Bitte warten...

Debüt im Dritten 2016 Nachspielzeit

Moderner Heimatfilm

"Am Ende ein Heimatfilm" nennt Regisseur Andreas Pieper "Nachspielzeit". Der Deutschtürke Cem kämpft in seinem "Heimat"-Kiez Neukölln um seine Identität. Mit seinen familiären Wurzeln, im Fußballverein und mit seiner Liebe zu einer jungen Deutschen. Auflösung ist hier nicht möglich, aber Hoffnungsmomente gibt es durchaus.

Liebe zum Kiez

Cem (Mehmet Atesci) ist Mitte 20 und leistet seinen Freiwilligendienst im Altersheim. Dort verliebt er sich in Astrid (Friederike Becht), die als Tanztherapeutin den Bewohnern zu neuem Schwung verhilft.

Cem (Mehmet Atesci) ist verzaubert von Astrid (Friederike Becht)

Cem (Mehmet Atesci) ist verzaubert von Astrid (Friederike Becht)

Kämpfer und Verlierer

Und Cem liebt Berlin-Neukölln. Dort ist er aufgewachsen, und er will seinen Kiez verteidigen: gegen Nazis, Spekulanten und Verdrängung. Aber wie geht das eigentlich? Wer sind hier die wahren Gegner? Und wie funktioniert der Kampf?

Cem (Mehmet Atesci) wurde aus der Fußballmannschaft ausgeschlossen und schmiedet Pläne, wie er sich beim Gegner rächen kann.

Cem (Mehmet Atesci) wurde aus der Fußballmannschaft ausgeschlossen und schmiedet Pläne, wie er sich beim Gegner rächen kann.

Deutsch-Türkischer Fußballkonflikt

Einen Ausgleich sucht Cem bei seiner anderen großen Leidenschaft, dem Fußball. Bei einem Spiel gerät er heftig mit Roman (Frederick Lau) aneinander. Roman droht ihm. Am nächsten Tag sind im Restaurant von Cems Eltern die Fensterscheiben eingeworfen. Ein Zufall? Cem schwört Rache. Doch der Zweikampf zieht immer größere Kreise. Als Astrid plötzlich ins Visier von Roman gerät, spitzt sich der Konflikt dramatisch zu. Plötzlich geht es um Leben und Tod.

"Nachspielzeit" ist ein rauher, dunkler Film, durchdrungen vom Rap. Wem gehört die Stadt? ist die Leitfrage in diesem sehr zeitgenössischen Heimatfilm.

1/1

Nachspielzeit | von Andreas Pieper

In Detailansicht öffnen

Der junge Deutschtürke Cem (Mehmet Atesci) lebt in Berlin-Neukölln. Getrieben von dem Willen, sein Leben anders anzugehen als sein angepasster Vater, eckt er häufig an.

Der junge Deutschtürke Cem (Mehmet Atesci) lebt in Berlin-Neukölln. Getrieben von dem Willen, sein Leben anders anzugehen als sein angepasster Vater, eckt er häufig an.

Seinen Platz im Berliner Kiez hat Cem auch in seinem Fußballclub Bilikspor Neukölln.

Beim Fußballturnier trifft Cems Mannschaft Bilikspor Neukölln auf die von Roman (Frederick Lau). Klar, dass das ein hart umkämpftes Spiel wird.

Nach heftigem Foulspiel fliegt Cem aus der Fußballmannschaft. Er schmiedet Pläne, wie er sich an dem Deutschen Roman, der ihm alles eingebrockt hat, rächen kann.

Roman (Frederick Lau) muss laufen. Cem hat seinen Autoschlüssel geklaut.

Roman (Frederick Lau) will seinen Vater besuchen, er braucht den Ersatzschlüssel für den Wagen.

Roman und seinem Vater (Uwe Preuss) haben ein schwieriges Verhältnis. Nur manchmal gelingt eine Art von Annäherung.

Cem (Mehmet Atesci) hat die Altenpflegerin Astrid (Friederike Becht) zu einem Ausflug überredet.

Cem verliebt sich in Astrid.

Regisseur Andreas Pieper (5. v.li.): "Gruppen definieren sich über Zeichen, Slogans, Räume. Identität entsteht durch Abgrenzung. Dieser diffuse Frontverlauf in der geteilten Stadt. Dass Idealismus nicht vor Unrecht schützt. Wie das Eingeständnis der eigenen Unzulänglichkeiten aber auch zu Nähe führen kann. Am Ende ein Heimatfilm."

Produktionsnotiz

Andreas Pieper studierte an der UFF Potsdam Babelsberg. "Nachspielzeit" hatte 2014 auf dem Max Ophüls Festival Uraufführung und ist eine Koproduktion der Lichtblick Media GmbH mit dem SWR und Arte.