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SENDETERMIN Mi, 12.6.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Sicher Baden So vermeiden Sie Badeunfälle

Die mediterranen Temperaturen laden auch hierzulande immer mehr Menschen dazu ein, kühlende Badestellen nicht nur im Freibad zu suchen. Die wenigsten Badeunfälle passieren in den Schwimmbädern, sondern an Baggerseen und Flüssen. Gehen Sie am besten nur an bewachten Badestellen schwimmen und beachten Sie Badeverbotsschilder!

Badeverbotsschilder weisen darauf hin, dass in dem Gewässer Hindernisse oder gefährliche Strömungen auftreten können. Unterschiedliche kalte Wasserschichten in Baggerseen können Wadenkrämpfe oder Herzprobleme verursachen. Strudel und Unterströmungen auch an Flussläufen mit niedrigem Wasserstand oder in der Nähe von Staumauern bringen selbst vermeintlich geübte Schwimmer in Not.

Ertrinkende schlagen nicht wild um sich und rufen auch nicht laut nach Hilfe. Das kostet viel zu viel Kraft. Wenn es plötzlich im Herzen sticht oder die Wade krampft, dann schaffen es die Betroffenen oft nur sich noch etwa 20 bis 60 Sekunden über Wasser zu halten bevor sie untergehen. Daher nennen es Rettungsschwimmer auch den "Stillen Tod".

Gerade ältere Menschen ab 55 Jahren sind der Statistik nach besonders gefährdet ihre Fähigkeiten zu überschätzen und sie schwimmen zu weit hinaus. Doch auch Kinder und Jugendliche geraten zunehmend in Notlagen. Allein im Jahr 2018 sind 504 Menschen im Wasser ertrunken. 100 mehr als im Jahr zuvor. Fast 40 Prozent aller Opfer ertranken in den Monaten Juni und Juli 2018, so eine Statistik der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Notruf über 112

Wichtig ist, dass im Notfall die Rettungskette so schnell wie möglich aktiviert wird. Rettungsschwimmer können nur unmittelbar nach dem Unfall eingreifen. Ist ein Schwimmer erst einmal abgetaucht, dann können die Taucher nach 30 Minuten den Schwimmer oft nicht mehr „retten“, sondern nur noch „bergen“.

Als Sicherheits-Backup für Schwimmer in Freigewässern gibt es mittlerweile selbstaufblasende Schwimmwesten. Sie werden als Gurt dezent an der Hüfte getragen. Eine gute Alternative sind gut sichtbare Schwimmbojen.

Schwimmbojen: Triathleten haben sie oft dabei, wenn sie in offenen Gewässern trainieren. Die Boje macht den Schwimmer sichtbar und bietet im Notfall Halt für eine kleine Pause. Schwimmbojen kosten je nach Ausführung zwischen zehn und 45 Euro.

Schwimmgürtel: Sie bieten je nach Ausführung für unterschiedliche Wassersportler Sicherheit. Sie lassen sich im Notfall über eine Reißleine aktivieren und blasen sich selbst auf. So kann sich der Schwimmer in Not über eine Art Schwimmnudel hängen oder aber eine aufgeblasene Halskrause als Schwimmweste überstreifen. Schwimmgürtel kosten zwischen 50 und rund 100 Euro. Ersatz-CO²-Patronen zwischen 7 und 18 Euro.

Die Schwimmhilfen eignen sich auch gut dafür, jemanden der in Not gerät im Wasser zu stabilisieren, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen.

Rettungskette bei Badeunfällen in freien Gewässern

  1. Notruf 112: Wo? Was? Wie?
  2. Merke Dir markante Punkte am Ufer
  3. Hole weitere Hilfe dazu: Bringe Dich nicht in Gefahr!
  4. sich dem Opfer von hinten nähern
  5. stabilisiere den in Not-Geratenen mit Schwimmhilfe
  6. Mit Griff um Unterarm an Land ziehen

Weitere Informationen:

aus der Sendung vom

Mi, 12.6.2019 | 12:15 Uhr

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