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SENDETERMIN Do, 19.7.2018 | 14:00 Uhr | SWR Fernsehen

Folge 898 Dampfreise in die Karpaten (1/2)

Thema dieser fünf Tage im Oktober 2016: "Mit Dampf auf Breit- und Schmalspurgleisen in die Karpaten". Alle Teilnehmer sind begeisterte Hobbyfotografen verschiedenster Nationalitäten.

Die Reise beginnt in der Zentralukraine, in dem kleinen Provinzbahnhof Ladyschin rund 300 km südlich von Kiew. Zunächst steht eine sowjetische Breitspurlokomotive vor dem Zug, die unterwegs rechts und links der Trasse immer wieder für große Aufregung sorgt: Eine Dampflokomotive hat man hier schon lange nicht mehr gesehen. An Tag zwei heißt es "zusammenrücken": In Rudnycja warten zwei polnische Reisewaggon und eine sowjetische Dampflok der Baureihe GR, was so viel bedeutet wie "germanskaja reparazja" – diese Schmalspurloks wurden im Rahmen der Reparationsentnahmen nach 1947 von den Sowjets in Potsdam-Babelsberg gebaut.

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Dampfreise in die Karpaten

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Im Provinzbahnhof Ladyschyn mitten in der Zentralukraine beginnt ein mehrtägiges Bahnabenteuer. Über zweieinhalb-tausend mal wurde im sowjetischen Nischni Nowgorod die Baureihe SU hergestellt. Nur vier Exemplare sind heute noch betriebsfähig.

Im Provinzbahnhof Ladyschyn mitten in der Zentralukraine beginnt ein mehrtägiges Bahnabenteuer. Über zweieinhalb-tausend mal wurde im sowjetischen Nischni Nowgorod die Baureihe SU hergestellt. Nur vier Exemplare sind heute noch betriebsfähig.

Die Lok der Baureihe SU ist eine von noch acht betriebsfähigen Dampfloks im Land. Sie gehört einem Privatmann, das Personal stellt der Eisenbahnverein.

Die kleine Schmalspurlok wurde 1949 gebaut. Auf den sogenannten Südzufuhrbahnen transportierte sie früher Güter für die Landwirtschaft und für die damals hier angesiedelten Zuckerfabriken. Heute bringt sie die Reisenden von Rùdnycja nach Hajvoron.

Auf unseren Dampfzug hat hier niemand gewartet. Morgens kommt ein Dieselzug aus Hajvoron und abends dann aus Rudnicja. An Markttagen wie heute gibt es zusätzlich noch mittags eine Verbindung. Für die Bevölkerung ist es eine Notwendigkeit, dass diese Schmalspurstrecke überlebt hat. Nicht jeder hat ein Auto, Busfahren ist beschwerlich, die Straßen sind nicht die besten.

Oktober in den Karpaten: der Winter hat Einzug gehalten. Vor der Kulisse von Worochta, einer“ Siedlung städtischen Typs“, wie die hiesige Amtssprache größere Orte nennt, tut sich ein Traummotiv auf.

Die nichtelektrifizierte Strecke zeichnet sich aus durch ihre vielen Kunstbauten, zum großen Teil sind die historischen Viadukte noch befahrbar.

Die Fahrt auf einer der letzten drei Schmalspurstrecken der Ukraine endet in Haivoron. Der Nachtzug "No 136" von Odessa nach Lemberg bringt die Reisegruppe ins Huzulenland, nach Kolomyja. Es folgen drei Tage mit der Dampflokomotive "L 3535", auch sie eine Russin. Bei den vorherrschenden niedrigen Temperaturen ist ihre Dampfsäule weithin sichtbar. Auf einer der schönsten Gebirgsbahnen der Ukraine mit zahlreichen Brücken, Tunnel und Viadukten geht es durch die faszinierende Landschaft der Karpaten.

Eisenbahn-Romantik hat die Reise begleitet, ein Abenteuer, bei dem alle Dampfliebhaber voll auf ihre Kosten kommen.