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SENDETERMIN Fr, 11.10.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Sanierung Holzdielen aufarbeiten

Ein Holzfußboden ist nicht gleich ein Holzfußboden. Es gibt Parkett oder Vollholzdielen. Ein Echtholz-Parkett lässt sich meist nur einmal fein bearbeiten, wenn die Lauffläche des Echtholzes weniger als fünf Millimetern beträgt. Vollholzdielen lassen sich in der Regel aber gut sanieren.

1. Bereiten Sie den Untergrund gut vor

Sind die originalen Holzdielen frei von aktivem Holzwurm oder Feuchtigkeit, dann lohnt sich ein Aufarbeiten der alten Hölzer. Vor dem Schleifen sollten Sie darauf achten, dass keine Nägel oder Schraubenköpfe aus dem Holz ragen. Lose Dielenbretter sollten Sie vor dem Bearbeiten wieder befestigen. Fußbodenleisten müssen entfernt werden.

2. Schleifen Sie mit Bedacht

Mit einer Bodenschleifmaschine, entweder einer Flächenschleif- oder Tellerschleifmaschine die es auch zu Leihen gibt, lassen sich die Dielen am einfachsten Abschleifen. Große Maschinen liefern ein gleichmäßigeres Ergebnis als kleine Maschinen. ABER ACHTUNG: Schleifen bedarf eines sehr guten handwerklichen Geschicks und Fingerspitzengefühls. Bitte beachten Sie die Schleifrichtung! Für Parkett und Dielen gibt es jeweils eigene Schleifpläne.
Mit einer groben Körnung (40 oder 60) lassen sich Unebenheiten ausgleichen und grobe Schmutzpartikel entfernen. Dabei dürfen Sie die Flächenschleif-Maschine auch diagonal über die Dielen führen.
Eine feine Körnung (80 oder 100) kommt im zweiten – oder bei sehr zerschundenen Holzdielen – im dritten Schleifgang zum Einsatz. Spätestens beim letzten Schleifgang sollten Sie die Maschine aber mit der Holzmaserung führen. Tragen Sie bei allen Schleifarbeit am besten einen Arbeitsanzug und eine Schutzmaske.

3. Reinigen Sie die Holzdielen mit besonderer Sorgfalt

Befreien Sie die geschliffenen Holzdielen von Staub und kleinen Holzsplittern. Unter Umständen müssen Sie diesen Vorgang ein bis zweimal wiederholen. Auch hierfür lassen sich spezielle Bodenreinigungs-Maschinen mieten, die mit Wasserdampf arbeiten. Sie helfen auch große Flächen gleichmäßig zu bearbeiten. Vor dem nächsten Schritt muss der Holzboden aber gut trocknen.

4. Ölen Sie die Holzdielen wenigstens zwei Mal

Auf dem geschliffenen und gereinigten Holzdielen sollten Sie sich nur noch in Socken bewegen. Arbeiten Sie sich von der hintersten Ecke des Raumes vor bis zur Tür, so dass sie die frisch bearbeitete Fläche nicht noch einmal betreten müssen. Sorgen sie für eine ausreichende Belüftung des Raumes, sonst trocknet das Öl nicht gut. Viele Öle oder Hartwachsöle müssen wenigstens zwei Mal aufgetragen werden, um ihre Schutzwirkung voll zu entfalten. Die Trocknungszeit richtet sich nach den Angaben des Herstellers. Verwenden Sie widerstandsfähige und abriebfeste Hart- oder Hartwachsöle.

TIPP: Verwenden Sie bei mehrschichtigen Aufträgen unbedingt die entsprechenden Produkte eines einzigen Herstellers. Öle verschiedener Firmen könnten sich unter Umständen nicht vertragen, bzw. nicht genügend aushärten.

Anwendungsbeispiele:

KIEFER

1. Originalzustand der Kiefer-Vollholzdiele

2. Dreimal geschliffen: erst mit einer 80er-Körnung, dann feiner werdend mit 100 und 120

3. Einmal mit einem Hartwachsöl (natur) eingelassen

4. Nach dem zweiten Einlassen mit Hartwachsöl ist die Schutzschicht perfekt


FICHTE

1. Originalzustand der Fichten-Vollholzdiele

2. Dreimal geschliffen. erst mit einer 80er-Körnung, dann feiner werdend mit 100 und 120

3. Einmal gestrichen mit Grundieröl (mit einer Schaumstoffwalze)

4. Einmal gestrichen mit grau pigmentiertem Leinöl


EICHE-ECHTHOLZLAMINAT

1. Originalzustand des Eichenparketts mit 4mm Nutzschicht

2. Dreimal vorsichtig mit feinen Körnungen geschliffen

3. Einmal gestrichen mit braunem Hartöl (mit einer Schaumstoffwalze)

4. Pigmentierung wird durch farbloses Hartwachsöl (Schaumstoffrolle) geschützt


Melanie Kirchlechner, Spezialistin für Holzoberflächen

aus der Sendung vom

Fr, 11.10.2019 | 12:15 Uhr

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