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Nahaufnahme vom schwammigem Knochengewebe von Osteoporose betroffen.

SENDETERMIN Mi, 25.9.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Volkskrankheit Knochenschwund Wie Sie die Osteoporose im Zaum halten

Um die 7 Millionen Menschen leiden unter plötzlichen Knochenbrüchen. Falschen Ernährung, mangelnde Bewegung, genetische Veranlagung,... Welche Risiko-Faktoren gibt es - und kann man vorbeugend etwas tun?

Osteoporose, im Volksmund "Knochenschwund" genannt, ist ein natürlicher Prozess des Alterns. Ab dem 30. Lebensjahr verlieren wir jährlich etwa 0,5 Prozent unserer Knochenmasse, die Haltekraft unserer Knochen wird schwächer.

Frauen betrifft es merklich häufiger nach der Menopause, da der massive Hormonumbau im Körper sich stark auf das Skelett auswirkt. Bei den Männern zeigen sich im Schnitt erst zehn Jahre später Veränderungen in der Knochenstruktur.

Es gibt zahlreiche Hinweise, die aber anzeigen, dass die Knochen vielleicht schneller an Festigkeit verlieren, als die Natur es vorsieht.

Hier ein kurzer Selbst-Check:

5 Risiko-Faktoren, die den Knochenabbau vorantreiben

  1. Familie: Gibt es ältere Verwandte in der Familie mit Osteoporose, ist die Wahrscheinlichkeit gegeben selbst auch daran zu erkranken.
  2. Untergewicht: Ein Body-Mass-Index weniger als 20 führt langfristig über einen Kalzium- und Nährstoffmangel zu einem Knochendichteverlust, und damit zu einem erhöhten Bruchrisiko.
  3. Hormon- und Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion, Nieren-, Leber-, Lungen- und chronische Magen-Darmerkrankungen können den Eiweiß-, Mineralstoff- und Vitaminhaushalt im Körper durcheinander bringen und eine Osteoporose nach sich ziehen. Diese Krankheiten können einen bereits vorhandenen Knochenschwund (primäre Osteoporose) verstärken, oder aber einen Knochensubstanzverlust (sekundäre Osteoporose) auslösen.
  4. Medikamente wie sie bei Epilepsie, Brust- und Prostatakrebs verschrieben werden, sowie Kortison, erhöhen das Risiko an Osteoporose zu erkranken. Neuroleptika, Antidepressiva, Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine und auch Blutdrucksenker erhöhen die Sturz- und somit auch die Knochenbruchgefahr. Bettlägerigkeit schwächt das Knochensystem zusätzlich. Ein Teufelskreis.
  5. Kalzium- und Vitamin-D-Mangel: Das Vitamin D hilft unserem Körper das für die Knochen wichtige Kalzium aus der Nahrung aufzuschlüsseln. Fehlt uns Vitamin D, führt das automatisch zu einem Kalziumdefizit im Körper und begünstigt Osteoporose.

6 Maßnahmen, die helfen die Osteoporose auszubremsen:

  • Normalgewicht halten: Unsere Knochen lieben eine ausgewogene mediterrane Ernährung mit wenigstens 1000mg Kalzium am Tag.
  • Zigaretten und Alkohol meiden: Rauchen schädigt die Lunge, unser zentrales Stoffwechselorgan. Alkohol schädigt die Leber, unser wichtigstes Filterorgan. Und das Risiko einer Krebserkrankung steigt. Kommt noch ein eklatanter Bewegungsmangel hinzu, baut der Körper auch an Knochensubstanz ab.
  • Muskeln stärken durch Sport: Lassen Sie keine Treppe mehr aus! Ein ausgewogener Mix aus Ausdauer- und Krafttraining ist das Beste für einen gesunden, elastischen Knochen.
  • "Knochenfreundlich" Bewegen: Heben Sie schwere Gegenstände nicht ruckartig an. Achten Sie im Alltag auf möglichst fließende Bewegungen wie zum Beispiel beim Tai Chi.
  • Tanken Sie so viel Sonnenlicht wie möglich und helfen Sie ihrem Körper so, genug Vitamin-D für die Kalziumverwertung zu bilden.
  • Sturzquellen aus dem Weg schaffen: Räumen Sie herumliegende Kabel, unebene Teppiche und sperrige Möbel aus dem Weg. Sorgen Sie in der Wohnung für gute Beleuchtung und achten Sie auf gut sitzende Schuhe. Zur Sturzprophylaxe bieten sich Geschicklichkeits- und Gleichgewichtstraining an.

Im Studio: Prof. Christian Kasperk, Endokrinologe