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne!
Wie lacht die Flur!"
Mailied von Johann Wolfgang Goethe (Goethe war im Jahr 1815 an der spektakulären Aussicht, die heute Goethepunkt heißt)

Wein wächst an der Lahn nur bei Obernhof und Weinähr. Heute gibt es nur noch fünf Winzer rund um den Goetheberg. Einst kam der Wein von den Mönchen des Kloster Arnstein ins Gelbachtal. Sie brachten den Wein aus Burgund mit. Heute werden die alten Weinberge rekultiviert.