Bitte warten...

SENDETERMIN So, 4.8.2019 | 23:15 Uhr | SWR Fernsehen

Debüt im Dritten Abseitsfalle

Spielfilm Deutschland 2012

"Abseitsfalle" ist die Geschichte einer Liebe in Zeiten der Globalisierung. Von Working-Class-Heroes, die sich mit dem Humor der Verzweiflung dagegen wehren, im Abseits zu landen.

1/1

Debüt im Dritten | 01.12.14

Abseitsfalle

In Detailansicht öffnen

In einer Stadt im Ruhrgebiet: Mike Sobotka (Sebastian Ströbel, 2.v.re.) ist eine wichtige Stütze der Werksmannschaft und ein engagierter Mann im Arbeitskampf seines Werks.

In einer Stadt im Ruhrgebiet: Mike Sobotka (Sebastian Ströbel, 2.v.re.) ist eine wichtige Stütze der Werksmannschaft und ein engagierter Mann im Arbeitskampf seines Werks.

Karin Wegmann (Bernadette Heerwagen) arbeitet beim Waschmaschinenhersteller PERLA in der Personalabteilung und wartet auf die Karrierechance. Die kriegt sie, unverhofft und bitter:

400 Leute müssen weg, sonst macht das Werk dicht. Ansage vom US-Mutterkonzern. Karin wird dem Mann zur Seite gestellt, Dr. Kruger (Christoph Bach), der die Leute rauskicken soll.

Per Abfindung und Transfergesellschaft sollen die Arbeiter geködert werden, freiwillig zu gehen. Jetzt hat Karin ihre Chance - und keine Wahl: Das Werk muss gerettet werden. Aber: gegen die eigenen Kollegen vorgehen? Schönes Dilemma.

Damit nicht genug. Sie lernt Mike kennen. Der arbeitet am Band und kickt in der Werksmannschaft. Freiwillig gehen?! Sich selbst "wechkündigen"?! Erlaubt die Krise denen denn alles?! Nix da! Es reicht!

Mike mobilisiert die Mannschaft, um Mutterkonzern und Karins “sozialverträglichem” Programm die Rote Karte zu zeigen.

Die Fußballmannschaft (v.l.n.r. Knut Hartwig als Frank, Fabian Busch als Podolski, Tim Seyfi als Garibaldi, Lutz Pinkert als Heiko, Sebastian Ströbel als Mike und Stefan Szász als Willy Zwo) hat Direktor Adam (Jochen Kolenda) festgesetzt. Ob das im Kampf um den Erhalt des Werks weiterhilft, ist aber durchaus zu bezweifeln.

Dr. Kruger (Christoph Bach) findet den Solidarpakt zwischen den europäischen Perlawerken, den sich die Werksmannschaft ausgedacht hat, lächerlich und gibt das Karin (Bernadette Heerwagen) deutlich zu verstehen.

Die Werksmannschaft des Bochumer Perla-Werks.

Voller Begeisterung stimmt die Werksmannschaft für den Solidarpakt zwischen den europäischen Perla-Werken.

Die Werksmannschaft mit ihren Pompom-Mädels.

Karins Vater (Jürg Löw) als engagierter Zuschauer beim Spiel der deutschen und polnischen Werksmannschaft.

Karin (Bernadette Heerwagen) hat den Fußballern etwas mitzuteilen.

Der Solidarpakt zwischen den Werksmannschaften ist zerbrochen, der Kampf wird härter und Mike (Sebastian Ströbel) ist mittendrin.

Autorin Beatrice Meier und Regisseur Stefan Hering (li.) verbinden das Drama um die Werkschließung des fiktiven Perla Werkes (die Vorgänge sind an die Werkschließung von Opel Bochum angelehnt) mit dem privaten Liebes- und Lebensglück der Hauptfigur Karin, die ihrem Milieu durch ihre Karriere entrinnen will. Eine packende Geschichte über die menschenverachtenden Sparkurse von Unternehmen versus Solidarität von Mitarbeitern, über den Spagat zwischen Pragmatismus und Idealismus, Kapitalismus und Arbeiterinteressen sowie die Idee eines europaweiten Wiederstandes gegen globale Konzernstrategien. Und um den Mut und Kreativität der Mitarbeiter, gegen ein ungerechtes System zu rebellieren.

