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SENDETERMIN Do, 18.4.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Wildbienen schützen Insektenhotel für Wildbienen

Nektar- und pollensuchende Insekten sind Gold wert: Über 80 % unserer heimischen Blütenpflanzen sind auf Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Bestäuber angewiesen, um Samen und Früchte bilden zu können.

Wir Menschen spüren diese Leistung der Blütenbestäuber erst, wenn sie fehlt – etwa, wenn Obstbäume zwar üppig blühen, dann aber keine Früchte tragen. Und wo die Insekten rar werden, da haben es auch viele Vögel (und andere Tiere) schwer oder bleiben fern.

In den Gärten stehen heute vielfach exotische oder unfruchtbar gezüchtete Hybriden, wie etwa Gefüllter Schneeball, deren sterile Blüten zwar wunderhübsch aussehen, die aber den Tieren keinerlei Nektar, Pollen, Samen oder Früchte anbieten. Kirschlorbeer, Forsythie, Scheinhasel – alles für die Tierwelt wertlose Sträucher!

Wertvolle Bienenpflanzen hingegen sind – zum Beispiel:

  • Lavendel (Lavandula),
  • Sonnenhut (Echinacea purpurea),
  • ungefüllte Stockrosen (Alcea rosea),
  • Herzgespann (Leonurus cardiaca),
  • Raublattastern (Aster novae-angliae).

Sie bieten bis in den Herbst hinein reichlich Blüten-Leckerbissen, ebenso ein Beet mit einjährigem Buchweizen (Fagopyrum esculentum) und Büschelschön (Phacelia tanacetifolia).

Im Nutzgarten

Boretsch, Minze, Oregano, Salbei, Schnittlauch und Thymian sind beliebt bei Schmetterlingen, Bienen, Hummeln und anderen Insekten, auch im Balkonkasten. Ernten Sie nur einen Teil der Blätter und Blütenstände von Kräutern und lassen Sie die Kräuter auch zum Blühen kommen, damit Bienen, Schmetterlinge und andere Pollen- und Nektarsammler Nahrung finden. Auch Gemüse wie Lauch oder Küchenzwiebeln sollten Sie bis zur Blüte stehen lassen, sie sind begehrt bei vielen Wildbienen.

Wildbienen-Holznest

Mauer-, Löcher- und viele andere Wildbienen legen ihre Eier in Löcher im Holz, die natürlicherweise von verschiedenen Käferarten gebohrt werden. Auch Grab-, Mörtel- und Lehmwespen nutzen diese verlassenen Wohngänge für ihre Brut. Diesen Hautflüglern können Sie auf ganz einfache Weise Nistplätze bieten.

Material

  • 2 Hartholz, 15 x 15 cm, 4 cm dick
  • neue Holzbohrer 2 – 8 mm Durchmesser, die glatte Löcher bohren
  1. Besorgen Sie beim Treppenbauer in Ihrer Nähe das Hartholz, zum Beispiel Buche oder Holz eines anderen Laubbaums, gut geeignet ist auch das Holz von Obstbäumen. Verwenden Sie kein Nadelholz (Kiefer, Fichte, Lärche), denn das Harz verklebt die Bohrlöcher.
  2. Bohren Sie nun mit verschiedenen Holzbohrern bohrertiefe Sacklöcher mit Durchmessern von 2 – 8 mm in das Holz. Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Löcher blind enden und nicht das Holzstück durchbohren! Lassen Sie etwa 1 cm Platz zwischen den einzelnen Löchern. Das Holz darf an den Löchern nicht reißen.
  3. An einer sonnigen, regen- und windgeschützten Stelle unter einem Dachvorsprung, an einer Mauer oder Wand stabil befestigen. Es sollte nicht schaukeln. Mit Erde oder Harz zugedeckelte Löcher zeigen Ihnen, dass sich darin Wildbienenlarven entwickeln, die im kommenden Frühjahr schlüpfen.

Tipp
Am besten bauen Sie mehrere Holznester und bohren in jedes Holznest Löcher mit nur zwei verschiedenen Lochdurchmessern!

Wildbienen-Halm-Nisthilfe

Hohle Pflanzenstängel sind für manche Wildbienen die perfekten Höhlen, in denen ihre Larven heranwachsen. Sie tragen Pollen in die hohlen Stängel und legen ein Ei dazu. Im kommenden Jahr schlüpft dann der Nachwuchs zur selben Zeit, wie in diesem. Belassen Sie daher die bewohnten Halme draußen an einer regen- und frostgeschützten Stelle, damit die nächste Generation der Wildbienen schlüpfen kann.

Material

  • Bambusstäbe
  1. Sägen Sie den Bambusstab in 13 – 20 cm lange Stücke. Wichtig: Ein Ende sollte blind geschlossen, das andere ganz glatt und ohne Risse sein.
  2. Säubern Sie das Innere der Bambusstücke sorgfältig mit einer dünnen Bürste und Pfeifenputzer.
  3. Glätten Sie den Rand mit feinem Sandpapier.
  4. Falls beide Enden offen sind, sollten Sie ein Ende des Bambusstücks mit Kerzenwachs verschließen.
  5. Bündeln Sie etwa 10 – 15 Bambusstücke zu einem kleinen Wildbienenhotel, die Sie mit Schnur oder Paketband fixieren.
  6. Auch die hohlen, trockenen Stängel von Forsythie sowie die markhaltigen Stängel von Holunder, Brombeere, Himbeere, Heckenrose und Sommerflieder eignen sich. Entfernen Sie dazu das weiche Mark und glätten Sie das vordere Ende mit Schleifpapier.
  7. Stellen oder hängen Sie die Wildbienen-Nisthilfe an einer sonnigen, warmen, regen- und windgeschützten Stelle auf.

Tipp
Eine kleine tiefere Holzkiste oder eine leere Konservendose, bei der Sie auf einer Seite den Deckel entfernt und den scharfkantigen Rand abgeschliffen haben, kann als Nisthalmhalter dienen: Stecken Sie einfach die Halme hinein. Sie können sie weit herausragen lassen oder aber so kurz schneiden, wie die Dose tief ist.
In manchen Gegenden besuchen Buntspechte die Wildbienen-Nisthilfen. Damit sie die Halme nicht herausziehen können, können Sie sie mit Leim im Nisthalmhalter befestigen.

Quelle: Bärbel Oftring, Diplom Biologin

aus der Sendung vom

Do, 18.4.2019 | 12:15 Uhr

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