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SENDETERMIN Fr, 19.5.2017 | 12:15 Uhr | Das Erste

Der Sommer kommt! So bauen Sie Ihre Holzterrasse selbst

Sie brauchen: Etwas handwerkliches Geschick. Wir sagen Ihnen: Was es kostet, welche Holzarten geeignet sind und wie Sie lange Freude an Ihrer neuen Terrasse haben.

Die richtige Holzauswahl

Eine der beliebtesten Holzsorten für eine Terrasse ist Bangkirai, ein Tropenholz aus Südostasien. Es ist sehr schwer, witterungsbeständig und besitzt einen rotbraunen Farbton. Wenn Sie sich für den Kauf von Tropenholz entscheiden sollten, dann kaufen Sie auf jeden Fall FSC-zertifiziertes Holz. Wer allerdings auf Nummer Sicher gehen will, der kauft Holz aus heimischer Forstwirtschaft. Billiger als Bangkirai sind Terrassendielen aus Douglasie oder Lärche. Seit einigen Jahren wird außerdem sogenanntes Thermoholz angeboten. Eine spezielle Temperaturbehandlung verleiht Buchen- oder Kiefernholz dieselbe Haltbarkeit wie Teakholz. Außerdem gibt es Gemische aus Holz und Kunststoff, das sogenannte WPC. Diese Dielen sehen aus wie Holz, sind aber form- und witterungsbeständiger.

Unterkonstruktion

Der schwierigste Arbeitsschritt beim Bau einer Holzterrasse ist die Tragekonstruktion. Es gibt unterschiedliche Bauweisen, vom einfachen Betonstein-Unterbau bis zu Punktfundamenten mit Balkenträgern. Bevor Sie anfangen, sollten Sie die vorgesehene Fläche für die Holzterrasse an den Ecken mit Metallstangen abstecken und mit einer umlaufenden Schnur die Höhe der Tragebalken-Oberkante unter Berücksichtigung des benötigten Gefälles markieren. Die Höhe entspricht der Endhöhe der Terrasse abzüglich der Stärke der Terrassendielen. Anschließend koffern Sie die gesamte Fläche aus und ersetzen den Mutterboden durch etwa 10–15 Zentimeter Füllsand.

Sockelsteine setzen

Heben Sie nun nach Ihrer Konstruktionszeichnung entlang der oberen Abschlusskante im Abstand von höchstens einem Meter von Lochmitte zu Lochmitte rund 20 x 20 Zentimeter große und 40 Zentimeter tiefe Fundamentlöcher aus. Verfüllen Sie die Fundamentlöcher reihenweise mit erdfeuchtem Beton und verdichten Sie diesen gründlich. Danach rollen Sie als Schutz gegen Unkrautwuchs ein Kunststoffvlies über die fertigen Fundamente und platzieren darauf pro Fundament jeweils einen Sockelstein aus Beton. Spannen Sie eine zweite Schnur, die auf Höhe der Unterkante des späteren Tragebalkens verläuft und richten Sie die Basamentsteine reihenweise exakt auf diese Höhe aus. Dazu müssen Sie sie entweder mit zusätzlichem Beton unterfüttern oder mit einem Gummihammer etwas herunterschlagen. Legen Sie nun mit maximal sechzig Zentimeter Abstand auch die Fundamentreihen für die übrigen Tragebalken an.

Tragebalken auflegen

Wenn der Beton ausgehärtet ist, decken Sie die gesamte Fläche mit einer etwa fünf Zentimeter hohen Schicht Kies ab. Dies sorgt dafür, dass das Regenwasser schnell im Boden versickert und die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch wird, was die Lebensdauer des Terrassenbelags erhöht. Anschließend legen Sie mit exaktem Abstand die Tragebalken auf, nachdem Sie diese mit einer Säge auf die richtige Länge gebracht haben.

Holzbretter verlegen

Fangen Sie an einem Ende an und suchen Sie eine Diele aus, die möglichst gerade ist. Legen Sie diese auf die Tragekonstruktion und richten Sie sie exakt rechtwinklig und gegebenenfalls mit dem empfohlenen Abstand zur Hauswand aus. Falls die Dielen im Sägewerk nicht sauber und rechtwinklig abgelängt wurden, sollten Sie ein Ende vor dem Verlegen mit einer Kappsäge nachschneiden. Danach befestigen Sie die Diele an jedem Tragebalken vorne und hinten mit je einer Schraube, damit das Holz sich bei Feuchtigkeit nicht aufwölben kann.

Verschrauben

Beim Verschrauben mit den Tragebalken ist Sorgfalt gefragt: Alle Schrauben sollten aus optischen Gründen genau auf einer Linie liegen. Als Orientierungshilfe ist eine gespannte Maurerschnur sehr hilfreich. Die Schraubenlöcher jeder Diele sollten Sie zumindest bei hartem Tropenholz vorbohren. Der Bohrer muss einen Millimeter größer sein als die Schraube, damit die Holzdielen arbeiten können und nicht zu stark unter Spannung stehen.

Restarbeiten

Kontrollieren Sie abschließend noch einmal alle Schrauben der Terrasse und ziehen Sie diese bei Bedarf etwas nach, damit die Schraubenköpfe nicht überstehen. Anschließend werden alle Ecken und Kanten mit Schmirgelpapier und Schleifklotz oder Schwingschleifer abgeschliffen, damit Sie die Terrasse auch barfuß begehen können, ohne sich an Holzsplittern zu verletzen. Zum Schluss müssen Sie die Fläche nur noch mit einem Besen von Holz- und Metallspänen befreien – und schon können Sie den Sommer auf ihrer neuen Terrasse genießen.


Im Studio: Uli Wolf, Profi-Heimwerker

aus der Sendung vom

Fr, 19.5.2017 | 12:15 Uhr

Das Erste