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Sendung vom 25. Februar 2014 Neues von Uhu-Dame Lotte

Verliebt wie Romeo und Julia

Seit sechs Jahren beobachten wir mit der Kamera Uhu-Dame Lotte und ihre Familie. Jetzt ist Lotte wieder gesichtet worden, vielleicht klappt es ja auch mit Nachwuchs.

5:38 min | Di, 25.2.2014 | 18:15 Uhr | natürlich! | SWR Fernsehen RP

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Neues von Uhu-Dame Lotte

Seit sechs Jahren beobachten wir mit der Kamera Uhu-Dame Lotte und ihre Familie. Jetzt ist Lotte wieder gesichtet worden, vielleicht klappt es ja auch mit Nachwuchs.

Sie schauen ganz schön verliebt aus der Wäsche. Auch wenn wir sie nachts nur in schwarz-weiß beobachten können, scheint sie unsere Videokamera beim Turteln überhaupt nicht zu stören. Indiskret? Nein! Und wenn, dann sind wir es schon lange!

Die Beobachtungskamera

Die Beobachtungskamera

Es geht um Lotte, unsere Uhu-Dame. Sie ist mit ihrem Angebeteten so gut drauf, als ob sie neu verliebt wäre. Und weil Liebe ja bekanntlich durch den Magen geht, bringt unser Uhu-Romeo seiner Julia ständig Brautgeschenke mit - Leckerbissen eben nach Uhu-Art. Lotte ist sichtlich angetan und bereitet im Gegenzug schon eifrig die Nistmulde vor. Wobei Uhus eigentlich keine Nester bauen. Trotzdem hat unsere Lotte es gerne ein bisschen geschützter und legt sich die Steine zurecht, damit die Eier nicht so leicht wegkullern.

Dass wir den Eulen-Alltag überhaupt so hautnah mit erleben können, verdanken wir unserer Internet-Kamera, die wir vor sechs Jahren in einem über 90 Meter hohen Felsvorsprung im Ahrtal installiert haben. Mit dabei einer der erfahrensten Eulen-Experten Deutschlands, Stefan Brücher. Seitdem kann jeder weltweit und rund um die Uhr zuschauen, was sich bei Uhus zu Hause alles so abspielt. Insgesamt schlüpften elf Eulen-Küken aus dem Ei, wurden aufgezogen und irgendwann beringt und starteten von hier aus in ihr eigenes großes Abenteuer Leben.

Installation der Kamera

Die Installation der Kamera war gar nicht so einfach

Wir mussten aber auch dramatische Augenblicke miterleben. Als zum Beispiel ein Weinberghubschrauber Uhu-Mama Lotte so sehr erschreckte, dass sie sich für Tage nicht mehr zurück traute und die Jungen zu verhungern drohten. Einen der drei Kleinen kostete es das Leben. Letztes Jahr dagegen gab es so gut wie gar nichts zu sehen. Lottes Brutnische blieb leer. Wie überhaupt die Hälfte aller Uhu-Horste in Rheinland-Pfalz. Schlechte Wetterbedingungen und ein mieses Mäusejahr machten unseren größten Eulen das Leben alles andere als leicht.

Auch der Versuch von Stefan Brücher, Lotte ein verwaistes Uhu-Küken zur Adoption anzubieten, funktionierte nicht. Der kleine Piepmatz konnte ihre Muttergefühle nicht wecken und musste schließlich in der Wildvogel-Pflegestation in Kirchwald aufgezogen werden - bis er im September endlich wieder frei gelassen werden konnte. Ansonsten verirrte sich höchstens mal eine kleine Eidechse in die verwaisten Felsenburg.

Uhu im Bau

Uhu im Bau

Für die neue Brutsaison musste die ganze Spezialtechnik noch mal auf Vordermann gebracht werden: die Optik geputzt, die Kabel überprüft, die Infrarotscheinwerfer ausgewechselt und die Kamera richtig ausgerichtet. Beste Voraussetzungen, auch in diesem Frühjahr wieder zu Gast sein zu können bei unserer Eifeler Uhu-Familie. Und das, wann immer wir wollen.