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Mann hält sich ein schmerzendes Knie

SENDETERMIN Fr, 22.6.2018 | 12:15 Uhr | Das Erste

Gut zu wissen Hilfe bei Knieproblemen

Rund zehn Millionen Deutsche leiden an Beschwerden im Knie. Bei 2,5 Millionen davon liegen Knorpelschäden im Gelenk vor. Was Sie bei Knieproblemen tun können, verrät Ihnen Prof. Dr.med. Rainer Siebold.

Klassische Symptome dieser Knieverletzungen sind stechende Schmerzen und ein Knirschen im Knie. Dann ist der Gang zum Arzt unvermeidlich.

Das Knie ist nicht nur eines der komplexesten Gelenke im Körper, sondern auch das am stärksten belastete. Auf ihm liegt das gesamte Körpergewicht, zudem wird es beim Gehen, Stehen, Treppensteigen oder Hocken täglich beansprucht. Daher sind nicht nur Hobby- oder Profi-Sportler anfällig für die Abnutzung der Knorpelsubstanz, sondern Menschen jedes Alters.

Knorpel ist das Schmiermittel der Gelenke

Im Knie treffen Ober- und Unterschenkelknochen aufeinander. Damit zwischen den Knochen keine Reibung entsteht, ist das Kniegelenk - wie alle Gelenke - mit Knorpelgewebe überzogen. Obwohl es eine feste Masse ist, gibt sie bei Druck nach und ist biegungselastisch. So sorgt sie dafür, dass die Gelenkflächen aneinander vorbei gleiten und das Körpergewicht abgefangen wird.

Zu Verletzungen des Knorpelgewebes kommt es etwa durch einen abrupten Stoß oder eine ungelenke Bewegung. Diese können durch Unfälle, etwa beim Sport auftreten, oder durch Ungeschicklichkeit verursacht werden. Zudem kann eine Fehlstellungen der Beine, wie bei X- oder O-Beinen, eine Fehlbelastung durch starkes Übergewicht oder schlicht die Abnutzung im Alter Ursache dafür sein, dass die Knorpelmasse ihre dämpfende Funktion zumindest teilweise einbüßt.

Tückisch sind Knorpelschäden, hier keine Nervenbahnen verlaufen, und Schäden deshalb meist erst spät erkannt werden. Denn der Knorpelschaden verursacht erst dann Schmerzen, wenn weitere Gelenkstrukturen beeinträchtigt sind. Knirscht das Knie, kann dies ein Hinweis auf einen Schaden sein. Weitere Symptome sind stechende Schmerzen bei normaler Belastung. Die Schmerzen können eine Blockade im Gelenk hervorrufen, so dass sich das Knie nicht mehr beugen lässt. Auch eine wiederkehrende Schwellung kann zu den Beschwerden zählen.

Der Arzt klärt den Grad des Knorpelschadens

In diesen Fällen sollten die Schmerzen von einem Arzt abgeklärt werden. Durch Verschieben und Bewegen des Knies überprüft der Arzt die Schmerzempfindlichkeit des Patienten. Darüber hinaus geben Röntgenbilder und die Magnet-Resonanz-Tomographie-Aufnahme (MRT) Aufschluss über den Grad der Abnutzung oder darüber, ob bereits eine Arthrose vorliegt. Arthrose nennt man das Endstadium nach Abbau des gesamten Knorpels bis auf den Knochen.

Der Orthopäde unterteilt den Schaden in vier Verschleiß-Stadien: Verfärbung und Erweichung des Knorpels (Stufe I), Einrisse im Knorpel (Stufe II), durchgehende Knorpelschäden bis auf die Knochenhaut (Stufe III) bis hin zum fehlender Knorpel und freiliegenden Knochenstellen (Stufe IV). Mediziner sprechen im Fall einer Veränderung des Knorpelgewebes übrigens von Chondropathie.

Transplantation oft einzige Hilfe

Erste Hilfe bei starken Schmerzen bietet zunächst das Kühlen des Knies und Spritzen. Besteht ein höhergradiger Knorpelschaden (III - IV Grades), erfolgt eine Behandlung, die zumeist eine Operation einschließt. Kleinere Eingriffe sehen die Glättung des beschädigten Knorpels vor. In manchen Fällen werden auch störende stücke entfernt. Bei größeren Eingriffen wird eine Knorpel-Transplantation durchgeführt, bei der zuvor im Labor körpereigener Knorpel des Patienten vermehrt wurde. Die Nachbehandlung ist bei Knorpelreparaturen besonders wichtig. Zum einen muss das Knie mindestens sechs Wochen entlastet werden. Zum anderen erfolgt zumeist Physiotherapie, um Muskulatur und Bänder zur Unterstützung des Knies zu stärken. In manchen Fällen, müssen die Eingriffe wiederholt werden.

Starke Oberschenkelmuskeln unterstützen das Kniegelenk

Wer viel Sport treibt, oder das Knie als eine Schwachstelle erkannt hat, kann und sollte Knorpelschäden, vorbeugen. Bester Schutz vor Knieverletzungen und -verschleiß ist eine starke Oberschenkelmuskulatur. Gerade Ausdauersport regt die Durchblutung des Gewebes an. Durch den be- und entlastenden Bewegungsablauf sind Radfahren und Schwimmen ideal. Von hartem Stopp- und Go Sport, wie z.B. Fußball, Handball, Squash und Tennis ist dann abzuraten.

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