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SENDETERMIN Fr, 16.8.2019 | 14:30 Uhr | SWR Fernsehen

Folge 796 XL Mit dem Zug durchs südliche Afrika

Wir entdecken das südliche Afrika mit dem "Tausendfüßler", dem Shongololo Express. Die Eingeborenen nannten so die ersten Züge, die sie erblickten. Der Hotelzug hat Kleinbusse mit an Bord für Tagesausflüge. Große Etappen reist man bequem und entspannt im Zug, später kann man dann ausgeruht Ausflüge genießen, wie auf einer Kreuzfahrt, nur eben auf Schienen.  Das Wagenmaterial ist nostalgisch und verfügt über einen Speisewagen. Der Shongololo Express ist aber kein Luxuszug, er ist vielmehr ein Zug für "Entdecker".

Wir haben uns für die 2.650 Kilometer lange Southern Cross Adventure Reise entschieden. Diese 16tägige Tour bietet einen eindrucksvollen Überblick über das südliche Afrika - mit allen Höhepunkten, die international als ein "Muss" bezeichnet werden.

Die Fahrt von den Victoria Fällen nach Johannesburg führt durch Simbabwe, Südafrika, Mozambique und Swasiland. Die Reisedokumentation nimmt den Zuschauer mit auf dieser einzigartigen Entdeckungsreise durchs südliche Afrika. Das Reiseprogramm bietet dabei eine solche Vielfalt, dass hier nur einige Höhepunkte genannt werden sollen: Man erlebt eine Eisenbahnfahrt über die Viktoriafälle genauso wie den Besuch des Chobe Nationalparks in Botswana.

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Folge 796 XL

Mit dem Zug durchs südliche Afrika

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Bevor die Reise mit dem Shongololo Express losgeht, steht ein Besuch der Vikoria Wasserfälle an. Ein unvergesslicher Anblick, wie der Sambesi, 1.440 Kilometer von seiner Quelle entfernt, 108 Meter hinabstürzt.

Bevor die Reise mit dem Shongololo Express losgeht, steht ein Besuch der Vikoria Wasserfälle an. Ein unvergesslicher Anblick, wie der Sambesi, 1.440 Kilometer von seiner Quelle entfernt, 108 Meter hinabstürzt.

Viktoria Wasserfälle - sehr beeindruckend. 1.720 Meter lang sind diese Wasserfälle.

Das interessante, warum wir diese Wolke in der Spalte haben, ist, weil von der Flussseite, wo es runterfällt, 90-100 Meter, bis zur anderen Seite sind es nur 50 Meter – die Spalte ist eng, die Wolke geht weit hoch. Daher nennen die Einheimischen die Wasserfälle noch heute „Mosi-oa-Tunya“, donnernder Rauch.

Dreh am Auto

Für 4.000 Dollar kann man den Dampfzug mieten und zu den Victoria Fällen fahren.

Detailfoto Scheinwerfer

Die Wasserfälle und die Eisenbahn gehören hier seit langem zusammen. Mit der 512 gelangt man zu den impossanten Wassermassen.

Traditionell lebten manche Männer früher mit mehreren Frauen in verschiedenen Hütten zusammen auf einem Grundstück. „Jeder hatte mit 3, 4 Frauen eine Hütte. Heute kann sich das meine Generation nicht mehr so wie die vorherige Generation leisten, mit vielen Frauen verheiratet zu sein. Heute kannst du im Grunde nur noch eine Frau heiraten. Wenn jemand allerdings unbedingt will, dann kann er auch mehrere heiraten. Aber es wird dann für ihn schwierig, für alle zu sorgen.“

Die Lok 1034 wartet auf die Abfahrt; Während die Zuggäste auf Entdeckungstour sind, wird im Zug alles für die Abfahrt klar gemacht, denn am heutigen Abend geht’s los.

