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SENDETERMIN Fr, 20.1.2017 | 14:45 Uhr | SWR Fernsehen

Folge 864 Braunes Gold und Eisenbahnen - Kohleabbau in der Lausitz

Wie riesige Zähne eines gigantischen Stahldrachens graben sich die Schaufeln des Eimerkettenbaggers in die urzeitlichen Braunkohleschichten. Unmittelbar daneben wartet ein Güterzug auf seine Befüllung mit dem "Braunen Gold" der Lausitz.

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Kohlegebiet Lausitz

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Die orange Gleisrückmaschine bereitet die Schienenanlage für den Abraumbagger im Hintergrund vor. Auch er bewegt sich auf Gleisen.

Die orange Gleisrückmaschine bereitet die Schienenanlage für den Abraumbagger im Hintergrund vor. Auch er bewegt sich auf Gleisen.

Zeitweise arbeitet die 500 Meter lange Förderbrücke Tag und Nacht um den Abraum von einem Teil des Tagebaus zum anderen zu befördern. Erst dann können die Kohlebagger das "braune Gold" abbauen.

Ende des Jahres wird der letzte Kohlezug auf rückbaren Gleisen direkt in der Talsohle des Tagebaus Cottbus Nord verlassen.

Besonders im Herbst ist die Landschaft der Lausitz - trotz der massiven Eingriffe durch den Kohleabbau - sehenswert.

Im Film besuchen wir auch das Energie-Museum Knappenrode über die Geschichte der Kohleförderung.

Im Rahmen der Rekultivierung entstand sogar ein Weinberg.

Irgendwann werden hier die Wellen der Cottbuser Ostsee an den Strand rollen.

Renaturierung ist ein wichtiges Thema beim Kohleabbau. Besonders die Grundwasserabsenkung ist ein schwerwiegendes Problem.

Sandfall

Viele Dörfer und Gemeinden mussten den Abraumbaggern in den letzten Jahrzehnten weichen.

Seit 1913 leben die Menschen hier von und mit der Kohleförderung. Die Eisenbahn ist dabei bis heute das wichtigste Transportmittel. In Cottbus geht nun eine Ära des Kohletransports zu Ende. Der letzte Zug auf rückbaren Gleisen verlässt den Tagebau in Cottbus Nord und damit endet die Zeit der direkten Zugbeladung im Tagebau unterhalb der Rasensohle in Deutschland. Dies nehmen wir filmisch als Anlass, in die spannende Geschichte der Kohleförderung und auf deren spezielle Eisenbahntechnik zu schauen.

Zudem werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der modernen Tagebaulogistik. Wir besuchen aber auch jene Orte, die den riesigen Baggern weichen mussten und künftig als renaturierte Seenlandschaft wiederauferstehen.

Cover zum Buch:"135 Jahre Zugförderung im Braunkohlenrevier der Lausitz"

Buch

Andreas Schild

"135 Jahre Zugförderung im Braunkohlenrevier der Lausitz"

Verlag:
Bestellung über: andreas.schild@freenet.de
Länge:
134 Seiten
Preis:
30 Euro plus 2 Euro Versand

Inhalt:


Hier ein Auszug aus dem Buch:
1879 liefen auf der Senftenberger Stadtgrube die weltweit ersten Versuche zum Einsatz einer elektrischen Grubenlokomotive.
1880 wird im Niederlausitzer Braunkohlenrevier erstmalig eine gefeuerte Dampflokomotive als Zugmittel im Abraumbetrieb verwendet. Dabei handelt es sich um eine gewöhnliche Baulokomotive, die mit Steinkohle gefeuert wird. Abweichend von der Bauart werden die Lokomotiven später derart konstruiert, dass sie den Durchfahrten an den Baggertoren entsprechen (2400mm).
1888 gab es in der Niederlausitz 20 normalspurige Anschlussbahnen (33,6 km lang), 16 schmalspurige Transportbahnen (15,5 km), 6 Kettenbahnen (1,8 km) und 2 Hochseilbahnen (0,9 km).

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