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SENDETERMIN So, 27.10.2019 | 22:50 Uhr | SWR Fernsehen

Debüt im Dritten Scherbenpark

Spielfilm Deutschland 2012

Scherbenpark, Treffpunkt von Jugendlichen ohne Perspektive. Dort lernt Sascha für ihr Abitur, bis der Stiefvater ihre Mutter erschießt. Sie will Vergeltung, bricht aus und lernt die Liebe kennen

Im Scherbenpark nimmt man sich, was man haben will. Es braucht eine große Klappe und ein dickes Fell, wenn harte Sprüche von der Seite kommen und die eigene Mutter ermordet wird. Sascha ist eine junge Frau, furchtlos, verdammt schlau und im Scherbenpark zu Hause. Wer ihre Mutter auf dem Gewissen hat, weiß Sascha genau: Ihr Stiefvater Vadim E. Dass ihn die Justiz kassiert hat, tröstet sie nicht. Und dann erscheint in der Zeitung auch noch ein Artikel, der den Mörder ihrer Mutter als geläuterten, reumütigen Sünder darstellt.

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Debüt im Dritten

Scherbenpark

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Scherbenpark – so nennen die Jugendlichen aus der Vorstadtsiedlung ihren Treffpunkt. Scherbenpark – das Wort passt auch zum Leben der siebzehnjährigen Sascha, die dort zuhause ist.

Scherbenpark – so nennen die Jugendlichen aus der Vorstadtsiedlung ihren Treffpunkt. Scherbenpark – das Wort passt auch zum Leben der siebzehnjährigen Sascha, die dort zuhause ist.

Sascha schlägt sich nicht nur mit den üblichen Problemen junger Mädchen herum, seit ihr Stiefvater ihre Mutter ermordet hat, will sie Rache. Zu ihrem Übel erscheint in der Zeitung auch noch ein Artikel, der den Mörder als reumütigen Sünder darstellt. Der verantwortliche Redakteur Volker Trebur bekommt Saschas geballte Wut zu spüren.

Dem tut die Sache jedoch ehrlich leid und er will das Geschehene wieder gut machen. Sascha landet mitten im bildungsbürgerlichen Leben, als sie Trebur beim Wort nimmt und spontan zu ihm und seinem Sohn Felix ins ökologische Passivhaus zieht. Hier gelten ganz andere Regeln als im Scherbenpark.

Sein behüteter Sohn Felix wirkt im Vergleich zu Sascha kindlich, doch wirbt er offensiv um die junge Frau und Sascha lässt seine naiv-fordernden Annäherungsversuche zu.

Aber auch Volker Treburs Verhältnis zu Sascha schwankt zwischen Respekt, väterlicher Fürsorge und erotischer Anziehung.

Sascha fühlt sich sowohl zu Felix als auch zu dem charismatischen Volker hingezogen. Es entspinnt sich eine sanfte Dreiecksgeschichte.

Bettina Blümners Verfilmung des Romans "Scherbenpark" von Alina Bronsky nach der Drehbuchadaption von Katharina Kress beleuchtet mit teilweise komödiantischem Blick und spritzig- bissigen Dialogen einen Entwicklungsschritt im Leben der sympathischen, frechen Heldin Sascha. Jasna Fritzi Bauer verkörpert liebevoll, aber mit aller Direktheit, Präsenz und Energie dieses junge, hochbegabte russische Mädchen.

Der verantwortliche Redakteur Volker Trebur bekommt Saschas geballte Wut zu spüren. Dem tut die Sache jedoch ehrlich leid und er will das Geschehene wieder gut machen. Sascha landet mitten im bildungsbürgerlichen Leben, als sie Trebur beim Wort nimmt und spontan zu ihm und seinem Sohn Felix ins ökologische Passivhaus zieht. Hier gelten ganz andere Regeln als im Scherbenpark. Sascha fühlt sich sowohl zu Felix als auch zu dem charismatischen Volker hingezogen und es entspinnt sich eine sanfte Dreiecksgeschichte.

Bettina Blümners Verfilmung des Romans "Scherbenpark" von Alina Bronsky nach der Drehbuchadaption von Katharina Kress beleuchtet mit teilweise komödiantischem Blick und spritzig- bissigen Dialogen einen Entwicklungsschritt im Leben der sympathischen, frechen Heldin Sascha. Jasna Fritzi Bauer verkörpert liebevoll, aber mit aller Direktheit, Präsenz und Energie dieses junge, hochbegabte russische Mädchen und spielt bravourös ihre Dreiecksgeschichte zwischen einem Arbeitskollegen ihrer ermordeten Mutter und dessen Sohn.


SaschaJasna Fritzi Bauer
Volker TreburUlrich Noethen
Felix TreburMax Hegewald
PeterVladimir Burlakow
MaschaJana Lissovskaia
AnnaMaria Dragus
AntonCedric Koch
AlissaLara Siebertz
IgorKonstantin Folov
GregorijMark Zak
KevinYung Ngo
MuratMichael Keseroglu

RegieBettina Blümner
Drehbuch

Katharina Kress, nach dem gleichnamigen

Roman von Alina Bronsky

KameraMathias Schöningh
SchnittInge Schneider
MusikAli N. Askin
SzenenbildJost Schrader
KostümbildBettina Marx
Executive ProducerTim Rostock
ProduzentinnenSabine de Mardt, Iris Wolfinger
RedaktionStefanie Groß

Eine Produktion der Eyeworks Film Gemini in Koproduktion mit dem SWR. Gefördert von Film- und Medienstiftung NRW, MFG Filmförderung, DFFF

Auszeichnungen: Festival Max-Ophüls Preis: Drehbuchpreis für Katharina Kress und beste Darstellerin Jasna Fritzi Bauer, Publikumspreis beim Filmkunstfest Schwerin


Katharina Kress (li) und Bettina Blümner

Katharina Kress (li) und Bettina Blümner

Katharina Kress, 1979 in Westerland geboren, studierte Germanistik, Geographie und Psychologie an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg, wo sie 2007 mit einer Diplomarbeit über die Drehbuchgenese der Literaturadaption »Das Parfum« abschloss. Von 2007 bis 2010 studierte sie an der Filmakademie Baden-Württemberg im Aufbaustudiengang Drehbuch, Abteilung Szenischer Film und arbeitet inzwischen als freie Autorin.

Ihr Kurzfilm »Am anderen Ende« von 2009 wurde zweifach mit dem First Steps Award ausgezeichnet und wurde genauso wie der nachfolgende Film »Monika« im Kurzfilmprogramm von Debüt im Dritten ausgestrahlt.


Bettina Blümner studierte an der Bauhaus-Universität, der Filmakademie Baden-Württemberg und der Esuela Internacional de Cine y Television auf Kuba. In dieser Zeit entstanden verschiedene Kurzfilme, 1999 »Forever Young«, 2001 »Sommersonne«, 2003 »Wash and Go« und 2004 »Die Kette«. Auf Kuba entstand »La vida dulce« (2004) über Muttertagsbräuche kubanischer Familien. Großen Erfolg hatte Bettina Blümners abendfüllender Dokumentarfilm »Prinzessinnenbad« von 2007, der u. a. mit dem Preis Dialogue en Perspective der Berlinale und dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde.