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SENDETERMIN Di, 28.5.2019 | 14:15 Uhr | SWR Fernsehen

Folge 565 75 Jahre Glacier Express

Von Gletscher zu Gletscher mit dem "langsamsten Schnellzug der Welt": eine Reise durch die 75-jährige Geschichte des berühmtesten Schweizer Gebirgszuges mit Sommer- und Winterbildern

Mit dem berühmten Schweizer Gebirgszug durch Sommer und Winter von St. Moritz nach Zermatt oder umgekehrt, vom Matterhorn zum Piz Bernina, also von Gletscher zu Gletscher - eine Reise mit dem Glacier Express.

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Folge 565

Impressionen der Strecke von Andermatt nach Reichenau-Tamins

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Jubiläumslok Fideris im Bahnhof Chur, dem Zentrum des Kantons Graubünden.

Jubiläumslok Fideris im Bahnhof Chur, dem Zentrum des Kantons Graubünden.

Jubiläumslok Fideris. Sie bietet den größten Luxus in unserer schnellen Zeit - "Langsamkeit".

Der Speisewagen Stiva Retica ist ein besonderes Schmuckstück der Rhätischen Bahn.

Speisewagen Stiva Retica - innen: Er ist rustikal eingerichtet und rundum mit hellem Holz vertäfelt. Er lädt allein schon durch sein Ambiente zum Verweilen ein.

Der älteste Wagen der Rhätischen Bahn ist der nostalgische Pullmanwagen. Er hat an den Wänden Holz-Intarsien und bequeme Ohrensessel.

Das ist der modernste Panoramawagen der Rhätischen Bahn, der Pano 2005. Er wurde am 3. September 2005 in Andermatt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wir nutzen diese Gelegenheit, die Strecke Andermatt bis Reichenau-Tamis in Bildern zu präsentieren. Andermatt, 1436 Meter über dem Meer, liegt im Urserental im Kanton Uri. Die Grenze zu Graubünden verläuft am Oberalppass.

Die Zahnrad-E-Lok der Matterhorn Gotthard Bahn bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Andermatt in Richtung Oberalppass.

Anstieg zum Oberalppass: Die Straße und Bahntrasse schlängelt sich in mehreren Kehren hinauf.

Der Blick zurück, hinunter ins Urserental und auf Andermatt, ist traumhaft.

Einfahrt in den Tunnel.

Blick auf den Dammastock-Gletscher 3630 Meter hoch.

Die Station Nätschen liegt 1843 Meter über dem Meer. Während unten im Tal längst alles im Schatten liegt, genießt man am Aussichtspunkt Nätschen noch die letzten Sonnenstahlen.

Der Gemsstock-Gletscher, 2961 Meter hoch, ist leider etwas diesig.

Die Bahntrasse ist hier vor Lawinen und Steinschlag gut geschützt. Am Eingang ist das Wappen von Uri gut zu erkennen.

In gemächlicher Fahrt geht es am Oberalpsee vorbei. Zu beiden Seiten ragen Felsengipfel auf, Grasmatten bedecken die Hänge. Eine karge Landschaft, von der ein ganz besonderer Reiz ausgeht.

Einfahrt in die Station Oberalppass. In etwa 1,5 Stunden kann man auf einem leichten Weg ostwärts zum Toma-See hinabwandern. Er gilt als Quelle des Vorderrheins.

Erneut drosselt die Lok ihr Tempo, um mit ihren Zahnrädern in der Zahnstange eingeklingt langsam den Pass herunterzuklettern. In der kahlen Landschaft weiden Schafe.

Diese von Roman Abt gestaltete Steighilfe beruht auf dem Prinzip einer zweilamelligen Zahnstange mit 120-mm-Teilung. Die Gestänge sind um einen halben Zahn gegeneinander versetzt. Auch das Antriebszahnrad der Lok ist zweigeteilt und kann daher wesentlich größere Kräfte übertragen als bei einer einfachen Lamellen-Zahnstange. Federnd gelagerte Zahnstangen-Platten und verschiebbare Zahnstangen-Module sorgen für einen sehr schonenden Ein- und Auslauf an den Nahtstellen.

Bergspitzen hinter Rueras. Hier kann der Zug wieder ohne Zahnstangen fahren.

Blick auf den Piz Medel, 3211 Meter hoch, mit Gletscher.

Im Bahnhof Disentis, 1130 Meter über dem Meer, ist ein etwa zehn- bis fünfzehn-minütiger Betriebshalt nötig, da die Lokomotive gewechselt werden muss. Die "Bergsteigerin" der MGB macht Platz für die RhB-Lok.

Ausfahrt des Gegenzuges. Gleich hinter der Station hakt sich die Lok mit einem deutlich hörbaren "Klong" in die Zahnstange ein.

Rückblick auf das Benediktinerkloster Disentis.

Trun, 852 Meter über dem Meer, ist ein Ort mit Geschichte. Hier befindet sich der "Bündner Rütli", eine Wiese mit einem Ahornbaum, auf der sich 1424 der "Graue Bund" zum Kampf gegen die adeligen Unterdrücker zusammengeschlossen hat.

Läutewerk in Ilanz, 698 Meter über dem Meer.

Wir durchfahren jetzt die Vorderrheinschlucht, den "Grand Canyon" der Schweiz, rätoromanisch "Rinaulta" genannt.

Rheinschlucht mit Kanufahrern: Helles Gestein in bizarren Formen säumt das Flußbett und die Bahnstrecke. Wildwasser- und Raftingfreunde kommen hier ins Schwärmen.

Dieses faszinierende Naturdenkmal kann auch auf gut markierten Wegen in ca. 1,5 Stunden flußaufwärts erwandert werden. Immer wieder mit herrlichen Ausblicken auf die Felsen, den Fluss und die Bahn.

In Reichenau-Tamins fließen die beiden Quellflüsse des Rheins, der Vorder- und der Hinterrhein, zusammen.

Knapp acht Stunden, über 291 Brücken, durch 91 Tunnels und auf den 2033 Meter hohen Oberalppass - nur einige Superlative dieser 290 Kilometer langen Eisenbahnfahrt.

Eine Panoramafahrt durch die Hochalpen im Herzen der Schweiz verbunden mit der Geschichte dieses Luxuszuges.