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Schlafendes Pärchen im Bett, Mann tastet nach dem Wecker auf dem Nachttisch

Heilpflanzen Gute Nerven und guter Schlaf

Schlafstörungen sind weit verbreitet und es trifft bestimmt jeden einmal in seinem Leben. Die Ursachen sind vielfältig. Liegt keine ernsthafte Erkrankung vor, hat sich die Anwendung einiger Heilpflanzen bewährt.

Herz-Nerven-Tonikum

Wo hilfts?

Unruhezustände, nervöse Herzbeschwerden, Nervosität, Reizdarm.

Für dieses Rezept werden Kräuter verwendet, die sich in ihrer angstlösenden, entspannenden und schlaffördernden Wirkung wunderbar ergänzen. Ich habe sie ausgesucht, weil es heimische Pflanzen mit einer langen Verwendungs-Tradition sind und ihre Wirksamkeit durch eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien bewiesen ist.

Das brauchen Sie:

  • 50 g Passionsblume (getrocknet oder die doppelte Menge frische)
  • 35 g Baldrianwurzel
  • 35 g Hopfenzapfen
  • 25 g Johanniskraut
  • 25 g Melissenblätter
  • 1 Liter 70 %igen Obstbrand
  • 1 großes Schraubglas
  • 1 leere, saubere Flasche mit 1 Liter Fassungsvermögen
  • 1 Sieb
  • 1 Trichter

So wirds gemacht:

  1. Alle Kräuter kommen zusammen in das Schraubglas. Schütten Sie den Obstbrand darüber, verschließen Sie das Glas und stellen Sie es an einen Platz, wo es viel Sonne abbekommt.
  2. An dem Platz lassen Sie das Glas nun 14 Tage stehen und  schütteln es einmal täglich kräftig durch. Ach, ist das wieder wunderbar einfach!
  3. Am 15. Tag füllen Sie das Ganze durch ein Sieb und - damit nichts daneben geht  mit Hilfe des Trichters - in die Flasche .
  4. Das leckere Herz-Likörchen lagern Sie ab jetzt an einem kühlen, dunklen Ort.

Anwendung, Dosierung und Haltbarkeit:

Trinken Sie bei Bedarf ein Likörglas. Der Likör hält sich, im Kühlschrank aufbewahrt, circa 6 Monate.

Gute-Nacht-Tee

Das brauchen Sie:

  • 20 g Lavendelblüten
  • 20 g Pfefferminzblätter
  • 30 g Baldrianwurzel
  • 30 g Melissenblätter

So wirds gemacht:

  • Geben Sie die Zutaten in eine Kanne und gießen Sie mit kochendem Wasser auf.
  • Lassen Sie den Tee mindestens 5 Minuten zugedeckt ziehen.
  • Den Tee durch einen Sieb abgießen - fertig!

Lavendel:

Lavendel entspannt die Muskulatur und die Psyche und lindert so Magenkrämpfe, Unruhezustände und Einschlafstörungen. Äußerlich wird er bei Rheuma und schlecht heilenden Wunden eingesetzt.

Was sagt die Wissenschaft dazu?
Pharmakologische Untersuchungen der Universität Frankfurt konnten 2010 belegen, dass ein Lavendelöl-Präparat bei Menschen mit Angststörungen ebenso gut wirkte wie ein Benzodiazepam-Präparat, einem üblichen angstlösenden Psychopharmaka. Die Studie zeigt auch, dass bei der Lavendel-Gruppe keine der sonst üblichen Nebenwirkungen wie z.B. Müdigkeit auftraten und dass auch bei einer Anwendung über einen langen Zeitraum, kein Gewöhnungseffekt auftrat.

Baldrian:

Baldrian ist die Pflanze, wenn es um Angst, Nervosität, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit geht.
Er hat die Fähigkeit das Einschlafen zu beschleunigen und die Schlafqualität zu verbessern und das, ohne einen Gewöhnungseffekt oder Nebenwirkungen zu produzieren.