Bochum. Karin arbeitet bei der Waschmaschinenfabrik PERLA in der Personalabteilung und wartet auf ihre Karrierechance. Die erhält sie auf finstere Weise: 400 Leute müssen eingespart werden, da sonst das Werk geschlossen würde. Das ist die Ansage vom Mutterkonzern. Karin gibt ihr Bestes für die Sozialverträglichkeit der Kündigungen, zusammen mit Dr. Kruger. Doch dann verliebt sie sich - in Mike, der die Kollegen und die Werksmannschaft gegen das Abfindungsprogramm mobilisiert ...

Autorin Beatrice Meier und Regisseur Stefan Hering verbinden das Drama um die Werkschließung des fiktiven Perla Werkes (die Vorgänge sind an die Werkschließung von Opel Bochum angelehnt) mit dem privaten Liebes- und Lebensglück der Hauptfigur Karin, die ihrem Milieu durch ihre Karriere entrinnen will. Eine packende Geschichte über die menschenverachtenden Sparkurse von Unternehmen versus Solidarität von Mitarbeitern, über den Spagat zwischen Pragmatismus und Idealismus, Kapitalismus und Arbeiterinteressen sowie die Idee eines europaweiten Wiederstandes gegen globale Konzernstrategien. Und um den Mut und Kreativität der Mitarbeiter, gegen ein ungerechtes System zu rebellieren.


Karin WegmannBernadette Heerwagen
Mike SobotkaSebastian Ströbel
Dr. Thomas KrugerChristoph Bach
Vatta WegmannJürg Löw
PodolskiFabian Busch
GaribaldiTim Seyfi
GittieDagmar Sachse
TinaCharlotte Bohning
SchüppeAndreas Windhuis
Willy ZwoStephan Szász
Herr WassmannHerbert Schäfer
BorchertHeinrich Schafmeister

DrehbuchBeatrice Meier
RegieStefan Hering
KameraChristof Oefelein
SchnittOliver Grothoff
MusikMatthias Hornschuh
SzenenbildCora Pratz und Cordula Jedamski
KostümbildFrauke Firl
CastingClemens Erbach
ProduktionRoswitha Ester und Torsten Reglin
RedaktionStefanie Groß / SWR, Barbara Häbe / ARTE

Eine Produktion der Ester.Reglin.Film in Koproduktion mit SWR und ARTE. Gefördert durch Film- und Medienstiftung NRW, FFA und DFFF.

Auszeichnungen: Berndt-Media-Preis des Kinofests Lünen, Ludwigshafener Drehbuchpreis für Beatrice Meier

Beatrice Meier und Stefan Hering

Beatrice Meier und Stefan Hering

Beatrice Meier wurde 1969 in Bochum geboren. Sie machte an der Universität Düsseldorf das Diplom als Literaturübersetzerin und schrieb währenddessen für Zeitungen an Rhein und Ruhr. Seit 1995 arbeitet sie Teilzeit für Arte in Straßburg in Textredaktion und Sprachregie. Beatrice Meier absolvierte ein Drehbuchseminar an der INA in Paris und verschiedene Drehbuchkurse. 2002/2003 war sie Stipendiatin der Drehbuchwerkstatt München und nahm 2006 am Autorenprogramm der Internationalen Filmschule Köln teil. »Abseitsfall« ist ihr erster abendfüllender Film.


Stefan Hering, 1972 in Stuttgart geboren und in Heubach aufgewachsen, machte eine Ausbildung zum Bankkaufmann, begann zunächst Betriebswirtschaft zu studieren und ging dann zum Produktionsstudium an die HFF München. Er schloss dort mit einem Regieprojekt ab, dem mehrfach ausgezeichneten Mundart-Kurzfilm »Moianacht «. Parallel legte er sein BWL-Diplom ab. Es folgte ein Aufbaustudium Regie an der Hamburg Media School. Dort entstanden die Kurzfilme »Der Bildermacher«, »Eject« und »Neuland«. Seitdem ist er als Regisseur tätig und inszenierte u. a. Imagefilme, Werbespots, Kindersendungen, Dokumentarfilme und den erfolgreichen Kurzfilm »Ten« mit Jopi Heesters in seiner letzten Rolle. »Abseitsfalle« ist sein erster Kinofilm.