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SENDETERMIN Mo, 20.9.2021 | 12:16 Uhr | Das Erste

Stevia, Xylit und Co. Welche Zuckeralternativen sind gesund?

Höchstens 50 Gramm Zucker pro Tag lautet die Empfehlung der deutschen Gesellschaft für Ernährung - alleine mit einem Fruchtjoghurt und einem Glas Apfelsaft haben wir diese Marke meist erreicht. Und die WHO spricht sich sogar für 25 Gramm Zucker pro Tag aus.

Viele greifen deshalb zu Zuckeralternativen oder Ersatzprodukten. Aber: Auch hier gibt es gesunde und weniger gesunde Alternativen. Wir haben uns einige mal genauer angeschaut.

Wichtig ist:

Die eine natürliche und kalorienfreie Zuckeralternative gibt es nicht! Im Gegenteil: Viele Zuckeralternativen enthalten viel Fructose, was schnell mal zu Bauchschmerzen, Durchfall oder Blähungen führen kann.

Der beste Tipp:

Zucker reduzieren. Unsere Geschmacksnerven gewöhnen sich oft sehr schnell an weniger „süß“. Und beim Backen reicht oft die HALBE MENGE des angegebenen Zuckers und der Kuchen wird trotzdem gut!

Zuckeralternativen im Überblick:

Honig
Honig punktet mit seiner natürlichen Herstellung. Außerdem wirkt er gegebenenfalls antibiotisch. Aber Achtung: Honig besteht zu 80% aus Zucker und ist daher nicht unglaublich viel gesünder als der meistens verwendete Haushaltszucker.

Ahornsirup
Auch Ahornsirup ist ein natürliches Produkt und enthält daher mehr Mineralstoffe als gewöhnlicher Zucker. Der karamellartige Geschmack kann Gerichten eine besondere Note geben. Aber: Wie auch gewöhnlicher Zucker wird durch Ahornsirup viel Insulin in unserem Körper ausgeschüttet, was auf Dauer schlecht für uns ist. Ahornsirup hat weniger Kalorien als Haushaltszucker.

Agavendicksaft
Agavendicksaft enthält viel Fructose, ist also nicht geeignet bei Fruktoseintoleranz. Und auch sonst gilt: Fructose wird zwar insulinunabhängig verstoffwechselt (gut für Diabetiker), hat aber eine schlechte Wirkung auf die Leber. Kalorienmäßig ist diese Alternative fast gleich wie Haushaltszucker.

Birkenzucker / Xylit
Birkenzucker, auch Xylit genannt, gehört zu den Zuckeralkoholen. Es wird in einem chemischen Verfahren, meist aus Birkenholz oder auch Mais hergestellt. Der Vorteil: Birkenzucker ist kariesreduzierend: Xylit kann - im Gegensatz zu anderen Zuckern - von den Bakterien der Mundschleimhaut nicht zu zahnschädigenden Säuren umgewandelt werden und es gibt wissenschaftliche Hinweise, dass Xylit vor Karies schützen kann. Außerdem hat er 40% weniger Kalorien als Haushaltszucker. Aber: Birkenzucker kann abführend wirken. Schädlich ist er jedoch nicht.

Rübensirup
Rübensirup ist ein Naturprodukt mit einem hohen Gehalt an Magnesium und Kaliumgehalt. Diese Alternative lässt sich gut verbacken oder auch als Brotaufstrich verwenden.

Stevia
Keine natürliche Zuckeralternative. Stevia ist circa 300 mal süßer ist als Haushaltszucker – deshalb Vorsicht bei der Portionierung. Außerdem hat Stevia wenig bis gar keine Kalorien. Da Stevia den Blutzuckerspiegel nicht anhebt, kann es eine Alternative für Diabetiker sein. Auch bei Fructoseintoleranz ist Stevia eine Alternative.

Durchschnittliche Zusammensetzung der Süße in verschiedenen Zuckern

(Angaben in Prozent)

Experte im Studio: Achim Sam, Ernährungswissenschaftler

aus der Sendung vom

Mo, 20.9.2021 | 12:16 Uhr

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