Vorsicht:
1-2 Stunden nach der Einnahme kann die Reaktionsfähigkeit etwas vermindert sein, man sollte in dieser Zeit kein Auto fahren. In der Schwangerschaft sollte man aufgrund fehlender wissenschaftlicher Erkenntnisse auf Baldrian verzichten.
Was sagt die Wissenschaft dazu?
Bei einer großen Anzahl Studien konnte die Verbesserung der Schlafqualität, die Ausgeruhtheit nach dem Aufwachen und das allgemeiner Wohlbefinden wissenschaftlich belegt werden.

Hopfen:

Hopfen wirkt, ähnlich wie Baldrian, sehr entspannend, beruhigend und schlaffördernd, weshalb beide Heilpflanzen gerne zusammen eingesetzt werden.
Außerdem enthält Hopfen östrogenähnliche Stoffe und ist somit bei der Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden sehr beliebt.
Vorsicht:
Hopfen wirkt nicht wie Baldrian nur beruhigend, sondern einschläfernd und sollte deswegen nicht vor Tätigkeiten an Maschinen oder Autofahrten eingenommen werden.

Was sagt die Wissenschaft dazu?
Es gibt zahlreiche Studien, die mit einer Kombination aus Hopfen und Baldrian durchgeführt wurden und die die Wirkung auf den Schlaf deutlich belegen.
Studien zu der Wirkung auf Wechseljahrsbeschwerden stehen leider noch aus.

Johanniskraut:

Geschichtlich betrachtet, war das Johanniskraut erstmal berühmt für seine wundheilende Wirkung. Das rote Öl aus den Blütenknospen des Krautes galt als Antiseptikum und wurde bei schlecht heilenden wunden, Verbrennungen und Sonnenbrand verwendet. Später erst wurde seine Wirkung auf die Psyche entdeckt. Die Wirkstoffe Hypericin und Hyperforin wirken gegen Depression, Angstzustände und Schlaflosigkeit

Vorsicht:
Bei der Einnahme von Johanniskraut kann sich die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Wenn sie Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung nehmen, sollten sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten. Für die Verwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor.

Was sagt die Wissenschaft dazu?
Kaum eine Pflanze ist so oft Gegenstand wissenschaftlicher Studien geworden wie das Johanniskraut. Es gibt über 30 Studien mit über 5000 Versuchsteilnehmern, die an leichten bis mittelschweren Depressionen litten und mit hochdosiertem Johanniskraut-Extrakt behandelt wurden. Es konnte immer wieder bewiesen werden, dass das Johanniskraut-Präparat die gleiche Wirkung wie synthetische Antidepressiva hat, ohne jedoch unliebsame Nebenwirkungen zu produzieren.

Melisse:

Melisse

Zitronenmelisse

Die Melisse ist eine äußerst vielseitige Heilpflanze. Sie wird wegen ihrer beruhigenden, Stimmungsausgleichenden und Angstlösenden Wirkung genauso geschätzt wie zur Behandlung von typischen Frauenleiden, wie Menstruationsproblemen und Wechseljahrsbeschwerden. Sie fördert die Verdauung, lindert Magenkrämpfe und wirkt gegen Erkältungskrankheiten. Äußerlich angewandt, hilft sie durch ihre Virentötende Eigenschaft, gegen Lippenherpes.

Was sagt die Wissenschaft dazu:
In einer Studie mit Demenzkranken, die unter Unruhezuständen litten, zeigte die Gruppe die mit Melisse behandelt wurde, eine deutliche Verbesserung sowohl der Unruhe als auch der Gedächtnisleistung. Klinische Studien belegten auch die antivirale Wirkung bei Lippenherpes als auch die Linderung von Erkältungssymptomen.

Minze:

wirkt antimikrobiell, antiviral, beruhigend, galletreibend, krampflösend, verdauungsfördernd.

Passionsblume:

Die beruhigende Wirkung der Passionsblume war schon den amerikanischen Ureinwohnern bekannt, die sie gerne als Heilpflanze verwendeten.
Auch in der europäischen Heilpflanzenkunde wird die Passionsblume gerne gegen Schlafstörungen verwendet. Die Passionsblume wirkt auch krampf- und angstlösend, sodass sie auch gegen zahlreiche nervös bedingte Gesundheitsbeschwerden verwendet werden kann.

Experte im Studio:
Melanie Wenzel, Heilpraktikerin