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Stimmen Sie ab! Die Kandidaten für den Publikumspreis

Ihr ehrenamtliches Engagement gilt der Natur: Corinna Albert aus Wiltingen im Kreis Trier-Saarburg ist für den Erhalt von Streuobstwiesen aktiv. Hauptberuflich arbeitet die Ehefrau eines Imkers 20 Stunden in der Woche beim Naturschutzbund (NABU) in Trier und betreut hier die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Allerdings ist sie auch noch in ihrer Freizeit ehrenamtlich für den NABU im Einsatz, kümmert sich um zwei NABU-eigene Wiesen und setzt sich für dessen regionales Streuobstwiesen-Apfelsaft-Projekt ein.

Zu ihrer vielfältigen Tätigkeit gehört die Pflege der Wiesen, die Arbeit an und auf den Bäumen und die Koordination ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie betreut Apfelsaft-Pressungen, bei denen auch oft Kindergruppen zu Gast sind und etwas über die Natur lernen, organisiert Exkursionen für den Heimatverein und betreut Führungen durch dessen Lehrpfad von alten Apfelsorten.


Hoch über Mayschoß im Ahrtal thront die Saffenburg. Allerdings wusste von ihrer Existenz bis vor zehn Jahren kaum jemand etwas, bis Hartwig Baltes und der inzwischen 150-köpfige Verein zum Erhalt der Saffenburg Hand anlegten und das 1000 Jahre alte Gemäuer vom dichten Bewuchs befreite.

Dabei kam so manche Überraschung zutage, wie ein alter Weinkeller, in dem einst 64.000 Liter Wein gelagert wurden. Bis nach Koblenz und Holland wurde er verschifft.

Gemeinsam mit dem Förderverein und einer Million Euro Kapital, das er aufgetrieben hat, will Hartwig Baltes dieses Stück Kultur an der Ahr mit seinem ehrenamtlichen Engagement wiederbeleben und die Saffenburg für Gäste erlebbar und zugänglich machen.


Sein Markenzeichen sind ungewöhnliche Auftritte: Als Rapper "Ray" tritt René Drumm ehrenamtlich in Kindergärten, vor Behinderten und älteren Menschen in Kusel auf und bietet den Menschen mit seinem Hip-Hop ein bisschen Abwechslung vom Alltag.

Wahlweise auf Pfälzisch oder Hochdeutsch bringt der 25-jährige Mechatroniker seine Songs – und die Gäste gehen erfreut mit. Auch Zeit für Gespräche und zum Spielen mit den Kindern nimmt er sich, manchmal opfert er dafür sogar einen Urlaubstag, aber, bescheiden wie er ist, hängt er das nicht an die große Glocke.

"Diese generationenübergreifende Arbeit ist mir wichtig", sagt René Drumm, "weil ich finde, dass alte Leute oder Behinderte nicht aufs Abstellgleis gehören." Viele Auftritte vermittelt ihm die Kontaktstelle Holler in Kusel, wo René einmal in der Woche vorbeischaut. In diesem Jahr wird diese Jugendeinrichtung 30 Jahre alt.



Seit über 25 Jahren treffen sich die Dorfpaten von Bad Marienberg-Langenbach jeden Mittwoch um 14 Uhr, schauen nach den Grünbereichen, warten Brunnenanlagen und sehen beim Dorfgemeinschaftshaus in Langenbach nach dem Rechten.

Die Renovierung der alten Friedhofsmauer haben sie in die Hand genommen, ein Projekt, auf das die rüstigen Herren besonders stolz sind. Nach getaner Arbeit sitzt man noch ein wenig zusammen und pflegt die Gemeinschaft.

Aus der gemeinsamen freiwilligen Arbeit der Dorfpaten ist ein sinnstiftender sozialer Treffunkt geworden. Ihren ehemaligen Chef, den 82-jährigen Erich Gesper, haben sie "vorgeschickt": Er geht für sie alle ins Rennen um den Publikumspreis.



Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen – insgesamt 50 sogenannte "Nutztiere" leben auf dem Tiergnadenhof von Markus Guttenbacher in der Nähe von Dahn. Keiner will sie mehr haben und deswegen nimmt er sich ihrer an.

Jeden Cent und fast seine gesamte Freizeit steckt er in seinen Gnadenhof, "Wochenende" und "Urlaub" sind Fremdwörter für ihn. Zum Glück unterstützen ihn ein paar Freunde, die ihm große Tierliebe bescheinigen und gerne mit ihm arbeiten. Fast alles würde Markus Guttenbacher für seine Tiere tun und findet dafür glücklicherweise auch Verständnis bei seiner Familie.

"Tiere", sagt er, "sind das Liebenswerteste, das es gibt. Tiere sind immer ehrlich, zeigen immer ihr wahres Gesicht, sie lügen einen auch nicht an." Auch seelisch angeschlagene Menschen kommen oft auf den Hof, die Begegnung mit den Vierbeinern tut ihnen gut. Und so lebt Markus Guttenbacher nicht nur seine Tierliebe, sondern setzt sich auch sozial ein.



