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SENDETERMIN Di, 15.1.2019 | 14:15 Uhr | SWR Fernsehen

Folge 796 Von Tausendfüßlern, Elefanten und Löwenbabys – Shongololo-Express Teil 1

"Shongololo", also Tausendfüßler, nannten die Eingeborenen im südlichen Afrika die ersten Züge, die sie erblickten. Seit 1995 schlängelt sich nun der Shongololo Express als Hotel- und Safarizug durch verschiedene Länder des südlichen Afrika.


Wir haben uns für die sogenannte "Southern Cross Southbound Reise" entschieden. Auf die Reise begibt man sich hauptsächlich nachts, ähnlich wie auf einem Kreuzfahrtsschiff.


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Bilder zur Sendung "Südliches Afrika"

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Faszinierendes Afrika – auf Schienensafari mit dem Shongololo Express, einem ganz besonderen Zug.

Faszinierendes Afrika – auf Schienensafari mit dem Shongololo Express, einem ganz besonderen Zug.

Wir fahren mit dem Shongololo Express weiter durch ein einsames Simbabwe.

Simbabwe bietet hochinteressante kulturelle Schätze. Um sie kennenzulernen, hat der Shongololo Express Kleinbusse mit an Bord. Bei Bedarf werden diese einfach abgeladen.

Der Zug fährt die ganze Nacht hindurch – wie in einer Babywiege wird man in den Schlaf geschaukelt.

Südafrika hat mit einer Länge von rund 20.000 Kilometer eines der längsten Schmalspurnetze der Welt - wie in Simbabwe Kapspur mit 1.067 mm Spurweite.

Menschen aus allen Teilen der Welt haben den Traum, zum Krugerpark zu kommen, um die „Big Five“, die „Großen Fünf“ zu sehen. Das macht den Krugerpark so besonders.“ Das Nashorn gehört beispielsweise zu den „Big Five“. Der Begriff stammte von den Großwildjägern. Gemeint war damit der Schwierigkeitsgrad, die Tiere zu erlegen, nicht unbedingt ihre Größe.

Ein weiterer Vertreter der „Big Five“ ist der Elefant. Die anderen der „Fünf“ - Büffel, Löwe und Leopard - haben wir leider nicht vor die Linse bekommen. In einem Gebiet von 20.000 Quadratkilometer, das entspricht etwa der Fläche von Rheinland-Pfalz, ist die Suche allerdings auch nicht so einfach.

In Maputo treffen wir ein Hochzeitspaar. Der Bräutigam: „Sie hat sich etwas Besonderes ausgedacht, Fotos mochte sie schon immer. Dann wollte ich ihr auch diesen Wunsch erfüllen: Sie wollte auch schon immer ein Album machen. Ich selbst mache mir zwar nichts aus Fotos, ich bin eher ein häuslicher, ein ruhiger Typ. Ich mache das alles ihr zuliebe. Dieser Ort ist ja ländlich und zugleich industriell, das hat schon etwas Besonderes, das ist nicht so nullachtfünfzehn.“

Der viktorianische Bahnhof, entworfen von Gustave Eiffel, ist für viele der schönste Bahnhof Afrikas.

Der viktorianische Bahnhof, entworfen von Gustave Eiffel: Mit der Eisenbahn brach in Maputo das „goldene Zeitalter“ an.

Das „Casa de Ferro“, das Eisenhaus wurde 1892 ebenfalls nach Plänen von Eiffel gebaut - im Sommer ist es aber zu heiß.

Einst war hier das Hauptquartier der „Polícia Política Portuguesa“, der portugiesischen Geheimpolizei. Nun ist es geplündert und zerstört.

Besonders sonntagnachmittags ist die „Costa do Sol“ sehr belebt und vielleicht wird Maputo deshalb heute auch „afrikanisches Havanna“ genannt.

Die 1909 erbaute Strecke nach Goba an der Grenze zu Swasiland verläuft anfangs entlang endloser Kolonnen abgestellter Güterwagen. Die Strecke wurde einst zum Transport von Bodenschätzen gebaut. Durchgängig befahrbar ist sie erst seit 1964. 21.17 Mitte der 90er Jahre wurde die Bahnlinie zur Hoffnungsstrecke. Per Zug wurden die mosambikanischen Bürgerkriegsflüchtlinge von Swasiland in ihre Heimat zurück gebracht.

Die Panoramaroute verläuft durch eine der schönsten Gegenden Südafrikas, den Drakensberge. Ein Touristenmagnet, denn hier am Pilgrim’s Creek, einem kleinen Nebenfluss des Blyde River, war einst ‘ne Menge los. Das kleine Dorf „Pilgrim's Rest“ ist heute ein nationales Denkmal in dem noch etwa 120 Menschen leben.

Wir befinden uns nun auf der letzten Etappe nach Johannesburg. Die Landschaft ist nun flach und die elektrifizierte Strecke zeigt schon, wir kommen in eine technisch höher entwickelte Gegend.

Rudi Ahrens, Zugchef: „Wir haben jetzt 16 Tage hinter uns. Man fühlt sich erleichtert, dass man gut am Ziel angekommen ist. Mein Herzgefühl ist in meinem Blut, das ist mein Leben. Man hat etwas geschafft. Der Plan ist vollendet und wir haben erfolgreich einen Abschluss gemacht. Da fühlt man sich gut. Und morgen, wenn die Gäste abreisen, dann hat man ein leeres Gefühl, wenn keiner mehr auf dem Zug ist, dann fühlt man sich irgendwie alleine.“

Der erste Teil des 2.650 Kilometer langen Bahnabenteuers beginnt in Simbabwe mit einem Abstecher zu den Victoria Fällen, die anschließend mit einem Dampfzug überquert werden. Danach werden wir im Chobe Nationalpark in Botswana, der nicht eingezäunt ist, "Elefanten ohne Grenzen", beobachten.

Es wird schnell dunkel, viele sind früh müde. Die unzähligen Eindrücke müssen verarbeitet werden und jeden Tag kommen neue hinzu. Wir besuchen die Matobo-Hügel. Sie gelten bei einigen afrikanischen Stämmen als heilig und sind bis heute Kultstätten. Auch Cecil Rhodes ist hier begraben.

Er hatte einen Traum, den Bau der Eisenbahnlinie von Kapstadt nach Kairo. Vielleicht schlummert dieser Traum ja ein bisschen im nahe gelegenen Eisenbahnmuseum in Bulawayo weiter.

Wir besuchen nun den Antelope Park bei Gweru in den landschaftlich sehr schönen Midlands. Hier gibt es eine besondere Attraktion. Ein anderthalb halb Stunden langer Spaziergang mit jungen Löwen.
In Somabhula, etwa 150 Kilometer westlich von Bulawayo entfernt, beenden wir den ersten Teil unserer Reisereportage.