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Die Fallers - Die SWR Schwarzwaldserie Familienfoto

„Potenzial für die nächsten 25 Jahre“ 7 Fragen an Fallers-Schauspielerin Anne von Linstow

Zur 1000. Folge der Fallers: Anne von Linstow, die die Homöopathin Monique Guiton spielt, spricht mit uns über die erfolgreiche Schwarzwald-Serie.

Die Fallers - eine Schwarzwaldfamilie

Anne von Linstows Erstauftritt als schwangere Monique Guiton in der ersten Folge der Fallers.

Seit über zwei Jahrzehnten entführen uns die Fallers regelmäßig auf ihren Schwarzwaldbauernhof. Beim Dreh der ersten Folge dachte vermutlich noch niemand daran, dass man eines Tages die 1000. Folge im Fernsehen präsentieren würde. In einem Interview mit Anne von Linstow, der Darstellerin der Homöopathin Monique Guiton, werfen wir einen Blick zurück.

SWR.de: Frau von Linstow, am 3. Februar feiern die Fallers bereits die 1000. Folge. Das heißt, der Beginn der Serie liegt schon eine ganze Weile zurück. Was verbinden Sie mit der ersten Folge?

Anne von Linstow: Mit der ersten Folge verbinde ich ganz klar die Geburt des Kindes Albert. Ich war damals noch nicht Mutter und hatte deswegen keine Ahnung, wie das funktioniert. Daher habe ich meine Maskenbildnerin gefragt, wie man das nachvollziehen kann. Was ist das für ein Gefühl, was für ein Schmerz? Sie konnte mir das prima erklären, besser als es vielleicht ein Schauspiellehrer gemacht hätte. Dank ihr hatte ich genug Informationen, um die Geburt recht gut zu spielen.

Die Fallers sind untrennbar mit dem Schwarzwald verbunden. Was mögen Sie besonders an der Region?

Ich mag diese Grundehrlichkeit der Menschen hier. Man denkt vielleicht, dass sie ein bisschen schroff rüberkommen, verschroben und in sich gekehrt sind. Doch die Menschen merken sofort, wenn man ihnen etwas vorgaukelt. Dann öffnen sie sich auch nicht. Nähert man sich ihnen aber natürlich, dann kann man Freunde fürs Leben gewinnen!

Was sind oder waren die schwierigsten Momente für Sie in der Serie?


Schwierig wird es, wenn man einen Text hat, der einem nicht so ganz liegt. Zum Beispiel, wenn es um die Vermittlung von Informationen statt von Gefühlen geht. Bei meiner Rolle als Homöopathin in der Praxis bekommt man manchmal solche informativen Texte. Wenn man bei so einem Text an einer Stelle immer wieder hängt, dann ist das schrecklich. Man denkt die ganze Zeit daran und kann sich kaum noch entspannen, weil man weiß, dass das Team weitermachen möchte. Wirklich schwierige Sachen haben andere Kollegen erlebt, die zum Beispiel auf Felsen herumklettern mussten. Das musste ich nie.

Und was sind oder waren die schönsten Momente der Serie?

Familienfoto der Fallers im Jubiläumsjahr 2014

Familienfoto der Fallers im Jubiläumsjahr 2014

Schön ist es, wenn wir uns alle wiedertreffen. Wenn wir eine Szene drehen, in der wir alle da sein müssen: eine Taufe, ein Fest oder eine Hochzeit. Dann sieht man alle mal wieder, was ja nicht so oft der Fall ist. Wenn wir drehen, dann drehen ja höchstens zwei, drei Kollegen und das war es dann. Ein weiterer sehr schöner Moment war die Feier zum 15. Jubiläum in Alpirsbach. Dort konnten wir uns auch einmal abseits unserer Rollen präsentieren, also zum Beispiel singen oder dichten.

Wie fühlt sich das an, so lange in einer Serie mitzuspielen?

Man verändert sich. Ich kam dort mit einem Akzent an, denn meine Mutter ist Französin und ich bin in Frankreich aufgewachsen. Das hat man in den ersten Folgen deutlich herausgehört. Im Laufe der Zeit ist der Akzent dann etwas weniger geworden. Man verändert sich, es ist ja immerhin ein Vierteljahrhundert, also ein ganzes Stück Leben. Das sieht man auch in der Entwicklung der Rollen, die sich so entwickeln, wie es ein Mensch vielleicht in Wirklichkeit tun würde. Man wird weniger naiv, man wird gestandener - oder auch gebrochen. Das Jugendliche ist weg, aber so ist das Leben eben. Und das ist gut so.

Was hat sich im Verlauf der Serie am meisten verändert?

Das Ursprüngliche, wie Schwarzwaldbauern wirklich leben, das ist ein bisschen verloren gegangen: zum Beispiel das Sauerkraut noch in der Küche selber stampfen und hobeln. Am Anfang ging es nur um den Kern der Familie, aber mit den Jahren kamen immer mehr Leute dazu, die auch das Dorfleben darstellen. Das ist auch gut so, denn so gehen die Geschichten nicht so schnell aus. Natürlich hat sich auch die Bildqualität im Laufe der Zeit sichtbar verbessert. Was sich dagegen überhaupt nicht verändert hat, ist der Spaß an der Arbeit. 

Meinen Sie, dass es noch viel bei den Fallers zu erzählen gibt?

Johanna, Monique und Kati im Hofladen bei der Vorbereitung von Essen

Es ist das alltägliche Leben der Fallers, mit dem sich die Zuschauer identifizieren.

Sagen wir es mal so: Das Leben schreibt die Geschichten. Die Fallers zeigen das alltägliche Leben einer Bauernfamilie im Schwarzwald. Dort passiert mal Wichtiges und mal weniger Wichtiges. Der Zuschauer identifiziert sich mit uns. Ich glaube, der Erfolg liegt auch daran, dass wir bei den Fallers eben nicht immer ganz besonders sein wollen. Wir erzählen auch von den kleinen Freuden des Lebens.

Außerdem haben wir eine gute Redaktion und gute Autoren, die sich immer wieder das eine oder andere einfallen lassen. Es geht nicht immer um alle, sondern oft nur um eine einzelne Figur. Daher liegt da bestimmt auch noch Potenzial für die nächsten 25 Jahre.