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SENDETERMIN Fr, 17.6.2016 | 12:15 Uhr | Das Erste

Rainer Biesinger

Rainer Biesinger hat alles ausprobiert, was ging. Alkohol, Drogen und Gewalt - das volle Programm. Vollgas lebte er mehrere Jahre auf der Überholspur bis er sich schließlich gefangen und gerettet hat.

Würden Sie es wieder machen?
Auf jeden Fall und um jeden Preis!

Was war der schwierigste Moment?
Zu erkennen, dass ich mich meilenweit von meinem wahren Selbst entfernt hatte und komplett ferngesteuert war. Ich stand vor der Entscheidung "friss oder stirb". Der einfachste Weg wäre damals gewesen, mir mein Hirn vollends wegzuballern, und endgültig aus dem Leben auszuchecken. Dazu war ich wohl zu weich und zu feige. Ich habe mich für das Leben entschieden und konstant konsequent damit begonnen gnadenlos die Verantwortung für mich und mein Leben zu übernehmen. Ich war gestorben und wurde neu geboren.

Was war der schönste Moment?
Aus dem absoluten Nichts heraus und eben durch mein Anderssein habe ich mir meinen eigenen Markt geschaffen. Das macht mich stolz, zufrieden, treibt mich an und lässt mich heute ein recht zufriedenes, glückliches, und erfolgreiches Leben führen.

Was hilft auf Durststrecken?
Aushalten und durch …!

Der beste Rat für Zauderer?
Persönliche Veränderung ist jederzeit möglich! Wenn ich aus meiner Odyssee durch die tiefsten Abgründe menschlichen Daseins auch nur eines gelernt habe, dann ist dies meine Kernaussage: "Egal was du tust, du schenkst dir immer selber ein!"

Mein altes Leben war...
eine Groteske. Vollgas auf der Überholspur in der Achterbahn des Lebens. Ein dreißigjähriger Krieg gegen mich selbst. Gelebter Wahnsinn zwischen Abhängigkeit, Größenwahn, und Depression. Ich habe in meinen Drogenräuschen und Alkoholexzessen vieles gesucht: Spaß; Aufregung; Identität; Heimat. Ich habe es auch gefunden, zumindest anfangs. Drogen funktionieren klasse, sie machen einen super Job. Sonst würde sie ja keiner nehmen.

Mein neues Leben ist...
viel zu geil um einfach wieder auf den Müll geschmissen zu werden.