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SENDETERMIN Mi, 15.5.2019 | 14:45 Uhr | SWR Fernsehen

Folge 555 Steirische Schienenstränge

Die Steiermark bietet für Eisenbahnfans gleich mehrere Highlights. Wir dampfen auf der schmalspurigen Feistritztalbahn zwischen Weiz und Birkfeld. Auf einer Fahrt mit dem "Stainzer Flascherlzug" lernen wir die Geschichte dieser Lokalbahn kennen.

Die Murtalbahn ist ein Kleinod, das sich schmalspurig durch das liebliche Murtal schlängelt. Und für Fans lohnt sich der Ausflug auf die Mixnitz-St. Erhard-Bahn. Normalerweise fahren hier nur noch Güterzüge. Extra für Eisenbahn-Romantik wird aber ein Personenzug eingesetzt.

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Winter in der Steiermark

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5 Tage lang hat uns Schnee, Sonne und blauer Himmel auf der Sonderfahrt begleitet. Eine Traumreise.

5 Tage lang hat uns Schnee, Sonne und blauer Himmel auf der Sonderfahrt begleitet. Eine Traumreise.

Seit 2001 steht sie unter Denkmalschutz: die Dampflokomotive 671. Stolze 145 Jahre hat sie auf dem Buckel. 1860 wurde sie in Wien gebaut.

In der Steiermark wird Dampf großgeschrieben. 2003 gründete sich der Dachverband „Bahnerlebnis Steiermark“ in dem Museumseisenbahnen, Gartenbahnen und auch Modelleisenbahnclubs organisiert sind und Lobbyarbeit gegenüber Politik und Medien betrieben wird. Auch der Stainzer Flascherlzug gehört dazu. Er fährt seit 1892 durch die Weststeiermark.

Für die 11 Kilometer lange Strecke benötigt der Zug eine Stunde, da geht es eben gemütlich zu und führte schon 1951 zur Einstellung des Personenverkehrs.

Stainzer Flascherlzug - Wagen "Höllerhansl". Anfang der 30er Jahre reisten Kranke mit dem Zug zum Dr. Höllerhansl. Er hatte die Gabe, aus den mitgebrachten Urinflaschen Krankheiten herauszulesen. Die Patienten brachten nicht nur ihre eigenen Urinflaschen mit, sondern gleich die Urinproben von Nachbarn und Verwandten. Durch diese Unmengen von Flaschen hat der Zug seinen umgangsprachlichen Namen erhalten: Flascherlzug.

Neben Dampfloks fahren heutzutage eher moderne Murtalbahnen wie diese hier.

Lippizzaner - seit 85 Jahren werden sie in der Steiermark gezüchtet. Ursprünglich kommen sie aus Lippizza, im heutigen Slowenien.

Fotografenkette: Ganz brav der Reihe nach marschierten die vielen Hobby-Fotografen auf der Jagd nach einem schönen Foto.

Die Gegend von Weiz in der Nordoststeiermark ist bekannt für ihr Obst. Und deswegen wurde u.a. auch das Bähnchen, die Feistritztalbahn, gebaut. So konnte die Ernte einfacher in die Landeshauptstadt Graz transportiert werden.

Wahrscheinlich ist die Feistritztalbahn die einzige österreichische Lokalbahn, die ohne staatliche Zuschüsse auskam.

Doch der 1911 gebauten Strecke drohte in den 90er Jahren das Aus. Und es gründete sich der Club 44, Freunde der Feistritztalbahn.

Über den 276m langen Grub-Viadukt wird die Reise zu einem Erlebnis.

Die Spurweite von 760 mm wird „bosnische Spur“ genannt. Zu Zeiten der Monarchie hätten Lokomotiven im Falle eines Krieges in Bosnien eingesetzt werden können. Heute dampfen dafür bosnische Loks durch die Steiermark.

Murtalbahn Dampflokomotive Bh.1: Ende des 19. Jahrhunderts nahm man sich in Österreich dem Lokalbahnwesen an. Um die wirtschaftlichen Nachteile von Seitentälern ohne Bahnanschluss nicht all zu groß werden zu lassen, wurden Schmalspurbahnen gebaut.

Ab 1896 wurde das gesamte Schwarzenberg’sche Holz mit der Bahn transportiert, was ihr hohe Zuwachsraten bescherte. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen LKW den Holztransport. Zwei Drittel des Frachtaufkommens bestand bis dahin aus Holz. Der Personenverkehr spielte damals schon keine große Rolle mehr.

Fotolinie an der Feistritztalbahn: Während unserer Sonderzugreise warteten viele Fotografen auf DAS besondere Bildmotiv.

Wir sind nun 70 Kilometer westlich von Donawitz auf der Murtalbahn. Sie ist mit 65 Kilometern die längste Strecke der Steiermärkischen Landesbahnen. Auf der Murtalbahn wurden bereits 1968/69 die ersten Dampfsonderfahrten Österreichs durchgeführt und das nicht nur passiv.

In dieser herrlichen Landschaft wurde der «Zug als Tourismus-Lokomotive» schon früh erkannt. 1897, drei Jahre nach der Eröffnung der Bahn, kam der „Illustre Führer der Murtalbahn heraus.

Die Gegend wurde als „Wintersportplatz“ vermarktet.

Der Bergbau hat in der Steiermark eine lange Tradition. Und so verdankt ihm auch die kleine Bahn von Mixnitz-Bärenschützklamm nach St. Erhard ihre Existenz.

E-Lok 2: 1913 fuhr der erste Zug. Von Anfang an ist die Bahn elektrisch betrieben und im Besitz der Veitschen Magnesitwerke AG, heute RHI Refractories.

E-Lok-Parade: 70 Prozent des in Breitenau gewonnenen Sinters werden auf LKW verladen und etwa 30 Prozent auf Steirischen Schienensträngen abtransportiert. Und solange das so bleibt, wird es das Bummelbähnchen auch noch lange geben.

Die Steiermark bietet aber auch für Nichteisenbahner allerhand Sehenswertes - allem voran die historische Altstadt der Landeshauptstadt Graz, ein UNESCO-Weltkulturerbe. In Bärnbach steht eine kleine Dorfkirche, gestaltet von Meister Hundertwasser.

Das Bundesgestüt Piber züchtet die berühmten Lipizzaner für die Spanische Hofreitschule in Wien.