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SENDETERMIN Mi, 13.2.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Nicht mehr zu gebrauchen Wenn „neue“ Elektrogeräte zu schnell „alt“ werden

Jedes Jahr ein neues Handy. Alle fünf Jahre eine neue Kaffeemaschine. Alle fünfzehn Jahre eine neue Waschmaschine. Das erscheint uns in unserer Konsumwelt schon fast normal.

Doch hören wir nicht auch von „Nachhaltigkeit“ und „Müll vermeiden“? Dabei nähren viele Hersteller ganz bewusst durch noch mehr Produkte unsere Sucht nach immer Neuem. Gelegentlich wirkt es gar so, als würde die Industrie nachhelfen, damit wir Geräte früher aussortieren.

Psychologische Obsoleszenz

"Gerade bei Elektronikprodukten wie Handy, Tablets und dergleichen spielt die "psychologische Obsoleszenz" eine starke Rolle", sagt Prof. Dr. Tobias Brönneke von der Hochschule Pforzheim.

Es ist mehr als ärgerlich, wenn z.B. ein funktionierender Computer ständig meldet, der Akku sei schwach. Der ständige Hinweis suggeriert dem Nutzer er ist nicht auf dem neuesten technischen Stand.

Minderwertig konstruierte Produkte

Aber: "Man kann in dem Produkt selber den Nachweis einer Vorsätzlichkeit kaum finden, weil dieser Nachweis im Kopf des Konstrukteurs gefunden werden müsste. Was man finden kann sind Beweise, dass es eine Vielzahl an minderwertig konstruierten Produkten gibt, die unnötig früh ausscheiden", erklärt Brönneke weiter. Einige Produktentwickler berichteten auch, dass sie einfach nicht genügend Zeit hätten, um aussagekräftige Testreihen durchführen zu können. Der Markt der Konsumgüter sei einfach zu schnelllebig und so sind Fehler vorprogrammiert. 

Begriffserklärung:

  • Verbrauchsbeschleunigung: Bei Zahnpasta-Tuben o.ä. werden die Öffnungen größer gemacht, damit unbewusst mehr rauskommt.
  • Psychische Obsoleszenz: Neue Produkte versprechen schneller und technisch moderner zu sein.
  • Technische Obsoleszenz: Bei einer Waschmaschine mit einer Kunststofftrommel ist die Lebenszeit fast absehbar und nicht vergleichbar mit anderen Waschmaschinen.
  • Mechanische Obsoleszenz: Billige Kunststoffteile, lassen selbst Markenprodukte schwach werden

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