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SENDETERMIN Do, 19.9.2019 | 12:15 Uhr | Das Erste

Lebensmittelunverträglichkeit Glutenfreie Ernährung

Bei der Zöliakie handelt es sich um eine lebenslange Unverträglichkeit gegenüber Gluten. Gluten (auch Klebe – bzw. Getreideeiweiß) sorgt für die Backfähigkeit von Getreide und steckt in vielen Grundnahrungsmitteln, wie Brot oder Pasta, sowie in zahlreichen Fertigprodukten.

Bei Menschen mit Zöliakie wird die Schleimhaut der Dünndarmwand, die mit Ausstülpungen (Zotten) und Falten eine vergrößerte Oberfläche bilden, vom Getreideeiweiß angegriffen. Die Oberfläche der Dünndarmschleimhaut verkleinert sich dadurch, die Nahrungsaufnahme von Fetten und fettlöslichen Vitaminen ist stark eingeschränkt, und es treten Mangelerscheinungen auf.

Eine strenge glutenfreie Ernährung ist dann unbedingt erforderlich. Durch sie kann die Dünndarmschleimhaut wieder komplett hergestellt werden. Sobald allerdings erneut Gluten verzehrt wird, treten dieselben Symptome erneut auf.

Symptome können sein

Durchfall, Blähungen, Darmkrämpfe, Übelkeit, Gewichtsverlust, Verstopfungen, Antriebslosigkeit, Knochenschmerzen, Wassereinlagerungen, Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe, Entwicklungsstörungen (bei Kindern), Kopfschmerzen, Depressionen.

Um festzustellen, ob ein Patient an Glutenunverträglichkeit leidet, wird aus dem Dünndarm Gewebe entnommen – eine meist komplikationslose und schmerzlose Untersuchung. Wird eine Zöliakie diagnostiziert, sollte der Patient ab sofort seine Ernährung entsprechend umstellen. Für Menschen, die Gluten vertragen, ist dies grundsätzlich nicht notwendig.

Diese Lebensmittel enthalten Gluten

Gluten ist in Weizen, Roggen, Gerste, Grünkern, Dinkel, Kamut, Einkorn, Urkorn, Emmer, Hafer und allen daraus hergestellten Produkten enthalten. Auch gebundene Saucen, Suppen oder Fertiggerichte, Kartoffelpuffer, Würstchen, Frischkäsezubereitungen mit Kräutern, Schokolade u.v.m. können Gluten enthalten.

Glutenfrei

Glutenfrei (aber nur in unverarbeitetem Zustand!) sind hingegen unter anderem Obst, Gemüse, Kartoffeln, Salat, Milch und Naturjoghurt, Pflanzenöle, Honig und Marmelade, Hülsenfrüchte, Tofu, reine Fruchtsäfte, Wein und Sekt, Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth und Quinoa.

Beim Einkauf immer genau die Zutatenliste lesen. Problem: Nicht immer lässt sich aus solchen Listen bis ins Detail erkennen, was alles in dem Produkt steckt. Gerade bei industriell hergestellten Produkten ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Gluten mit verarbeitet wurde, wenn auch ggf. in geringen Mengen. Gute Orientierung bietet hier das durchgestrichene Ährenzeichen, mit dem nur Lebensmittel gekennzeichnet werden dürfen, die absolut glutenfrei sind. Hilfreich ist auch die jährlich erscheinende Liste der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft.

Auch bei der Verarbeitung und dem Lagern von Lebensmitteln in der eigenen Küche ist es wichtig, dass glutenfreie Lebensmittel nicht in Berührung mit glutenhaltigen kommen. Denn schon Spuren von Gluten können Komplikationen verursachen.


Weiterführende Informationen: