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SENDETERMIN Mo, 7.10.2019 | 14:15 Uhr | SWR Fernsehen

Folge 967 Straßburg, grenzenloser Schienenverkehr

Straßburg: geschichtsträchtige Stadt an der Grenze zu Deutschland und mit ihren vielen europäischen Institutionen neben Brüssel die Hauptstadt Europas. Um diese vielfältige Stadt zu entdecken, bietet es sich an, die „tramways“, die Straßenbahnen zu nutzen. Sie gelten als Paradebeispiel für die Renaissance der Straßenbahnen in Europa seit den 1990er Jahren.

Als die Tramway 1994 eröffnet wurde, nahm die Stadt dies zum Anlass einer Neugestaltung der Verkehrsführung. Große Bereiche der Innenstadt wurden autofrei, während die Straßenbahnen durch das Herz der Stadt rollen.
Die Straßenbahn wird von der „compagnie des transports strasbourgeois“ kurz CTS betrieben. Ihre futuristisch anmutenden Niederflurwagen ähneln einem Hochgeschwindigkeitszug mehr als einer Straßenbahn und wurden schnell zu einer Touristenattraktion.

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Straßburg, grenzenloser Schienenverkehr

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Eine Straßenbahn der CTS, der Straßburger Verkehrsbetriebe, überquert eine Brücke in der Straßburger Innenstadt.

Eine Straßenbahn der CTS, der Straßburger Verkehrsbetriebe, überquert eine Brücke in der Straßburger Innenstadt.

Eine Eurotram Niederflurstraßenbahn von Bombardier, wie sie in Straßburg seit 1994 im Einsatz ist.

Eine Straßenbahn, hier ein Citadis Triebwagen, hält am Place de la République, vor dem Staatstheater.

Blick von oben auf die Gleise und Hallen des Straßburger Hauptbahnhofes. Er wurde 1883 eröffnet, als Straßburg noch Teil des deutschen Kaiserreiches war.

Zugbetrieb in den Gleisen vor dem Straßburger Hauptbahnhof. Im Vordergrund ein TGV Triebwagen der preisgünstigen Marke „ouigo“ der französischen Staatsbahn SNCF. Dahinter ein ICE sowie ein Regionalzug „TER“ der SNCF.

In der Haupthalle des Straßburger Hauptbahnhofes die allegorische Frauenfigur „Industrie“, die als Symbol für die Industrie eine Lok in der Hand hält. Ihr Gegenpart ist die Landwirtschaft.

Glasfenster in der historischen Fassade des Straßburger Hauptbahnhofes.

In den Jahren 2006-07 wurde der Bahnhof Straßburg umgebaut. Unter anderem wurde eine gewölbte Glasfassade vor das ursprüngliche Empfangsgebäude gesetzt. So entstand ein großer, lichtdurchfluteter Vorraum.

Eine Straßenbahn fährt auf der Beatus Rhenanus Brücke über den Rhein von Straßburg nach Kehl. Im Jahr 2017 wurde die Verlängerung der Straßburger Tram D nach Deutschland eröffnet. Die Stahlbrücke mit ihren 20 Meter hohen Bögen ist der Stolz der beiden Städte und bringt Straßenbahnen sowie Fußgänger und Radfahrer von Deutschland nach Frankreich und umgekehrt.

Im Hafen von Kehl unterhält die Kehler Hafenverwaltung eine eigene Henschel-Lok zum Rangieren auf ihrem Betriebsgelände.

Der Betriebshof Cronenbourg der CTS ist einer von drei Betriebshöfen - der älteste und größte – hier befindet sich die Zentralwerkstatt mit insgesamt 10 Gleisen, hauptsächlich werden die Trams der Linien A und D hier gewartet.

Eine Straßenbahn überquert einen der vielen Straßburger Kanäle auf der Brücke „Pont du Paris“.

Im Zuge der Wiedereinführung der Straßenbahn Anfang der 1990er Jahre wurde das Verkehrskonzept der Innenstadt Straßburgs komplett überarbeitet und der Autoverkehr weitgehend aus der Innenstadt verbannt. Die Grand Rue, oder Langstross auf elsässisch, ist heute Fußgängerzone und Einkaufsmeile im Herzen der Stadt.

Das Fahrrad ist in der Straßburger Innenstadt neben den Straßenbahnen seit der Verkehrsberuhigung ebenfalls ein beliebtes Fortbewegungsmittel.

Zahlreiche Schwäne hatten in den ersten Jahren der Straßburger Trams Unfälle, als sie mit Oberleitungen kollidierten und abstürzten. Heute werden solche Unfälle durch eine gemeinsame Initiative von Vogelschützern und der CTS verhindert.

Im Kehler Hafen wird ein Güterzug be- und entladen.

Ein Kran belädt einen Güterzug im Kehler Hafen mit Holzhackschnitzeln.

Holzhackschnitzel sind nur eine von vielen Waren, die im trimodalen Güterverkehr des Kehler Hafens umgeschlagen werden.

Die Henschel Lok der Kehler Hafenverwaltung im Containerhafen.

Näher betrachtet: Die Henschel Lok der Kehler Hafenverwaltung im Containerhafen.



Heute fahren sechs Linien auf etwa 57 Kilometern Streckenlänge. Die Linien A und D sowie B, C und F haben jeweils gemeinsame Streckenabschnitte und kreuzen sich alle an der zentralen Station Homme de Fer. Die neueste Strecke ist die Verlängerung der Linie D hinüber in die deutsche Nachbarstadt Kehl, die im Sommer 2017 eröffnet wurde. Zahlreiche Pendler, Touristen und Flaneure überqueren täglich den Rhein und tragen zum europäischen Flair der Metropole bei. Die Brücke, auf der die tramways den Rhein überfahren, wurde extra für den Straßenbahnverkehr nördlich der schon existierenden Europabrücke erbaut.

In Kehl machen wir einen Abstecher in den dortigen Rheinhafen. An der europäischen Wasserstraße finden im kleinen Städtchen Kehl riesige Mengen an Um- und Verladungen statt. Dabei hilft die Hafenbahn – die Verwaltung selbst hat eine kleine Henschel-Lok, ansonsten helfen Dieselloks beim Containertransport auf dem riesigen Gelände.

Zurück in Straßburg: Etwa 1,4 Kilometer der tramways“ verlaufen unterirdisch und unterfahren den Hauptbahnhof, den Gare Centrale. Auch der Bahnhof der französischen SNCF erzählt einiges über die Geschichte der Stadt. Eröffnet wurde er 1883, als Teil des deutschen Kaiserreiches, an das das Elsass nach dem Krieg von 1870/71 gefallen war. De Architektur erzählt viel über die deutsch-französische Geschichte. Doch der Bahnhof ist auch hochmodern, seit 2007 schmückt eine gläserne Fassade die Front des Gebäudes und sorgt für mehr Platz im Empfangsbereich. Auch hier im Hauptbahnhof merkt man Straßburgs zentrale Lage in Europa, gehen doch auch von hier Verbindungen in alle Himmelsrichtungen und über die Grenzen zu den Nachbarländern.