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Rund um den Mond Hat der Mond Einfluss auf uns Menschen?

Beeinflusst der Erdtrabant das Verhalten von uns Menschen? Seit Anfang der 90er Jahre finden im deutschen Buchhandel immer mehr Publikationen Verbreitung, in denen behauptet wird, dass der Mond uns den Lebensrhythmus liefert. Wie ein Metronom gibt er dem Leben auf der Erde den Takt an.

Historischer Mondkalender

Historischer Mondkalender

Unser Trabant soll Kindern zum Schlaf verhelfen. Schlafwandler fühlen sich von ihm magisch angezogen und glauben, dass sie "vollmondsüchtig” sind. Manch andere wiederum behaupten, sie können wegen ihm nicht schlafen.

Der Mondkult wird mit verschiedenen Ritualen und Sitten begangen. Die Vollmondnächte feiert man mit ununterbrochenem Trommeln und Tanzen. Seit Jahrhunderten glaubt man an die Macht des Mondes. Schon faszinierend, aber stimmt es?

Er ist rund 384.000 Kilometer entfernt und nur ¼ so groß wie die Erde. Dennoch hat er große Einwirkung auf den blauen Planeten. Dort, wo er über der Erde steht, zieht er die Wasseroberfläche an sich heran. Viele Meeresbewohner nutzen die Flut, lassen sich von ihr ans Land spülen und vergraben ihre Eier im Sand, um sie vor Raubfischen zu schützen.

Aber beeinflusst der Mond auch das Verhalten von uns Menschen?
Der Glaube an die Macht des Silbergestirns ist so alt wie die Menschheitsgeschichte. Die griechische Mondgöttin Selene schützte die Frauen in der Zeit der Geburt. Luna war ihre römische Entsprechung. Cháng'é, die chinesische Göttin, lebte sogar auf dem Mond mit ihrem Hasen. Viele Legenden ranken sich um unseren Trabanten. Die Sage von der Mondprinzessin Kaguya ist eine der ältesten japanischen Dichtungen. Das deutsche Volksmärchen erzählt vom Mann im Mond, der dorthin zur Strafe befördert wurde.

Schon in frühen Kulturen waren die Mondphasen Maß für den Monat und damit auch für den Kalender. Das Alte Testament und der Koran beschreiben den Mond als Himmelskörper, den Gott geschaffen hat, um die Nacht vom Tag zu scheiden und den Menschen eine Hilfe zur Zeitberechnung zu geben.

Auch heute gehen Mondkalender in Millionenauflage über die Ladentheken. Nach alter Überlieferung sollten bestimmte Anwendungen sowohl „günstige“ wie auch „ungünstige“ Zeitpunkte haben. Mancher Friseur schneidet nur an den Löwe-Tagen im Vollmond die Haare. Viele andere Dinge des täglichen Lebens, wie Pflanzenpflege, Putzen, Kochen oder Zahnarztbesuche sollen von der Mondphase abhängig sein. Nach Mondkalender und Horoskop soll das Silbergestirn auch für Lebensvorgänge, wie Geburt, Liebe, Ehe und Tod verantwortlich sein. Der Glaube jedoch, wonach bei Vollmond mehr Geburten, mehr Verkehrsunfälle, Verbrechen und Selbstmorde stattfinden, konnte wissenschaftlich nicht bewiesen werden.