Auf sie ist Verlass: Seit fast 20 Jahren organisiert Ulrike Horst in ihrer Freizeit Veranstaltungen, Wochenenden oder Zeltlager für Kinder. Ob Bastelstunden, Schnitzeljagden oder ein Nachmittag, an dem fast vergessene Spiele gespielt und gelernt werden.

Die dreifache Mutter ist im Kinder- und Jugendausschuss ihrer Gemeinde im Einsatz und ihr ehrenamtliches Engagement wird in ihrem Heimatort Kalt dankbar angenommen. Als resolute Frau, die ständig neue Ideen hat, wird die Postzustellerin wahrgenommen, und die Kinder sind froh über so viel Zuwendung.

Sie finden es schön, dass Kinoabende und andere Events auf diese Weise an ihrem Wohnort stattfinden und man dafür nicht weit fahren muss. Die Freude, die die Kinder ihr zurückgeben, ist für Ulrike Horst der Ansporn, sich einzusetzen. So viel Engagement wäre ohnehin unbezahlbar.


Beim FC Germania Hütschenhausen spielen seit gut zehn Jahren gemeinsam Fußball. Beim Sport spielt keine Rolle, ob die Spieler behindert oder nicht behindert sind – Hauptsache: Tor!

Als Frederic Nageldinger die Gruppe gründete, wurde er zuerst belächelt. "Da hieß es immer: ,Die kriegen das eh‘ nicht auf die Reihe'", erinnert er sich. Aber die Kids haben mit den Jahren bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Aus einem Umkreis von bis zu 30 Kilometern kommen sie jeden Samstag zum Training oder zu den Spielen.

Ruhe und Gelassenheit, kein Druck und viel Lob sind sein Erfolgsrezept. Dabei hat Nageldinger nie richtig "Trainer gelernt". Sein Sohn ist Epileptiker und als dieser Fußball spielen wollte, fing alles an.

Mit Trainingsvideos und dem, was er von seinen eigenen Fußballlehrern "abgeguckt" hat, hat sich der Kraftfahrer das Arbeiten mit den Kindern "draufgeschafft". Sein großartiger Einsatz lässt Behinderung zur Nebensache werden und alle voneinander lernen.


Als ehrenamtliche Familienhelferin arbeitet Petra Plass in Ludwigshafen-Pfingstweide. Die 47-jährige gelernte Arzthelferin betreut vier Familien mit unermüdlichem Einsatz, verschafft den Patienten Abwechslung und den Angehörigen Entlastung.

"Demenzkranke sind für mich hilfsbedürftige Menschen – ich sehe in ihnen die Menschen, die selbst keine Stimme mehr haben. Und ihnen auch ein wenig Liebe, Zuwendung, Wertschätzung zu geben, ist ganz tief in mir ein Bedürfnis", sagt sie.

Die Kraft für ihre ehrenamtliche Tätigkeit holt sich Petra Plass aus dem Glauben, zu dem die fröhliche Frau eine lebendige Beziehung hat. Ihre Kraft will sie in das Leben der anderen hineintragen. Von manchen ihrer Familien wird sie schon fast wie eine Freundin angesehen – ein schönes Kompliment für die engagierte Ludwigshafenerin.


Claudia Presser liebt Bücher und tut alles dafür, dass diese Liebe auch auf andere übergeht. Seit gut 30 Jahren arbeitet die gelernte Erzieherin ehrenamtlich in der Bücherei am Dom in Mainz und liest an zwei bis drei Tagen in Kindergärten und Schulen vor.

Oder die Kindergruppen besuchen sie in der Bibliothek. Von der Stiftung Lesen wurde sie zur Vorleserin ausgebildet: „Weil ich es wichtig finde, den Kindern das Lesen nahezubringen“, sagt sie. Außerdem freut sie sich darüber, wie die Kinder regelrecht in die Geschichten eintauchen und völlig fasziniert davon sind.

Wen Claudia Presser für das Lesen begeistert, der bleibt meist auch im Erwachsenenalter dabei. So erweist sie der Leseförderung ihren unschätzbaren ehrenamtlichen Dienst, für den sie im Mai sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.


Sigrun Sauter, hauptberuflich in einem Speyerer Altenzentrum tätig, arbeitet ehrenamtlich im Fair-Trade-Laden der Initiativgruppe Eine Welt Speyer e.V. Dieses Fachgeschäft für fairen Handel gibt es seit 1985 und Sigrun Sauter ist von Beginn an dabei.

Produkte von Kleinbauern-Kooperativen aus Afrika, Südamerika und Asien bekommt man hier. Sie wurden so produziert, dass sie den Bauern eine Lebensgrundlage bieten. Selbst nach fast drei Jahrzehnten ist Sigrun Sauter noch begeistert – von den Produkten und dem Konzept.

Besonders mag sie den "Ruanda-Kaffee", ein "Produkt" der Partnerschaft Ruanda-Rheinland-Pfalz. Auch privat hat die Familie enge Kontakte in das afrikanische Land. "Ohne das Ehrenamt hier2, sagt Sigrun Sauter, 2kann ich mir mein Leben nicht vorstellen. Es begleitet mein ganzes Erwachsenenleben."