Bitte warten...

SENDETERMIN Di, 16.4.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Salz reduzieren So dosieren Sie Salz richtig

Ein Gramm Salz am Tag würde reichen für unseren körpereigenen Wasserhaushalt. Sechs Gramm täglich gehen in Ordnung. Doch viele Menschen verzehren viel zu viel davon. Etwa das Doppelte kommt zusammen, wenn man häufig Fertiglebensmittel isst.

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass nur etwa die Hälfte der Bluthochdruckpatienten Medikamente nehmen müssten, wenn sie täglich drei Gramm weniger Salz verzehrten.

Salz sparen - so geht's

Kräutersalz konnte sich irgendwie nie so richtig durchsetzen. Kräuter aber zum Würzen zu nutzen hilft, um weniger Salz einzusetzen. Dazu einfach frische Kräuter entweder von der Fensterbank oder aus dem Tiefkühlfach nehmen. Dann kann man beim Salatdressing variieren, wie man mag. Das Gleiche gilt für den Kräuterquark und auch bei Soßen.

Sou-vide-Garen, also vakuumverpackt im Wasserbad, oder Dünsten erhält den Eigengeschmack von Fleisch, Fisch und Gemüse besser als das Braten. So braucht man auch viel weniger Salz.

Das Osterei ohne Salz? Ja, das geht. Auch hier gilt, dass Kräuter geschmacklich viel interessanter sind. Etwas Senf passt auch zum Ei.

Bolivien hat den Salzstreuer in Restaurants verboten. Eine Meldung, die für mehr Aufsehen sorgt, als sie verdient. Denn dadurch essen die Menschen leider kaum weniger Salz.

Das meiste Salz nehmen wir über Fertiggerichte auf. Besonders Pizza haut rein und kann mit fünf Gramm Salz schon fast die komplette Tagesmenge enthalten. Eine Untersuchung des Max-Rubner-Instituts hat ergeben, dass auch fertige Eintöpfe und Suppen besonders viel Salz enthalten.

Brot ist die größte Salzfalle

Brot ist in Deutschland unser Salzlieferant Nummer eins. Wurst und Käse kommen zusammen mit Fertiglebensmitteln auf Platz 2.

Brot enthält etwa anderthalb Prozent Salz. Das lässt sich problemlos auf ein Prozent reduzieren und ist immer noch schmackhaft. Bei Sauerteigbrot ist der Spielraum sogar noch viel größer, weil Sauerteig viel Eigengeschmack mitbringt. Da haben es reine Weizengebäcke schwerer. Inzwischen gibt es erste Bäcker, die salzreduzierte Brote anbieten.

Vom Ur-Salz zum Salz auf unserem Tisch

Jedes Salz, auch das Steinsalz, stammt ursprünglich aus Meeren. Speziell „Ur-Salz“ wird damit beworben, 220 Millionen Jahre alt zu sein. Das schaffen unsere Salzlagerstätten in Mitteleuropa allerdings alle. Die Lager entstanden, als sie noch auf der geografischen Breite der heutigen Sahara lagen. Dort trockneten Sonne und Wind ein Meerbecken zwischen den Landmassen aus. Salz­schichten entstanden. Sie drifteten durch die Verschiebung der Kontinentalplatten immer weiter in den Norden. Ähnlich entstanden Salzlager auf den anderen Kontinenten. Teils mischte sich das Salz auch mit anderen Verbindungen. Eisenhydroxid etwa färbt Salz rosa. Veränderungen im Salzkristall­gitter können Salz blau erscheinen lassen.

Besondere Salze sehen manchmal sehr dekorativ aus: doch hübschen Kristallen und tollen Farben folgt oftmals ein stolzer Preis. Sie können schon mal das 100-fache kosten, verglichen mit einem einfachen Speisesalz. Dafür sollen sie aber auch viel besser sein, suggeriert die Werbung. Da wird mit einer Vielzahl von Mineralien und Spurenelementen geworben, etwa beim Kristallsalz aus dem Himalaya. Bei Tests konnte man diese aber im Labor gar nicht nachweisen. Eigentlich ist das nicht schlimm. Denn bei den geringen Mengen, in denen wir Salz nutzen, könnten sie eh nicht viel in unserem Körper ausrichten. Wer etwa drei Gramm vom magnesium­reichsten "Fleur de Sel Aquasale" verzehrt, nimmt 26 Milligramm Magnesium auf – und damit nur sieben Prozent der empfohlenen Tages­zufuhr.

Salz besteht zwischen 93 und 99,9 Prozent aus Kochsalz. Je mehr Natriumchlord, desto reiner ist das Salz. Dafür ist eine mehrstufige Reinigung nötig, die schwer lösliche Verbindungen ab­trennt und die Salze wäscht.

Mikroplastik im "Fleur de Sel"

Im als besonders wertvoll geltenden "Fleur de Sel" fanden Laboranten zwischen 130 und 1800 Mikrogramm pro Kilogramm Mikroplastik. Gerechnet auf die paar Gramm, die wir verzehren, gelten die Mengen aber als "gesundheitlich unbedenklich". Sie sind allerdings nicht die einzige Quelle, die Mikroplastik in unsere Körper schleust. Im Honig, im Bier und auch im Trinkwasser wurde schon Mikroplastik nachgewiesen. Toxikologen geben zu bedenken, dass Plastik wie ein Magnet organische Schadstoffe anzieht, so z.B. DDT, Dioxine oder Schwermetalle. Diese nehmen wir mit dem Plastik auf.

Jedes Jahr landen schätzungsweise zwischen sechs (UBA) und sieben (WWF) Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Meeren. Die nachgewiesenen Kunststoffe im Salz sind erwartungsgemäß genau die, aus denen der typische Verpackungsmüll besteht: Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und PET.

Jod und Fluorid

Wichtig und sinnvoll ist die Anreicherung mit Jod und Fluorid. Davon profitieren die meisten Deutschen.
200 Mikrogramm Jod sollten wir täglich zu uns nehmen, damit unsere Schilddrüse lebenswichtige Hormone produzieren kann. Ohne jodiertes Salz schaffen wir das nicht. Überdosierungen müssen wir nicht befürchten. Sechs Gramm Jodsalz versorgen uns mit 120 Mikrogramm Jod.
Und auch das Fluorid im Salz hilft unsere Zähne zu mineralisieren.

Die meisten Siede- und einfachen Meersalze enthalten sogenannte "Rieselhilfen". Sie schützen das Salz vor dem Verklumpungen. Diese Trennmittel sind alle erlaubt und auch nur in den zugelassenen Mengen enthalten. Dazu gehören etwa Natrium­ferrocyanid (E 535) oder Kalziumkarbonat, das auch natürlich im Salz vorkommt. In einigen Salzen steckt auch Silizium­dioxid (E 551). Verbraucherschützer halten es für kritisch, wenn es in Form von Nanop­artikeln vorliegt.

Salze, die mit Jod angereichert wurden, tragen ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Natursalze dagegen nicht.

aus der Sendung vom

Di, 16.4.2019 | 12:15 Uhr

Das Erste