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SENDETERMIN Sa, 22.9.2018 | 16:00 Uhr | SWR Fernsehen

Folge 936: Jäger der versunkenen Lok Eisenbahnpioniere im Südwesten

Eisenbahn-Romantik Extra: Folge 3/4

1852 versinkt die Lok "Rhein" beim Transport im Rhein. Warum aber wurde eine Lok überhaupt per Schiff transportiert? Das Eisenbahnwesen war zu dieser Zeit im Südwesten erst am Entstehen. 1840 werden die ersten 18,5 Streckenkilometer zwischen Mannheim und Heidelberg eröffnet. Sie werden von privaten Kapitalgebern gebaut - mit einer Dividende von bis zu 17 Prozent eine lukrative Angelegenheit.

1847 findet die Einweihungsfahrt des ersten Abschnitts der "Pfälzischen Ludwigsbahn" zwischen Ludwigshafen-Neustadt und Schifferstadt-Speyer statt. Die Strecke wurde vom pfälzischen Bahnpionier Paul Camille von Denis geplant. Die Bahn ist kommerziell ein Erfolg und sorgt für einen wirtschaftlichen Aufschwung in der Region. Mitte des 19. Jahrhunderts bricht ein regelrechtes Gründungsfieber von Eisenbahngesellschaften aus. In den ersten zehn Jahren nach 1835 werden 1.400 Gleiskilometer in Deutschland gebaut. 1849 ist die gesamte Strecke von Ludwigshafen bis Saarbrücken vollendet.

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Jäger der versunkenen Lok: Eisenbahnpioniere im Südwesten

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2 ICEs auf der Geislinger Steige.
1850 wird in Württemberg die zur Dampfllokzeit steilste Hauptbahn Europas eröffnet Carl Etzel entwirft die Mutter aller Gebirgsbahnen mit einer Steigung von 22,5 Promille. Niemand vor ihm glaubt daran, dass Züge solch eine Steigung überhaupt überwinden können.

2 ICEs auf der Geislinger Steige.
1850 wird in Württemberg die zur Dampfllokzeit steilste Hauptbahn Europas eröffnet Carl Etzel entwirft die Mutter aller Gebirgsbahnen mit einer Steigung von 22,5 Promille. Niemand vor ihm glaubt daran, dass Züge solch eine Steigung überhaupt überwinden können.

Noch schlängelt sich der ICE wie ein Bandwurm die Geislinger Steige hinauf. Mit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm ist dieses Bild Geschichte.
Die Geislinger Steige ist eine Eisenbahnrampe zwischen Geislingen am Fuße der Schwäbischen Alb und Amstetten mit einer Länge von 5,6 Kilometer. Die Kurvenradien sind mit 278 Meter recht eng gehalten. Der Höhenunterschied beträgt dabei 112 Meter.

Die erste deutsche Dampflokomotive, der Geislauterer Dampfwagen von 1818, hier ein Nachbau aus Völklingen.
Funktioniert hat er nie wirklich. Damals tüfteln die Pioniere noch am richtigen Antrieb. Mit dem seitlich angebrachten Zahnrad kann die Feuermaschine nicht einmal halbwegs geradeaus fahren. Auch ist es damals technisch nicht möglich, einen leichten, genieteten Dampfkessel aus Stahlblech zu bauen. Der Kessel aus Eisenguss ist einfach zu schwer. Kurz bevor in Deutschland 1835 die erste Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth fährt, wird der Dampfwagen verschrottet.

1853 erbaut Carl Etzel das Enzviadukt in Bietigheim. Es ist eine der imposantesten Eisenbahnbrücken der Pionierjahre und ein wichtiger Baustein bei der Vollendung der Bautätigkeit Etzels in Württemberg.

Noch nach 165 Jahren hält das Viadukt tonnenschweren Güterzügen stand.

Der Bahnhistoriker Rudolf Röder über das Enzviadukt:
Es „war der Höhepunkt von Carl Etzels Arbeit für die Eisenbahn in Württemberg, dafür erhielt er von König Wilhelm den Kronorden I. Klasse und die Erhebung in den persönlichen Adelsstand.“

Nun kann Saarländische Kohle bis an den Rhein transportiert werden. Die Eisenbahn als ein Motor der Industrialisierung in Deutschland: Endlich sind Transporte über große Distanzen in relativ kurzer Zeit möglich. Es entstehen neue Berufe wie Lokführer und Heizer. Man muss dafür wind- und wetterfest sein.
In Karlsruhe gründet der gebürtige Baden-Badener Emil Kessler seine Lokomotivfabrik, die bereits 1841 den Serienbau von Lokomotiven aufnimmt – auch die "Rhein" stammt von Kessler. Später gründet Kessler die legendäre Maschinenfabrik Esslingen.

Während in Baden zwischen Mannheim und Offenburg schon Züge fahren, beginnt man in Württemberg 1844 mit dem Fällen der ersten Bäume für den Stuttgarter Rosensteintunnel. Ein Jahr später wird zwischen Cannstatt und Untertürkheim auf einer Länge von vier Kilometern die erste Eisenbahn Württembergs eröffnet. 1846 rollen die ersten Züge in die Residenzstadt Stuttgart. Geplant hat das der württembergische Bahnpionier Carl v. Etzel, der später auch die berühmte Geislinger Steige, die erste Gebirgsbahn Deutschlands, baute.


Anfang Oktober 2018 wurde das Projekt als gescheitert erklärt.
Am 21. Oktober sollte die Lok aus dem Wasser geholt werden. Doch bei den Bergungsarbeiten vor Ort konnte keine Spur der Lok gefunden werden. Hier erhalten Sie alle Informationen zur eingestellten Bergung und wie es jetzt weitergeht.