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SENDETERMIN Fr, 12.4.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Richtig Entkalken Keine Chance dem Kalk!

Je mehr teure Hightech-Geräte in den Haushalten eingesetzt werden, desto wichtiger ist bei hartem Wasser das richtige Entkalken. Kalk lässt sich mit allen haushaltsüblichen Säuren entfernen, doch sind Materialverträglichkeit, Gesundheitsschutz und Umweltverträglichkeit wichtige Auswahlkriterien. Was nutzt ein billiger Entkalker, der die Lebensdauer des Gerätes um Jahre verkürzt?

Kalkentfernung = Entkalken

Kalk lässt sich durch die haushaltsüblichen Säuren gut entfernen. Dicke Kalkschichten können aber nicht auf einmal durch Säuren entfernt werden, da die Säure durch den Kalk neutralisiert wird. Haben sich schon größere Kalkablagerungen gebildet, kann der Kalk zwar mit den entsprechenden Mitteln gelöst werden, häufig verstopfen die Kalkklümpchen aber Durchlaufsysteme. Deshalb sollten Sie mit der Geräteentkalkung  nicht zu lange warten.

  • Viele moderne Geräte haben eine Entkalkungsanzeige. Stellen Sie deshalb die Wasserhärte genau nach dem verwendeten Wasser ein. Geräte ohne Automatik werden entkalkt, wenn z.B. Kalk gut sichtbar ist, es zu seltsamen „Gurgelgeräuschen“ kommt, die Aufheizzeiten oder die Durchlaufzeiten verlängert sind. 
  • Halten Sie sich unbedingt an die Herstelleranweisungen, diese sind bindend für die Aufrechterhaltung des Gewährleistungsanspruchs. Fehlt ein genauer Hinweis auf die Entkalkung in der Betriebsanleitung, fragen Sie beim Hersteller nach. 
  • Die von den Herstellern empfohlenen Spezialentkalkungsmittel sind  teuer, teilweise kostet eine Entkalkung 3 – 5 €. Aber neben der auf die Geräte genau abgestimmten Säure und Säurekonzentration enthalten diese Spezialmittel noch Pflegezusätze und Zusatzstoffe, sogenannte Inhibitoren, die dem Geräteschutz dienen. Korrosionen werden vermindert und die Dichtungen geschont. Nur die richtige Mischung aus wirksamer Säure und schützenden Zusatzstoffen für die Metallteile und Dichtungen, sorgt für ein optimales Resultat bei der Entkalkung. Je höherwertig Ihr Gerät ist, je häufiger Sie entkalken müssen, desto eher sollten Sie zu den Spezialmitteln greifen. Die meisten Spezialentkalkungsmittel werden in Europa nur von einigen wenigen großen Herstellern ausgemischt und dann unter verschiedenen Namen in Handel gebracht. Machen Sie  Preisvergleiche! Alle enthalten u.a. 15% Amidosulfonsäure und Schutzstoffe.
  • Nach jeder Entkalkung mit Säure sind die gereinigten Teile besonders korrosionsgefährdet, da eine hauchdünne schützende Kalkschicht fehlt. So wurden nach dem Entkalken in Getränken aus modernen Kaffeevollautomaten erhöhte Nickelmengen (>0,1 mg/l –  Untersuchungen CVUA Stuttgart)) festgestellt. Machen Sie deshalb nach jeder vorschriftsmäßig durchgeführten Entkalkung noch zusätzlich zwei Spülgänge!

Lange Zeit stand Essigsäure als preiswerter und leicht zugänglicher Kalkentferner im Vordergrund, doch ist Essigsäure gegenüber Metallen stärker korrosiv als die anderen Säuren. Heißt: Essigsäuredämpfe greifen auch entfernt liegende Metallteile und Dichtungen an, bei Kupferleitungen bildet sich Grünspan. Zudem werden die Schleimhäute gereizt.

