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SENDETERMIN Di, 19.3.2019 | 15:15 Uhr | SWR Fernsehen

Folge 840 XL Mit dem Zug durch Myanmar

Myanmar, das ehemalige Burma, öffnet sich nach einer knapp 50jährigen Militärherrschaft langsam wieder für Ausländer. Spannend und praktisch gleichermaßen kann man das unbekannte Land mit der Eisenbahn entdecken ...

 Nachdem Besuch der Shwedagon Pagode, dem Nationalheiligtum Myanmars, beginnt unser Schienenabenteuer in Yangon. Morgens um sechs fahren wir los  Richtung Mandalay. Inmitten von Mönchen und Händlern schaukelt der Zug durch flaches Land, geprägt von Reisfeldern. In Bago lernen wir eine Python kennen, von der es heißt, sie sei die Reinkarnation Buddhas. Immer weiter Richtung Norden kommen wir nach Naypyidaw, der neuen Hauptstadt des Landes. Sie wurde aufgrund eines Wahrsagers an dieser Stelle gebaut. Lange war der Bau geheim. Heute leben auf einer Fläche fünf Mal so groß wie Berlin knapp eine Million Menschen. Sie können auf 20spurigen Straßen zur Arbeit fahren können.

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Folge 840 XL

Schienenabenteuer Myanmar- Entdeckungsreise in Asien

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Die gute 500 Kilometer lange Fahrt wird rund 12 Stunden dauern. Die Bahnfahrt kostet umgerechnet etwa vier Euro, der Bus ist mehr als doppelt so teuer.

Die gute 500 Kilometer lange Fahrt wird rund 12 Stunden dauern. Die Bahnfahrt kostet umgerechnet etwa vier Euro, der Bus ist mehr als doppelt so teuer.

Gok Hteik Viadukt mit einer Höhe von fast 111 Metern der Stolz der Myanma Railways

Durch das nördliche Shan-Land

Vorbei an einem der unzähligen Reisfeldern

Die tiefe Religiosität ist allgegenwärtig und ein ständiger Reisebegleiter in Myanmar. Die Burmesen verstehen sich als Lieblingsvolk Buddhas.

Jahrzehntelang war Myanmar isoliert. Erst 2011 wurde das Land durch politische und wirtschaftliche Reformen geöffnet. Das hauptsächlich landwirtschaftlich geprägte Myanmar sieht im Tourismus eine große Zukunft.

Die indischen Lokomotiven sind sehr gut geeignet, weil sie sehr stabil sind und selten kaputt gehen. Sie wackeln auch nicht so stark, deshalb nutzen wir auf der Strecke Yangon-Mandalay hauptsächlich diese Loks.

Mit ihr tritt ein burmesischer Junge in die Fußstapfen Buddhas, d.h. er geht zum ersten Mal im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren ins Kloster und wird Mönch. Die Novizen bleiben einige Zeit im Kloster, um wie Mönche zu leben, bevor sie zu ihren Eltern zurückkehren

Thanakha ist eine Art Allheilmittel – Körperpflege, Schminke und Medizin in einem.

Ein Geschäft, denn viele Burmesen legen großen Wert auf gepflegte Kleidung und ziehen jeden Tag ein frisches Hemd an.

Was für die Menschen weniger angenehm ist, hat für Eisenbahnfreunde etwas Gutes. Durch die Jahrzehnte währende Mangelwirtschaft wurde museale Technik konserviert. 

In Pyontanza stehen heute die letzten Dampflokomotiven. Leider ist keine mehr in Betrieb. Es besteht jedoch noch Hoffnung, dass die ein oder andere Lokomotive in Zukunft wieder dampfen wird

Die Menschen kommen hierher und spenden Geld. Mit dem Geld soll die Schlange Pagoden bauen. Die Menschen können dann erlöst werden.

Der erste Zug auf der Hauptstrecke Richtung Mandalay ist bereits um vier Uhr abgefahren.

Der Fahrkartenschalter ist ab ca. 5 Uhr 30 geöffnet, für Touristen empfiehlt es sich allerdings, die Tickets einen Tag vorher zu kaufen und sich mit dem liebevoll geschriebenen Fahrplan ein wenig anzufreunden.

Die Shwedagon Pagode gilt als Wahrzeichen des Landes und ist Pilgerstätte für Buddhisten aus aller Welt. Fast 100 Meter hoch und mit rund 60 Tonnen Gold überzogen, hier sollte jeder Burmese einmal im Leben gewesen sein.

In Thazi steigen wir um. Nun beginnt der Aufstieg nach Shwenyaung, nahe dem berühmten Inle-See. Bei einer Bootsfahrt auf diesem touristischen Highlight beobachten wir Einbeinfischer bei ihrer Arbeit, außerdem besuchen wir die berühmten schwimmenden Gärten.

Zurück auf der Hauptstrecke erreichen wir Mandalay, zweitgrößte Stadt Myanmars und letzte Hauptstadt des burmesischen Königreiches. Hier beobachten wir Goldklopfer bei ihrer ehrenwerten Arbeit und genießen anschließend den Sonnenuntergang am Ayerwady-Fluss.

Am nächsten Tag morgens um vier Uhr beginnt für viele Touristen der Höhepunkt: der Zug verlässt den Bahnhof Richtung Hsipaw im nördlichen Shan-Staat. Diese Region nahe der chinesischen Grenze ist landschaftlich besonders eindrucksvoll und auch die Menschen fühlen sich hier als etwas ganz Besonderes. In Pyin U Lwin warten alte Gharries, bunte Kutschen, auf Touristen - eine Erinnerung an die britische Kolonialzeit, als dieser Ort als kühler Sommeraufenthalt geschätzt wurde.


Über eine der höchsten Eisenbahnbrücken der Welt - dem 111 Meter hohen und fast 800 Meter langen Gok Hteik Viadukt fahren wir weiter im Schritttempo. Noch vor wenigen Jahren waren hier Kameras aus militärischen Gründen tabu.
In Hsipaw endet unser Schienenabenteuer – wir sind eingeladen bei einer Shan-Hochzeit bei der sich die Braut Kinder, Glück und Gesundheit wünscht.