„Der Shongololo Express ist etwas sehr besonderes. Es ist keine normale Zugfahrt wie mit Rovos Rail oder dem Blue Train, die eine Zugfahrt für 24 oder 36 Stunden anbieten. Wir bieten 15 Tage an, d.h. das ist ein Hotel, das nachts rollt. Und tagsüber machen wir Ausflüge, kulturelle, Tiere beobachten, Stadtrundfahrten, alles Mögliche. Und das Bequeme ist, man hat seine Kabine, packt aus und hat sein Zuhause.“

Wir sind nun im Chobe National Park im nordöstlichen Zipfel Botswanas; Bekannt ist der Chobe National Park aber für seine „Elefantengarantie“. Hier sind die meisten Elefanten Afrikas konzentriert, sechs Elefanten pro Quadratkilometer. „Wir haben viele Elefanten, weil der Chobe-Nationalpark nicht eingezäunt ist. Man sagt auch, hier leben „Elefanten ohne Grenzen“, weil sie sich frei bewegen können. Und sie haben auch keine Feinde, deshalb vermehren sie sich sehr schnell. Nur die ganz Kleinen werden manchmal von Löwen gerissen. Aber das passiert sehr selten. Deshalb vermehren sie sich so schnell.“

Wir besuchen nun den Antelope Park bei Gweru in den landschaftlich sehr schönen Midlands. Hier gibt es eine besondere Attraktion. „Herzlich willkommen. Bevor wir die Löwen rausholen, gibt es noch einige Sicherheitsregeln. Unsere Löwen sind noch jung, erst 12 Monate alt. Sie sehen zwar klein aus, es sind aber dennoch Löwen. Sie können einem ernste Verletzungen zufügen, eigentlich genauso, wie ältere Löwen.“ Touristen dürfen nur junge Löwen vor dem Einsetzen der Pubertät streicheln. „Das Fell ist rauer als bei einer normalen Katze. Viel rauer. Aber schön. Die Löwen wirken ruhig. Und das beruhigt mich. Sie sind sehr lieb.“ Morgens und abends dürfen die Löwen ohne Touristen raus und einfach Löwe sein. Dann lernen sie jagen.

Die gelbe 1034 unterwegs. Auf Geschwindigkeit kommt es bei dieser Schienensafari nicht an.

Trotz Regen hat das Team viel Spaß.

Die Züge fahren im südlichen Afrika auf schmaler Spur, auf der sog. Kapspur. Sie ist 1.067mm breit. Ihr Name hat aber nichts – wie oft angenommen – mit Kapstadt zu tun, sondern mit den Initialen ihres ersten Erbauers Carl Abraham Piehl, CAP.

Bis zu 90 Fahrgäste haben im Shongololo Express Platz. Bei Bedarf werden einfach mehr Wagen angehängt. Die Afrikaner haben eine hohe Wertschätzung gegenüber Tieren. So trägt unser Zug – wie erwähnt – den Namen eines Tausendfüßlers, aber auch Menschen werden oft nach Tieren benannt.

Der Shongololo Express fährt auf verschiedenen Routen durchs südliche Afrika. Wir haben uns für die sogenannte „Southern Cross Southbound Reise“ entschieden. Eine Entdeckungsfahrt, gut zwei Wochen lang und rund 2.650 Kilometer weit.

Immer mit von der Partie, Kleinbusse, mit ihnen werden die Ausflüge gemacht.

Danach führt die Reise fast 1.000 Kilometer durch Simbabwe. Ein sehr armes, aber auch sehr interessantes Land. Hier gehen wir mit jungen Löwen spazieren und besuchen das Grab von Cecil Rhodes – nach ihm wurde Rhodesien, das heutige Simbabwe benannt.

Auch die "Great Zimbabwe", eine Ruinenstadt, steht auf dem Programm. Diese Ruinen sind das größte präkoloniale Monument südlich der ägyptischen Pyramiden und eine der berühmtesten Leistungen der damaligen Afrikaner. 

Ein kurzer Besuch in Mozambiques Hauptstadt Maputo bietet ein aufregendes Gemisch aus Kultur und Architektur. In Südafrika besuchen wir den Kruger Nationalpark und gehen in der alten Goldgräberstadt Pilgrim’s Rest Gold suchen. Am letzten Tag führt die Reise nach Johannesburg – hier geht eine atemberaubende Schienenkreuzfahrt zu Ende.