  • Nehmen Sie Essigsäure nur, wenn es der Hersteller ausdrücklich erlaubt!
  • Wenn Essigsäure erlaubt ist, verdünnen Sie Essigessenz auf die angegebene Konzentration. Nehmen Sie keinen Gärungsessig – er bildet Rückstände, die z.B. den Geschmack beeinflussen können oder Kunststoffe verfärben.
    Mit Essigsäure können Sie Waschbecken (ohne Armaturen), Duschkabinen aus Glas und Kunststoff, Eierkocher und Wasserkocher ohne frei liegende Heizspirale gut und preiswert entkalken. Einige Hersteller empfehlen diese Säure auch für Dampfgarer und für Dampfbügeleisen, wenn die eingebauten Antikalkkassetten überfordert sind.  Empfehlenswerte Konzentration: 5 – 8 % Säure (Essigessenz ist 25%).

Zitronensäure ist ein idealer geruchloser und preiswerter Entkalker, vor allem wenn kalt entkalkt wird. Sie ist viel weniger korrosiv als Essigsäure und wird deshalb für Armaturen, Wasserkocher und einige Kaffeefiltermaschinen, aber nur ganz selten für Kaffeevollautomaten empfohlen. Auch Zitronensäure nur anwenden, wenn es der Hersteller ausdrücklich erlaubt, denn die Säure hat einen großen Nachteil: Das aus dem Kalk gebildete Ca-Citrat kann unter Umständen in der Hitze wieder einen Niederschlag geben, und der kann feinste Düsen/Leitungen verstopfen. Sie können dieses Risiko etwas vermindern durch Verwendung der Zitronensäure im Überschuss. Deshalb z.B. Zitronensäure nie in ein Dampfbügeleisen geben und versuchen zu dampfen. Die Düsen könnten verstopfen.
Empfehlenswerte Konzentration: 5%  (= 25g/500ml) Säure

Amidosulfonsäure ist eine der besten Geräte-Entkalker, und sie wird im Profibereich schon lange in Tablettenform oder als Flüssigkeit eingesetzt.  Amidosulfonsäure wirkt extrem schnell und das Lösevermögen für Kalk ist sehr hoch. Die Säure ist zwar nicht ganz so schonend wie Zitronensäure und auch die Dichtungsringe werden stärker angegriffen. Trotzdem enthalten die meisten Spezialentkalkungsmittel mit Firmenlogo Amidosulfonsäure, da entsprechende Schutzstoffe untergemischt werden und die Entkalkung sehr rasch abläuft. Mitunter werden noch andere organische Säuren dazu gemischt.

Außerdem bietet der Markt noch Entkalker mit Milchsäure, Weinsäure, Maleinsäure und Apfelsäure. Die reinen Säuren werden gerne als Bio-Entkalker gekennzeichnet, doch ist diese Bezeichnung nicht aussagekräftig. Alle organischen Säuren werden biologisch gut abgebaut.

Pflege von Wasserkochern:

  • Erhitzen Sie nur soviel Wasser wie sie brauchen und kippen Sie den Rest immer aus. Sie können so auch bei sehr hartem Wasser die Kalkbildung vermindern.
  • Schütteln Sie den Wasserbehälter immer wieder kräftig mit etwas klarem Wasser durch.
  • Regelmäßig entkalken, da eine Kalkschicht die Wärmeübertragung auf das Wasser verlangsamt, und man dann mehr Energie braucht. Entkalken können Sie Wasserkocher (ohne frei liegende Heizspirale) mit Essig, da es einfach gebaute Geräte ohne empfindliche Teile sind. Erhitzen Sie je nach Fassungsvermögen 0,5 – 1 Liter Wasser und geben Sie dann erst 200 – 400 ml Haushaltsessig dazu. Nicht mehr erhitzen, sondern über Nacht einwirken lassen. Ausgießen, nachspülen! Sie können auch eine 10% Zitronensäurelösung nehmen, am schnellsten wirken Entkalker mit Amidosulfonsäure.
  • Die Geräte werden zum Reinigen der Gehäuse immer vom Netz genommen. Auch die Versorgungseinheit der schnurlosen Geräte darf nur mit gezogenem Stecker feucht abgerieben werden – es droht Stromschlaggefahr!
  • Die Versorgungskabel bei Elektrogeräten immer in Richtung Stecker zum Gehäuse reinigen, damit Sie keinen Zug auf die Kabel im Gehäuse ausüben.

Christine Klöber, Hauswirtschaftliche Beraterin aus Kassel