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SENDETERMIN Fr, 1.2.2019 | 14:15 Uhr | SWR Fernsehen

Folge 952 Glacierexpress - Von Disentis ins Wallis

Die Fahrt mit dem Glacierexpress ist eine der berühmtesten Eisenbahnreisen der Welt. In acht Stunden erfahren die Reisenden zwischen St. Moritz und Zermatt knapp 300 Kilometer Schweizer Alpenlandschaft in ihrer schönsten Form. Seit 88 Jahren gehört die Reise mit dem "langsamsten Schnellzug der Welt" zu einer der aufregendsten und bequemsten Möglichkeiten, die Alpen zu entdecken.

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Glacierexpress - Von Disentis ins Wallis

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Schneeräumung zwischen Disentis und Oberalppass

Schneeräumung zwischen Disentis und Oberalppass

Schneeräumung zwischen Disentis und Oberalppass

Schneeräumung zwischen Disentis und Oberalppass, den mit 2.033 Meter höchsten Punkt der Glacier-Strecke.

Schneeschleuder auf dem Oberalppass

Guido Monn, der Streckenverantwortlich der Matterhorn Gotthard Bahn am Oberalpass wartet auf den Helikopter, um auf Lawinenerkundung zu gehen.

Kloster Disentis – im Vordergrund der Bahnhof

Steffenbachbrücke im Mai vor dem Zusammenbau

Bautrupp der Furka-Dampfbahnfreunde auf dem Weg zur Steffenbachbrücke. Ein Jahr nach der Stilllegung der Bergstrecke gründete sich 1983 der Verein Dampfbahn Furka-Bergstrecke, DFB, mit dem Ziel, die Strecke zu erhalten und zu betreiben. Die meisten Helfer machen das als sog. Fronis freiwillig und unentgeltlich, aber mit viel Enthusiasmus.

Steffenbachbrücke – nur das Mittelteil fehlt noch

Autor Alexander Schweitzer in der Maisonne, im Hintergrund wird gerade die Steffenbachbrücke aufgebaut

Die Steffenbachbrücke steht

Glacierexpress in Oberwald bei der Ausfahrt aus dem 15,4 Kilometer langen Furka-Basistunnel

Glacierexpress auf dem Grengiols-Viadukt. Darunter fließt der Rotten, wie die Rhone im Goms genannt wird.

Auf der Furka-Bergstrecke dem Furkapass entgegen

In der Furkadampfbahn mit Blick hinunter Richtung Realp

Furkadampfbahn kurz vor der Abfahrt in Realp

10:15 Uhr am Bahnhof des Vereins Dampfbahn Furka-Bergstrecke in Realp.

Furkadampfbahn kurz vor der Abfahrt in Realp

Blick aus der Furkadampfbahn Richtung Rhonegletscher – früher bedeckte das Gletschereis das helle Gestein

Wasserfassen der Dampflok in Gletsch auf der Rückfahrt nach Realp.

Abdeckplanen als Isolierschutz auf dem Rhonegletscher

Was hier nach dem Werk des Verpackungskünstlers Christo aussieht, ist ein Wärmeschutz. Die Eisschmelze wird durch die Tücher im Sommer um 50 Prozent reduziert, doch das ist nur partiell möglich.

Unser Team am Rhonegletscher vlnr: Michael Kirn (Kameraassistent); Alexander Schweitzer (Autor); Lorenz Pagés (Kameramann). Der Glacierexpress verdankt dem Rhonegletscher seinen Namen.


Nachdem die Bahn im zweiten Teil dieser dreiteiligen Dokumentation die Rheinschlucht verlassen hat, erreicht sie Disentis. Hier endet das Streckennetz der Rhätischen Bahn. Eine Zahnradlokomotive der Matterhorn-Gotthard-Bahn übernimmt nun den Zug. In der Zwischenzeit besuchen die Zuschauer das Kloster Disentis. Darin befindet sich ein berühmtes Gymnasium, die älteste Schule des Kantons Graubünden. Hier wird noch des Rätoromanisch gelehrt. Mit dem Bahnbau kam einst eine starke Germanisierungswelle in die Region. Begriffe wie Weichen, Bahnhof oder Schienen gab es nicht, sie wurden vom Deutschen übernommen und es entstand ein "bastardisierte Alltagssprache".


Die Zahnradlok ist angehängt, nun geht es steil bergauf zum höchsten Punkt der Reise auf dem 2.033 Meter hohen Oberalppass. Im Winter ist die Passstraße gesperrt und der rote Glacierexpress schlängelt sich durch eine einzigartige Gebirgslandschaft. Ab und zu ist die Strecke über den Oberalppass auch für den Zug gesperrt. Dann beginnt morgens um fünf Uhr für Guido Monn der Arbeitstag. Er ist für die Streckensicherheit verantwortlich und überwacht ein Schleuderteam bei der Schneeräumung. Oben am Pass wartet bereits ein Hubschrauber der Lawinenwacht. Gemeinsam mit einem Sprengmeister werden nun vom Helikopter aus Gefahrenstellen ausgemacht und sodann gesprengt. Am Vormittag kann der Oberalppass wieder frei gegeben werden und die Reisenden bringt der Zug nach Andermatt im Kanton Uri. Andermatt ist ein kleines Städtchen am Fuße des Gotthardmassivs und war einst eine wichtige Garnison in der Schweiz.
Durchs Urserental fährt der Zug weiter Richtung Furkapass. In Realp verschwindet der Glacierexpress im Jahr 1982 erbauten Furka-Basistunnel. In den ersten fünf Jahrzehnten fuhr der Zug über die Furka-Bergstrecke, von wo aus man den namensgebenden Rhonegletscher, den Glacier, sehen konnte.

Mit dem neuen Tunnel wurde die Bergstrecke gesperrt. Eisenbahnfreunde haben sich daraufhin daran gemacht, diese Strecke zu erhalten und zu betreiben. Es sind sogenannte Fronis der Dampffreunde Furka-Bergstrecke. Es handelt sich um Fronarbeiter, weil sie unentgeltlich an der Strecke arbeiten und jedes Jahr die alte Bergstrecke vom Schnee befreien. Etwas weiter oben kann man eine technische Meisterleistung beobachten, den Aufbau der Steffenbachbrücke, einer Klappbrücke, die jedes Jahr auf- und abgebaut wird, um im Winter einer Lawine Platz zu lassen.


Heute fahren im Sommer die Dampffreunde Furka-Bergstrecke mit Dampfzügen über den Berg. Den Rhonegletscher kann man allerdings auch bei diesen Fahrten nicht mehr sehen. Er hast sich stark zurückgezogen und allein im letzten Sommer acht Meter Dicke verloren.
In Oberwald steigen die Zuschauer wieder um in den Glacierexpress und passieren die Grenze zum Kanton Wallis. Gemächlich geht es nun bergab die letzten Kilometer bis nach Brig im Rhonetal.