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SENDETERMIN Sa, 25.8.2018 | 16:00 Uhr | SWR Fernsehen

Folge 865 XS Von Irkutsk zum Baikalsee

Moskau, Nischnij Nowgorod, Jekaterinburg, Nowosibirsk, Krasjonarsk, Irkutsk - einmal mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren, davon träumt jeder Eisenbahnbegeisterte. Doch dieses Abenteuer ist noch zu steigern: ein findiger Russe schaffte es tatsächlich, einen kompletten Schlafwagen durch halb Europa bis an den Baikalsee zu bringen.

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Folge 865 XS

Von Irkutsk zum Baikalsee

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Das Ziel der 7500-Kilomter-Reise: eine Dampfzugfahrt entlang des Baikalsees

Das Ziel der 7500-Kilomter-Reise: eine Dampfzugfahrt entlang des Baikalsees

Abfahrtsort der großen Reise war der kleine Bahnhof Behringersmühle in der fränkischen Schweiz

Nicht hinauslehnen – lustig übersetzt in drei Sprachen

Der wunderschöne Bahnhof von Prag war für drei Stunden Aufenthalt für die Reisenden, bis eine neue Lokomotive bereitgestellt war

Auch von innen prachtvoll, der Prager Hauptbahnhof, mit seinen großen Glasfenstern, auf denen drei Putten zu sehen sind

Kamerateam Ulli Nissler und Andreas Schmitt in der Wagenhalle der weißrussischen Grenzstadt Brest, wo die Wagengestelle auf Breitspur umgebaut wurden

Warten auf die neue Lok am Bahnsteig 1 in Brest

Ankunft der neuen, grüngelben E-Lok, beobachtet von Kameramann Ulli Nissler

Und wieder wird unser Sonderschlafwagen an einen neuen Zug angekoppelt

Ankunft in Moskau im weißrussischen Bahnhof

Besuch des Eisenbahn-Museums der RZD, der russischen Eisenbahngesellschaft, in dem der Zug steht, mit dem der Leichnam Lenins durch Russland gefahren wurde

Mittags gab’s etwas außergewöhnliches zu essen: Lokführerfrühstück, das sind Eier, Brot und Speck gebraten auf einer Kohlenschaufel im Kessel einer angeheizten Dampflok

In traumhaftem Rot präsentierte sich die russische Hauptstadt

Unser Sonderschlafwagen wird an den Zug Nr. 2 der Transsibirischen Eisenbahn angehängt

Kurzer Aufenthalt in Nowosibirsk nach 25 Stunden Fahrt

Der Bahnhof von Krasnojarsk, in dem wir eine halbe Stunde Aufenthalt haben. Gelegenheit, das schön beleuchtete Bahnhofsgebäude von außen zu fotografieren

Krasnojarsk wird nach 4040 km mitten in der Nacht erreicht, nur noch gut 1000 km bis Irkutsk

Der Fahrplan der Transsib im Zug gibt immer wieder Orientierung wie weit man bereits gefahren ist

Schlafwagenschaffnerin Natalya hat die 20 Reisenden gut im Blick und versorgt sie zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Tee

„Unsere“ beeindruckende Dampflok, die unseren Sonderschlafwagen ans Ziel bringen wird. 80 km entlang des Baikalsees auf einer wunderschönen Strecke mit Tunnel und Brücken. direkt am Wasser.

Konstruiert wurde die Dampflok des Typs „Lebedjanskij“ von einem der bekanntesten Eisenbahnbauer und Ingenieure der UdSSR.

Haltstation an einer russischen Kirche aus Holz, die für die Reisenden gebaut wurde.

Station an der Stelle, an der einst der Schienenschluss der Transsibirischen Eisenbahn erfolgte. Erzählungen nach soll hier in die Schwellen ein goldener Nagel eingeschlagen worden sein.

Anton Tarasov, der Organisator der einmaligen Reise

Der Sonderzug fährt die 80 km lange Strecke Sludjanka – Port Baikal, die früher mal ein Streckenabschnitt der Transsibirischen Eisenbahn war und jetzt als Museumsbahn dient.

