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Lieber selber machen? So gut ist aromatisiertes Wasser

Bei der unglaublichen Hitze diesen Sommer sollen und wollen wir viel trinken. Und da Limos und Säfte nur kleben und dick machen, greifen viele zu Wasser mit Fruchtaroma. Schmeckt nicht so langweilig wie Wasser pur und ist eine vermeintlich gesunde Alternative zur Limo.

Die Hersteller haben hier einen Coup gelandet. Denn während der Wasserverkauf seit Jahren eher stagniert, lassen sich die aromatisierten Wasser mit traumhaften Gewinnen verkaufen.

Weit mehr als nur ein paar Tropfen Aroma

In kaum einem dieser aromatisierten Wasser steckt tatsächlich etwas von der Frucht, die auf der Flasche abgebildet ist. Fast immer sind es lediglich künstliche Aromen, die dem Wasser zugesetzt werden. Das Wörtchen „-geschmack“ weist darauf hin.

Damit dieser Apfel- oder Kirschgeschmack besser zur Geltung kommt, muss noch Zucker mit ins Wasser. Wer zwei Liter am Tag trinkt, kann dann schon mal die Kalorien einer Currywurstmahlzeit schlucken. Das unterschätzen die meisten, weil das Wasser klar ist. Und durchsichtig assoziieren wir mit Wasser und null Kalorien.

Darauf sollten Sie achten!

Da wir reinen süßen Geschmack schnell über haben, kommt noch ein Säurungsmittel mit ins Wasser, oft Zitronensäure (E 330). Wer das aber immer wieder über den Tag verteilt trinkt, der schädigt sein Zahnschmelz.

Richtig fatal ist allerdings, wenn der Konservierungsstoff Benzoesäure UND Vitamin C zusammen in der Flasche stecken. Dann kann sich krebserregendes Benzol bilden, und das ist schon in geringsten Mengen schädlich. Da das Problem seit mehr als 10 Jahren bekannt ist, haben viele Hersteller ihre Rezepturen überarbeitet. In aromatisierte Wasser kommt deshalb in der Regel kein Konservierungsmittel mehr, sondern nur noch Vitamin C.

Benzoesäure (E 210) versteckt sich auch in Natriumbenzoat (E 211), Kaliumbenzoat (E 212) und Calciumbenzoat (E 213). Die lassen sich in Vitaminkombination immer noch in Tee-Saft-Getränken finden.

Der Preis ist heiß

Ein Liter des günstigsten aromatisierten Wassers kostet 32 Cent. Teure Markenprodukte schaffen es auf über ein Euro 50 pro Liter.

Ein Liter Mineralwasser pur kriegt man beim Discounter schon für 13 Cent. Und ein Liter Leitungswasser kostet uns lediglich einen halben Cent.

Die Entscheidung fürs Leitungswasser sollte uns eigentlich ganz leicht fallen, vor allem da es nachweislich genauso gut wie Mineralwasser ist.

Der Weg zu weniger Süße

So ganz ohne Zucker schmeckt es vielen nicht. Doch das ist eine Frage der Gewöhnung. Sich den Süßgeschmack beim Trinken abzugewöhnen geht. Es dauert nur ein bisschen. Denn unsere Zunge braucht bis zu sechs Wochen, bevor sie einen neuen Geschmack akzeptiert.

Also einfach das Wasser selbst etwas süßen und dann nach einem Monat ein kleines bisschen weniger Zucker zugeben. Nach einem weiteren Monat nochmal.... bis der Zucker raus ist. Sie werden erstaunt sein, wie süß plötzlich andere Lebensmittel schmecken. Diese Methode sensibilisiert nämlich den kompletten Süßgeschmack.

Echtes Aroma fürs Wasser - das passt rein!

Saftschorlen sind oft ein guter Einstieg in die Welt der Aromawasser. Hier gilt, wie eben beim Zucker auch, immer etwas mehr verdünnen. Spart Kalorien.

Wer sein Wasser selbst aufpeppt, hat auch den Vorteil, dass er/sie genau weiß, was drin ist.

Frische Kräuter wie Basilikum, Minze oder Zitronenmelisse werden einfach dazugegeben und entfalten ihr Aroma schon nach ca. 15 Minuten im Wasser. Einfach eine Karaffe im Kühlschrank bevorraten.

TIPP: Die Kräuter vorm „Wässern“ leicht mit den Händen anreiben. Dann treten die ätherischen, geschmackgebenen Stoffe besser aus den Blättern.

Wer es fruchtig mag, kann sich derzeit einfach die Lieblingsbeeren aussuchen und die mit ins Wasser schmeißen. Da die nur sehr dezent Geschmack abgeben, lohnt es, sie zu halbieren, um mehr rauszuholen.

Zitrusfrüchte, egal ob Orange, Zitrone oder Limette, gehören nur in Bio-Qualität mit ins Wasser, weil deren Schalen sonst mit Spritzgiften randvoll sind. Eine Scheibe Zitrone im Wasser sieht zwar gut aus, bringt gechmacklich aber nichts.

TIPP: Besser ist es, mit dem Sparschäler zwei-drei Zentimeter von der Schale runter zu holen, die Schale überm Glas einmal kurz anzuknicken und dann ab damit ins Wasser. Die ätherischen Öle stecken nämlich in der Schale und bringen deshalb ordentlich Geschmack ins Glas.

Interessant wird es auch mit ungewöhnlichen Kombinationen. Unser Tipp:

Gurken mit Ingwer etwa, oder Melone mit Rosmarin. Diese Kombis sollten etwas Zeit kriegen, um Geschmack zu entwickeln.

Rezept: Einfach einen Rosmarinzweig und Wassermelonenstücke in eine Karaffe mit Wasser geben. Ein paar wenige Tropfen Zitronensaft intensivieren den Geschmack.

Rezept: Gurkenscheiben passen hervorragend zu einem Zweig Minze.

Für ganz Schnelle: Ein Stück Orangeschale wie oben beschrieben ins Glas. Trinken.

Autorin: Sabine Schütze