Bitte warten...
Zitronen am Baum

SENDETERMIN Di, 6.8.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Zitrone, Orange, Kumquat und Co. Zitruspflanzen richtig pflegen

Mediterrane Pflanzen bringen Urlaubsstimmung auf den Balkon oder die Terrasse - wir erklären, wie es ihnen dort auch richtig gut geht!

Zitruspflanzen richtig umtopfen

Der beste Zeitpunkt für das Umtopfen von Zitrus ist eigentlich das Frühjahr (Anfang der Wachstumssaison). Aber neu gekaufte Pflanzen sollten auch bald in einen etwas größeren Topf mit frischer Kübelpflanzenerde gesetzt werden, damit sie sich gut an ihrem neuen Standort etablieren können. Die Verkaufstöpfe sind in der Regel zu klein und die Nährstoffe begrenzt.

Kübelpflanzenerde hat im Gegensatz zu normaler Blumenerde mehr mineralische Anteile (kleine Steinchen, Lava etc.). Sie ist schwerer und hält besser die Struktur, schrumpft also nicht. Lassen Sie oben 2 cm Platz, um besser gießen zu können (Gießrand). Wenn man nicht rechtzeitig umtopft, kommt die Chlorose umso früher.

Chlorose vorbeugen

Eine Mangelerscheinung, die man an gelb verfärbten Blättern mit grünen Blattadern erkennt. Früher wurde das durch einen Eisenmangel und zu einen hohen pH-Wert der Erde erklärt. Deshalb sollte man mit kalkarmem Regenwasser gießen und viel Eisendünger geben. Das ist inzwischen widerlegt!

Es handelt sich um Kalziummangel, wie an der Forschungsanstalt Geisenheim herausgefunden wurde. Ein guter Zitrusdünger enthält also Kalzium! Dieser lässt sich leicht selber herstellen:

Man kann Kalksalpeter (Calciumnitrat) in Wasser auflösen (1-2 TL auf 1L) und mit einem flüssigen Grünpflanzendünger (viel Stickstoff, wenig Phosphor) kombinieren. Da ist dann alles an weiteren Spurenelementen ausreichend vorhanden. Und beim Wasser besser Leitungswasser nehmen, je härter desto besser.

Schildläuse loswerden

Wenige werden mechanisch entfernt z.B. mit dem Fingernagel oder mit Hausmittel spritzen:

20 ml Spiritus + 80 ml Wasser + ein bisschen Schmierseife. Das direkte Betupfen mit Spiritus hilft auch.

Veredeln - das steckt dahinter:

Veredeln nennt man das Pfropfen eines Zweiges oder einer Knospe von einer Pflanze auf eine andere, die diesen aufgepfropften Teil (Edelsorte) dann ernährt. So kann man Sorten über viele Generationen erhalten, ohne dass sich die Gene ändern. Die Unterlage (also Wurzel und Stamm) ist in der Regel von robusten Arten, die mehr Frost abkönnen oder resistenter gegen Schädlinge sind.

1/1

So geht's

Die Veredelung - Schritt für Schritt

In Detailansicht öffnen

Bei den verschiedenen Zitrusgewächsen im Handel ist die Unterlage häufig von der Bitterorange (Poncirus trifoliata, Dreiblättrige Orange). Blätter, Zweige und Früchte sind dann die Edelsorte - also die wertvolle Züchtung - zum Beispiel eine Kumquat, eine Zitrone oder Buddhas Hand.

Bei den verschiedenen Zitrusgewächsen im Handel ist die Unterlage häufig von der Bitterorange (Poncirus trifoliata, Dreiblättrige Orange). Blätter, Zweige und Früchte sind dann die Edelsorte - also die wertvolle Züchtung - zum Beispiel eine Kumquat, eine Zitrone oder Buddhas Hand.

Als Erstes wird ein T-förmiger Schnitt an der Empfängerpflanze vorgenommen. Einmal quer...

... dann längs. Es gibt spezielle Veredelungsmesser, die sehr gut dafür geeignet sind - ein scharfes Cutter-Messer tut es aber auch.

Das "T" wird anschließend aufgeklappt, damit die Edelsorte später eingesetzt werden kann.

Die vorbereitete Veredelungsstelle.

Wir nutzen Buddhas Hand zur Veredelung.

Eine Veredlung funktioniert sogar mit nur einer Knospe (Auge), die übertragen wird. Man spricht auch vom sogenannten "Okulieren" (Oculus = lat. Auge). Das Auge wird mit einem scharfen Messer von der Spenderpflanze abgetrennt.

Achtung: Die Schnittfläche möglichst nicht berühren, damit sie nicht verunreinigt wird.

Das abgetrennte Auge wird nun an der vorbereiteten Stelle unter die Rinde der Empfängerpflanze geschoben.

Anschließend wird die Stelle mit einem Gummiband fixiert. Das Auge selbst wird dabei nicht direkt umwickelt.

Die Schnittstellen werden schließlich mit Baumharz oder Wachs versiegelt.

Es funktioniert nicht immer, weil die lebenden Gewebe genau aufeinandertreffen müssen, aber es lohnt sich, diese alte Gärtnertechnik einmal auszuprobieren. Das haben bereits die Römer praktiziert.


Im Studio: Dr. Markus Phlippen, Biologe und Gärtner


aus der Sendung vom

Di, 6.8.2019 | 12:15 Uhr

Das Erste