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SENDETERMIN Sa, 14.7.2018 | 15:45 Uhr | SWR Fernsehen

Folge 903 Die ukrainischen Karpaten – Dampf und mehr (2/2)

Die Reise mit der russischen Breitspurlokomotive L3535 führt uns mitten in die Karpaten, an Bord eine Gruppe internationaler Eisenbahnenthusiasten. Der Bahnhof der westukrainischen Kleinstadt Kolomea ist Ausgangspunkt für zwei Dampfabenteuer der besonderen Art – zunächst in östlicher Richtung zur Brücke über den Dnister bei Salischtschyky, dann nach Südwesten über Vorochta nach Rachiv durch die bergige Heimat der Huzulen.

Unterwegs ist das Kamerateam zu Besuch bei einer Familie, die das traditionelle Handwerk der Webens gemeinsam betreibt; im Ostereiermuseum von  Kolomea schaut es einer Ostereier-Restauratorin über die Schulter, und im Karpatsky Nationalpark, zu Füßen des Howerla, ist es Gast bei einer Umwelt- und einer Wetterstation auf einem der Ausläufer des höchsten Bergs der Ukraine.

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Die ukrainischen Karpaten - Dampf und mehr

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Begonnen hat die Reise südwestlich von Kiew in der Zentralukraine, auf Strecken des einstigen Schmalspurnetzes rund um das Städtchen Haivoron: fast alle sind umgespurt auf 1520 mm, nur ein kleiner Rest mißt noch 750mm.

Begonnen hat die Reise südwestlich von Kiew in der Zentralukraine, auf Strecken des einstigen Schmalspurnetzes rund um das Städtchen Haivoron: fast alle sind umgespurt auf 1520 mm, nur ein kleiner Rest mißt noch 750mm.

An der ehemaligen galizischen kuk-Lokalbahn "Luschany - Salischtschyky" überqueren wir die Eisenbahnbrücke über den Dnister.

Deutlich zu sehen, die Steigung der Strecke. Kolomyja liegt auf 300 m, Jaremce auf rund 580, in Vorochta werden es 748 m sein. Die Lok hat zu arbeiten.

Weiter geht es nach nach Wyhoda, zur letzten Waldbahn der ukrainischen Karpaten in Betrieb. Im Depot stehen die Überreste eines einst florierenden Unternehmens.

Weitere traurige Überreste eines einst florierenden Unternehmens.

Hinter dem einzigen Personenwagen jede Menge Langholzwagen – so fahren die Waldarbeiter montags die Holzschlagstellen an, verbringen dort die Woche und kommen freitags mit den Holzladungen wieder zurück. Zur Zeit ziehen russische Dieselloks der Baureihe TU8 die Last.

Nach einem halben Tag Fahrt sind wir dann doch noch an einer Holzverladestelle angekommen. Die Hälfte der Ladung gehört der Forstverwaltung Vyhoda, den Rest verarbeitet eine private Firma zu Pressspanplatten – und damit hört irgendwie die Romantik auf.

Im Kurort Morschyn: Als „galizisches Spa“ wurde das Städtchen zu Zeiten der kuk-Monarchie bekannt, später unter den Sowjets, und ist es bis heute. Ohne Plastikflasche trifft man hier fast niemanden an.

Mit Wehmut geht unsere Reise in die Karpaten zuende – durch einen Landstrich, der außer Eisenbahn auch anderes zu bieten hat.

Für Eisenbahnfreunde interessant ist neben den herrlichen Dampfbildern dieser Reise auch die dieselbetriebene Waldbahn von Vyhoda. Sie ist die letzte ihrer Art, die noch zum Holztransport benutzt wird, hat aber auch ihren Nutzen im Tourismus entdeckt. Ganz in ihrer Nähe liegt der kleine Kurort Morschyn mit seinem heilenden Wasser, das tief aus der Erde kommt. Seine Wirkung hat vor über 140 Jahren ein Deutscher entdeckt.