Viele Kunstbauten mussten am Ufer des Baikalsees errichtet werden.

Die schönste Brücke und die einzige Zweibogenbrücke über einen der zahlreichen Zuflüsse zum Baikalsee

Einfahrt in einen der 39 Tunnels auf der Baikalrundbahn

Am Schiffssteg in Port Baikal, von wo aus man die Weite des „blauen Auges Sibiriens“ überblickt.

Am Bahnhof von Port Baikal genießt eine eindrucksvolle Dampflok ihren Ruhestand; dahinter eine Diesellok, die soeben einen Touristenzug mit Chinesen gebracht hat.

Hier endet die Baikalbahn nach 80 km an der Mündung des Flusses Angara

Typisch russische Fenster in dem kleinen Dorf Baykal

Der letzte Prellbock an der Mündung der Angara

Motorrad mit Seitenwagen aus Holz; damit transportieren die Russen alles, was sie brauchen: Menschen, Tiere, Lebensmittel, Möbel, Ernte.

Interview des russischen Eisenbahnfernsehens von der RZD mit dem Reiseleiter und Organisator der Reise, Anton Tarasov

Sogar ein Bad im Baikalsee wagte der eine oder andere Reiseteilnehmer, das Wasser dürfte etwa 14° C gehabt haben.

Diese absolut einmalige Reise ließ sich Eisenbahn-Romantik nicht entgehen und buchte zwei Schlafwagenabteile. Für Autor Bernhard Foos war es seine weiteste Reise, 7500 km mit der Bahn, noch dazu in ein und demselben Wagen. Kameramann Ulli Nissler und Tonassistent Andreas Schmidt sind als Team schon öfter auf weiten Reisen rund um die Welt unterwegs gewesen, vor allem in Afrika. Doch auch für sie war diese Reise, elf Tage auf engstem Raum, ein Abenteuer. Drei Quadratmeter für zwei Personen plus Filmausrüstung. Das bedeutete erst einmal schleppen und sehr geschickt verstauen. Auch das Filmen auf dem engen Gang mit kleinen Klappfenstern stellte sich als schwierig heraus. Protagonisten waren die zwanzig Fahrgäste, die sich bei dieser speziellen Sonderfahrt eingebucht hatten. Mit dabei: drei Ehepaare, ein Dutzend eisenbahnbegeisterte Männer aus Bayern, und aus dem Schwarzwald der Wirt der Glasmännlehütte, der im Film ebenfalls eine wichtige Rolle spielen wird, Klaus-Peter Letsch.

Reiseorganisator waren der Russe Anton Tarasov, der gerade sechs Jahre in Deutschland gearbeitet hat, und der deutsche Ingenier Matthias Meeh, der bei Siemens moderne Loks testet. Das Programm während der Fahrt war randvoll: Drehgestellwechsel in Brest (Weißrussland), zwei Bahnmuseen in Moskau, die viertägige Fahrt auf der Transsib und als Höhepunkt eine Dampfzugfahrt am Baikalsee entlang. Die beeindruckende Dampflok russischer Bauart zog den Schlafwagen auf der 80 km langen Museumsbahnstrecke direkt am See entlang bis zum Zielbahnhof Port Baikal. Dort präsentierte sich der größte Binnensee der Welt, zugleich der größte Trinkwasserspeicher der Erde, an einem fast wolkenlosen Sommertag in seiner ganzen Pracht. Umrahmt von Bergen bis 2000 m Höhe wirkt der Baikalsee wie ein gigantischer Alpensee.

Viele Wanderer sind unterwegs und rasten mitunter an einem der vielen Picknickplätze am Ufer. Unzählige Tunnel und Brücken, sowie die Bahnhöfe aus Holz im typischen sibirischen Stil prägen die Strecke, die einmal ein wichtiger Teil der Transsibirischen Eisenbahn war und jetzt als russisches Kulturgut vor allem dem Tourismus dient.